Roger Federer

04. Juli 2018 21:08; Akt: 04.07.2018 21:26 Print

«Ich habe mehr von der Mannschaft erwartet»

Wie viele andere ist auch Roger Federer nach dem WM-Aus der Schweiz enttäuscht. In London zieht er ein Fazit.

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Roger Federer sagt zum Achtelfinal-Aus der Schweizer an der WM: «Ich habe das Gefühl, das war eine verpasste Gelegenheit.» (Bild: AFP/Oli Scarff)

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Nach seinem Dreisatz-Sieg in der zweiten Wimbledon-Runde gegen den Slowaken Lukas Lacko äusserte sich Roger Federer an der Pressekonferenz zum Ausscheiden der Schweizer Nationalmannschaft an der WM. Zuerst wurde er von einem Journalisten gefragt: «Wäre es fair zu sagen, dass Sie mit Ihrem heutigen Erfolg ein Lächeln auf das Gesicht des Schweizer Sports zurückwerfen?» Darauf antwortete der 20-fache Grand-Slam-Sieger: «Ist es in der Schweiz gerade so schlimm? Ich denke nicht.»

Federer hatte am Dienstag sein Training verschoben, um sich das Achtelfinal-Spiel der Schweizer gegen Schweden live am TV anschauen zu können. Nach der Partie sei er enttäuscht gewesen. «Ich habe mehr von der Mannschaft erwartet», sagte der Baselbieter und fügte an: «Aber das ist halt so eine Sache mit dem Knock-out.» Der 36-Jährige verwies darauf, dass nicht nur drei oder acht Spieler, sondern elf gleichzeitig bereit sein müssen. «Das ist schwer, denke ich, in einem solchen Kollektiv.»

«WM wird nicht mehr das gleiche sein»

Die Schweiz habe gegen Schweden nicht genug Chancen kreiert, stellte Federer fest. «Ich habe das Gefühl, das war eine verpasste Gelegenheit, ich dachte, wir hätten eine Chance gegen Schweden.» Am Ende verdiene der den Sieg, der etwas mehr kreiere. Am Ende bleibe kein bitterer Nachgeschmack. «Ich finde, wir bekommen, was wir verdient haben. Vielleicht gehören wir einfach nicht zu den besten acht.»

Federer analysierte auch, was vielleicht noch fehlt. «Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, dass du die Energie an jedem einzelnen Tag bringen musst. Das ganze Jahr über. Dann ist es keine grosse Sache mehr, es auch in solch entscheidenden Momenten auf den Platz zu bringen.» Er könne aber natürlich nicht sagen, ob dies das Problem gewesen sei. «Was ich aus meiner Karriere weiss: Du kannst nie lethargisch auf den Platz kommen. Oder denken, es kommt von alleine, weil du am Tag zuvor gut gespielt hast. Du bist immer nur so gut wie deine nächste Leistung.»

Am Ende widerstand Federer der Versuchung, den Engländern den Gefallen zu machen, sich nun hinter ihre Mannschaft zu stellen. «Ich weiss nicht, für wen ich nun mitfiebern werde. Mein Lieblingsteam ist draussen, die WM wird nicht mehr das gleiche sein.» Federer ergeht es wie vielen anderen Fussballfans im ganzen Land.

WM-Center

(sg/ddu/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Salto M.Ortale am 04.07.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Einstellung

    Wichtig sind Tattoos,Frisuren,Kopfhörer und Autos. Fussball kommt erst viel später. Deshalb wird aus der aktuellen Mannschaft nie wirklich etwas.

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  • bjr am 04.07.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nati

    ach wie recht du hast roger unser ''beiden weltklase fussballer'' könnten sich einiges abschauen .

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  • Linda am 04.07.2018 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Wer nicht?

    Wer hat nicht mehr erwartet? Elf Leute auf dem Platz die sich selbst alle für die besten Fussballer der Welt gehalten haben und dachten sie wären unschlagbar und das mit einem Captain der vom Job als Captain keine Ahnung hat, da musste man doch einfach den WM Titel erwarten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dr. Sommer und Team am 05.07.2018 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tschüteler

    Der Roger der soll gut Tennis spielen, und die Tschüteler sollen gut tschuten. Mehr wird nicht erwatet.

  • Monicuzza am 05.07.2018 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Überraschung!

    Es war allen doch von Anfang an klar wie weit die Nati kommen würde! Sie hat gut gespielt, aber das reicht noch lange nicht um richtig mitzuhalten. Es gab nur zwei oder drei richtig gute Spieler, die eigentlich bei einer anderen Mannschaft sein sollten...

  • Zorro am 05.07.2018 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Erwartungshaltung war deutlich zu hoch

    Die mediale Erwartungshaltung war deutlich zu hoch.Die SWE sind eine homogene und kompakte Mannschaft, die in der Quali Holland und Italien geschlagen haben und in der Deutschlandgruppe Erster geworden sind. Spätestens aufgrund dieser Resultate ist mir schleierhaft, warum sich die CH in der Favoritenrolle gesehen hat. Es war klar, dass man gerade gegen diesen Gegner die seltenen Chancen nutzen muss. Dies hat man nicht getan. Bin gespannt wie sich England am Samstag schlägt!

  • Brauche keinen King am 05.07.2018 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    Fedi der Aufdringliche

    Während der ganzen WM war dieser Fedi das Thema Nummer 1 und das ist irgendwie schon fast unheimlich.

  • Ironischer am 05.07.2018 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Fragen? alles hochgeputscht?

    dass am Ende die Spieler sogar glaubten sie seien die grossen Stars? Oder war die Luft nach dem Adler-Matsch einfach raus, die Motivation, Emotion den Match zu gewinnen grösser wie der Rest? Fussball wäre ein tolles Spiel aber bei dem was heutzutage abgeht, nein danke.