Säure ausgetreten

10. Juli 2018 14:19; Akt: 10.07.2018 14:19 Print

LED-Turnschuhe verätzen Bub (9) beide Füsse

von Fee Riebeling - Sneaker mit leuchtenden Sohlen sind für Kinder das Grösste. Einem Jungen aus den USA wurden sie nun zum Verhängnis.

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Solche Turnschuhe kommen Familie Foster aus Hinsdale im US-Bundesstaat New York nicht mehr ins Haus. Grund dafür ist ein Vorfall, der durch die nass gewordenen Batterien in der LED-Sohle ausgelöst wurde. Die Schuhe wurden bei einem Ausflug in einen Wasserpark komplett durchnässt. Dadurch kam es zu einer Fehlfunktion der Batterien. Diese setzten daraufhin Säure frei, die die Füsse des 9-jährigen Peyton verätzten. Als ihr Sohn das erste Mal über Schmerzen in den Füssen klagte, dachte Mutter Sherry Foster noch, sie seien einfach sehr kalt geworden und seien deshalb ganz rot. Klarheit schaffte erst ein Arztbesuch. Denn der Mediziner hatte Ähnliches schon einmal gesehen. Damit die verätzten Füsse Peytons rasch abheilen, verschrieb er ihm eine spezielle Brandsalbe, die der 9-Jährige nun drei Wochen auftragen muss. Besonders ärgerlich für den Bub: Statt seine Sommerferien spielend mit seinen Freunden zu verbringen, muss er nun seine Füsse hochlagern und schonen. So aussergewöhnlich der Fall von Peyton Foster klingt: Es gibt mehrere Kleidungsstücke, die dem Körper schaden. Beispielsweise High Heels, bei denen die schädlichen Effekte auf der Hand liegen. Keine Frage: Auf ist eine Frau viel eleganter unterwegs als auf flachen Sohlen, denn beim Gehen auf der vorderen Fusspartie wird der ganze Körper etwas mehr nach vorn gebeugt. Um das auszubalancieren, drücken Frauen den Rücken mehr durch. Das sorgt für einen aufrechteren Gang, was von Betrachtern in der Regel als sexy wahrgenommen wird. Doch durch den veränderten Gang werden die Fussballen stark belastet. Das leistet Zehenfehlstellungen im Allgemeinen und einem späteren Hallux im Besonderen Vorschub. Ausserdem verkürzt das Gehen auf hohen Absätzen mit der Zeit die Wadenmuskulatur. Auch der Rücken hat wenig Freude an hohen Schuhen: Einerseits setzt langes Tragen von High Heels der Wirbelsäule zu, andererseits kann es zu Verspannungen und Verschiebungen der Hüfte sowie zu Arthritis kommen. Nur weil Sie von hohen Absätzen absehen sollten, heisst das nicht, dass das Gegenteil besser ist: Auch sollten nicht über längere Zeit getragen werden. Die britische nationale Gesundheitsbehörde kann ein Lied davon singen: Sie gibt jährlich 40 Millionen Pfund für die Heilung von Flip-Flop-Schäden aus. Der Grund: Weil die Schuhe weder Halt bieten noch Fussbett haben und die Sohle bei jeder Belastung zusätzlich einsinkt, werden bis hinauf zum Nacken Teile der Muskulatur beansprucht, die sonst nicht benötigt werden. Das macht den Träger instabil und beschert ihm Schmerzen. Getreu dem Motto «Aller guten Dinge sind drei» sollten auch nur hin und wieder die Füsse zieren. Sie lassen uns zwar grösser wirken und strecken optisch die Beine, aber der Preis, den man dafür zahlt, ist hoch. Denn auf den dicken Sohlen lässt sich der Fuss nicht richtig abrollen, die Venen-Pumpfunktion der Beinmuskeln wird gestört. Auch der Verschleiss der Gelenke wird dadurch begünstigt, wie eine Studie der Iowa State University zeigte. Zugegeben: machen eine tolle Figur. Doch wer sich regelrecht hineinquetschen muss, schadet seiner Gesundheit gleich mehrfach. Denn spannt die enge Jeans nicht nur am Bein, sondern auch im Schritt, steigt das Risiko für eine Blasenentzündung deutlich an. Und das ist noch nicht alles: Auch zu Quetschungen kann es kommen. Auch eine Hose mit sogenanntem . Was das konkret heisst? Sie können die Atmung verändern. Normalerweise atmet man in den Bauch und füllt so die Lungen. Doch wenn der Bauch immer eingeengt wird, atmet man irgendwann nur noch über die Brust ein. Das führt zu Verspannung: Schulter- und Nackenbeschwerden, Depressionen, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Angstzustände können die Folge sein. Auch Kleidungsstücke, die normalerweise drunter getragen werden, können dem Träger das Leben schwer machen. So auch . Die dünnen Stoffstreifen können leicht scheuern. Wo sie reiben, kann es schnell zu Entzündungen kommen. Ausserdem können Bakterien vom Po nach vorn wandern und Infektionen hervorrufen. Ebenfalls ein leichtes Spiel haben Pilzinfektionen. Für manch ein Outfit mögen das Tüpfelchen auf dem i sein. Allerdings können auch sie den Trägerinnen gefährlich werden. Denn um sie vom Rutschen abzuhalten, haben die meisten Modelle am oberen Rand ein Silikonband. Einige Frauen reagieren darauf mit Hautreizungen und -rötungen. Sitzt der Strumpf dazu noch zu eng, schnürt er ein. Augen auf beim BH-Kauf, raten Mediziner. Denn nur ein gut sitzender unterstützt die weibliche Brust, ein schlecht sitzender hingegen kann Schulter- und Arm-Beschwerden auslösen sowie zu Verspannungen im Schultergürtel sowie Hals- und Nackenbereich führen. Doch das ist noch nicht alles. Liegt der BH zu eng an, verschlechtert sich die Durchblutung der darunterliegenden Körperpartien. Die Konsequenz: Die Gefässe versorgen die Haut nicht mehr ausreichend mit Blut, sie wird trocken und faltig. sehen in der Regel gut aus, aber jeden Morgen sollte man aufs Neue überprüfen, ob man sie wirklich anziehen will. Für die Gesundheit der Nieren kann diese Mode ziemlich gefährlich werden. Denn die Nierengegend bleibt ungeschützt. Dadurch können schmerzhafte Nierenbeckenentzündungen entstehen. Zugegeben: sind praktisch, schliesslich kann man in ihnen jede Menge verstauen und ist so auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das Problem: Die Taschen wiegen mitunter schwer, was kurzfristig zu einer einseitigen Belastung der Schulter führen kann. Langfristig sind Verspannungen, Fehlhaltungen und Rückenschmerzen die Folge. Viele Menschen sind der Meinung, eine müsse vor allem gut aussehen oder besonders teuer sein. Beides ist falsch: Man sollte beim Kauf besser auf etwas anderes achten. Eine Sonnenbrille ist nur dann gut, wenn sie die Augen vor UV-Strahlen schützt. Eine Sonnenbrille, die nur verdunkelt, tut dies nicht. Weil sich dadurch die Pupille erweitert und mehr Licht hereinlässt, kann sie sogar schädlich sein. Ein Mindestmass an Qualität wird durch das CE-Zeichen ausgedrückt. Auch sollte die Brille mit «100% UV» angeschrieben sein. Auch Kleidungsstücke für Männer können problematisch sein: So bereitet manchen Männern nicht nur das Binden von Krawatten Kopfzerbrechen. Laut einer von «Le Matin» zitierten Studie kaufen 67 Prozent der Männer zu enge Hemden und binden ihre Krawatten zu eng. In der Folge kann es zu Problemen mit der Blutzirkulation, Kopf-, Schulter- und Rückenschmerzen kommen.

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Den zweitägigen Ausflug in einen Wasserpark wird Peyton Foster so schnell nicht vergessen. Dies allerdings nicht, weil der Trip besonders toll war, sondern weil sich der 9-Jährige aus Hinsdale im US-Bundesstaat New York chemische Verätzungen zugezogen hatte. Die waren durch seine erst kürzlich gekauften Turnschuhe mit LED-Sohle ausgelöst worden (siehe Bildstrecke).

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Doch davon ahnte zunächst niemand etwas, wie seine Mutter Sherry Foster 20 Minuten erzählte. «Als er am ersten Abend nach Hause kam, klagte er, dass seine Füsse weh tun.» Doch als sie nachgeschaut habe, sei ihr nur aufgefallen, dass die Fusssohlen gerötet waren. «Ich dachte, sie seien einfach nur sehr kalt geworden.»

Rot verfärbt mit Blasen

Dass sie mit ihrer Einschätzung falsch lag, zeigte sich am nächsten Abend. Erneut klagte der 9-Jährige. Seine Füsse würden mittlerweile richtig brennen. Als seine Mutter dieses Mal nachschaute, «waren Fusssohle und -zehen doppelt so rot und wiesen Blasen auf», erinnert sich Sherry Foster.

Am nächsten Morgen suchten die beiden einen Fussspezialisten auf, der Ähnliches schon einmal gesehen hatte und gleich die richtigen Fragen stellte, wie Foster sagt. «Er wollte direkt wissen, was für Schuhe Peyton getragen hatte und wann sie aufgehört hatten, zu leuchten.» Das sei ihr zunächst komisch vorgekommen. «Aber tatsächlich brachte es des Rätsels Lösung.»

Brandsalbe für die geschundenen Füsse

Zu den chemischen Verätzungen ist es nach Auskunft des Arztes gekommen, weil die Schuhe während des Spielens nass geworden sind. Dadurch seien die Batterien in den Sneakern kaputt gegangen und hätten Säure freigesetzt, die Peytons Füsse angegriffen hätte.

Um deren Heilung voranzutreiben, verschrieb ihm der Arzt eine Silbersulfadiazin-Salbe, die häufig nach oberflächlichen Verbrennungen verabreicht wird, und verband die Füsse.

Ersatz und Klage

Dass ihr Sohn nun, statt die Sommerferien spielend mit seinen Freunden zu verbringen, seine Füsse hochlagern und schonen muss, stösst Sherry Foster sauer auf: «Ich wurde nicht gewarnt, dass so etwas geschehen kann. Dabei sind die Schuhe explizit für Kinder gedacht.»

Anderen Eltern, deren Nachwuchs ebenfalls Schuhe mit an- und ausschaltbarer Sohle trägt, rät sie, aufzupassen, dass diese nicht bei Regen oder beim Spielen mit Wasser getragen werden.

Zurück zu Hause nahm Sherry Foster Kontakt mit dem Hersteller auf, der ihr gleich anbot, gratis Ersatz zuzusenden. Doch davon will Foster nichts wissen, genauso wenig wie von solchen Produkten allgemein. Stattdessen denkt sie über eine Klage nach.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 10.07.2018 14:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arme Amerikaner

    Sorry liebe Amis, elektrisch leuchtende Schuhe im Wasserpark? Geht ihr auch mit dem Föhn duschen? Aber was erwartet man von Leuten die Tiere zum trocknen in die Mikrowelle stecken.

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  • Martin Brändle am 10.07.2018 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Only in America

    Dass Batterien in Verbindung mit Wasser eine schlechte Idee sind, müsste eigentlich logisch sein. Hauptsache den Hersteller jetzt fett einklagen.

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  • Dan Wesson am 10.07.2018 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    verbieten

    Es ist an der Zeit, dass Sinnloses verboten wie leuchtende Turnschuhe, dessen Batterie nicht einmal ersetzt werden kann verboten wird. Wegwerfgesellschaft nein danke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kritiker am 10.07.2018 20:57 Report Diesen Beitrag melden

    RTFM

    .. und ob es Herstellerhinweise gab und was da drin stand steht hier natürlich nicht .. RTFM. Wenn es diese aber gab und die Benutzung bei Nässe untersagt wurde dann sollten diese lustigen Leute für Rufschädigung auf mindestens 10 Millionen $ Schadensersatz verklagt werden. Davon möchte ich hier aber auch hören, dann könnte ich nämlich lachen.

  • Adi-lette am 10.07.2018 18:42 Report Diesen Beitrag melden

    Auch Adiletten sind äzend

    Wichtiges Thema, das die Welt in Atem hält! Ich hätte noch ein Ersatzthema: Heute hat meine Katze Durcbfall gehabt. Nach dem Konsum von Adilette-Sandalen. Nun ist ihr Anus verätzt. Kann ich Adidas verklagen?

  • Battery Man am 10.07.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastikfrust

    Das viele Plastik ist halt nicht nur im Coop ums Gemüse schlimm...

  • m.m am 10.07.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    sollten wasser aushalten!

    unser sohn hat gummistiefel die blinken. und hört auf mit sinnlos. am wochenende sehen wir wieder einweggrills oder andere produkte die 100 mal schlimmer sind. mit led's an den schuhen werden die kids besser gesehen.

  • Eufemio Bernasconi am 10.07.2018 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    Darwin

    Hoffe den eltern wird das kind entzogen. Wer so dumm ist mit elektrischen geräten ins wasser zu gehen kann/darf keine kinder haben

    • Kevin am 10.07.2018 16:15 Report Diesen Beitrag melden

      schönwetter-schuhe?

      in erster Linie sind es schuhe. und bei schuhen gehe ich schon davon aus, dass ich die nicht nur bei Sonnenschein und trockenen Verhältnissen tragen kann. komplettes durchnässen dürfte wahrscheinlich zu viel sein.

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