Kroatien – England

11. Juli 2018 23:04; Akt: 11.07.2018 23:05 Print

Kroatien steht nach Aufholjagd im WM-Final

Kroatien dreht eine verrückte Partie und folgt Frankreich in den WM-Final: Mario Mandzukic gelingt in der Nachspielzeit der Lucky-Punch.

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In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit der Verlängerung war Mario Mandzukic noch an Jordan Pickford gescheitert, drei Minuten nach Wiederanpfiff war der englische Keeper gegen den Abschlussversuch des Stürmers von Juventus Turin dann aber machtlos. Mit seinem zweiten Treffer an diesem Turnier entschied Mandzukic die Partie im Luschniki-Stadion in Moskau, die in der letzten halben Stunde der regulären Spielzeit und in der Verlängerung viel Spektakel geboten hatte.


Mario Mandzukic trifft zum entscheidenden 2:1. (Quelle: SRF)

Die Engländer hatten einen heroischen Kampf geliefert, hatte sich ihnen in der Verlängerung doch zuerst die Chance geboten, in Führung zu gehen. Den Kopfball von John Stones wehrte Sime Vrsaljko auf der Linie ab (99.), zehn Minuten später war es ausgerechnet Jones, der auf der Gegenseite gegen Mandzukic zu spät kam.


Rettungstat auf der Linie. (Quelle: SRF)

Entscheidenden Anteil am Treffer hatte auch Ivan Perisic, der beste Kroate an diesem Abend. Der Flügel von Inter Mailand bereitete den Siegtreffer mit einem gewonnenen Kopfballduell vor, nachdem er Kroatien mit dem Ausgleich in der 68. Minute in die Verlängerung gerettet hatte.


Der Ausgleich durch Ivan Perisic. (Quelle: SRF)

Kroatische Anlaufschwierigkeiten

Wie gegen Dänemark und Russland hatten sich die Kroaten lange schwer getan, die Souveränität und der spielerisch Esprit aus der Vorrunde fehlte der Mannschaft von Zlatko Dalic auch gegen England über weite Strecken. Luka Modric und Ivan Rakitic, die spielstarke Zentrale, bekam zwar nach dem anfänglichen Schock die Partie zwar immer besser in den Griff, klare Chancen erarbeiteten sich die Kroaten aber nicht.

So kam der Ausgleich nach 68 Minuten ohne Ankündigung, löste aber den Knoten im Spiel der Kroaten. Vrsaljko hatte geflankt, Perisic war mit der Fussspitze schneller am Ball als Kyle Walker und traf zum 1:1. Der Treffer zeigte Wirkung bei der jungen englischen Mannschaft. Plötzlich kam die zuvor so sicher stehende und cool agierende Defensive ins Wanken. Bis zum Schluss sollte sie sich von diesem Nackenschlag nicht mehr erholen. Vier Minuten nach dem 1:1 doppelte Perisic beinahe nach, als er nach einem einfachen Ballverlust der Engländer nur den Innenpfosten traf. In der 84. Minute hatte Perisic den Siegtreffer noch einmal auf dem Fuss. Nach einer schwachen Faustabwehr von Pickford traf er das verwaiste Tor nicht.

Für die junge Mannschaft von Gareth Southgate war lange alles nach Plan verlaufen. Bereits nach fünf Minuten lag sie in Führung. Modric hatte Dele Alli gefoult, Kieran Trippier, eine der Entdeckungen an diesem Turnier, zirkelte den Ball aus 20 Metern gekonnt über die Mauer und liess Danijel Subasic keine Chance. Es war der viertschnellste Treffer in einem WM-Halbfinal, der schnellste seit dem Brasilianer Vava vor 60 Jahren gegen Frankreich. Der erste englische Freistosstreffer an einer WM seit David Beckham 2006 war der neunte englische Treffer nach einer Standardsituation.


Der frühe Führungstreffer von England. (Quelle: SRF)

Mit der Führung im Rücken trat England selbstbewusst auf und hätte noch vor der Pause die Vorentscheidung herbeiführen können. Nach einem Traumpass von Jesse Lingard scheiterte Harry Kane zuerst an Subasic und dann aus spitzem Winkel am Pfosten (30.). Sechs Minuten später verzog Jesse Lingard aus aussichtsreicher Position.

WM-Center

(ll/sda)