Rettende OP

09. Mai 2018 21:33; Akt: 09.05.2018 21:33 Print

Frau läuft Hirnflüssigkeit statt Rotz aus der Nase

Hinter Kendra Jacksons laufender Nase vermuteten Ärzte eine Allergie. Zu Unrecht! Auslöser war ein Loch zwischen Nase und Gehirn.

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Mehrere Jahre wagte sich Kendra Jackson nicht ohne einen grossen Vorrat an Taschentüchern vor die Tür, ihre Nase lief ununterbrochen. «Es war wie ein kontinuierlicher Wasserfall und dann lief es mir in den Rachen», so die Amerikanerin zum TV-Sender KETV-7 ABC.

Obwohl die tröpfelnde Nase von heftigen Kopfschmerzen und Schlafstörungen begleitet wurde, tippten ihre Ärzte immer wieder auf eine Allergie als Auslöser. Über Jahre hinweg. Jackson aber vermutete eine andere Ursache ihrer Leiden.

Von wegen Allergie

Wie richtig sie damit lag, zeigte sich bei einem Besuch des Nebraska Medical Centers in Omaha. Die dortigen Hals-, Nasen- und Ohrenärzte schauten sich den vermeintlichen Rotz genauer an und identifizierten ihn als Liquor cerebrospinalis (siehe Box), von dem Jackson täglich rund 237 Milliliter verloren hatte.

Zum Vergleich: Das Gehirn produziert etwa 503 Milliliter pro Tag.

Woher die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit stammte, förderten weitere Untersuchungen zutage. Dabei stiessen die Ärzte zwischen Jacksons Schädel und Nasenlöchern auf ein kleines Loch, durch das die Flüssigkeit kontinuierlich austrat.

Problem erkannt, Gefahr gebannt

Um Jackson ein für alle Mal von ihrem Leiden zu befreien, schloss das Team um Rhinologin Christie Barnes und Neurologe Dan Surdell das Leck im Kopf mit Jacksons eigenem Fettgewebe. Dabei operierten sie durch deren Nase – mit Erfolg. Wie das Spital mitteilt, dürfte sich die Patientin wieder vollständig erholen.

Wie es zu dem Loch gekommen ist, ist nicht ganz geklärt. Doch Jackson hat einen Verdacht. Sie geht davon aus, dass es mit einem Autounfall im Jahr 2013 zusammenhängt, bei dem sie mit dem Gesicht auf das Armaturenbrett geknallt war. Passen könnte das, schliesslich ist die mit Abstand häufigste Ursache einer Liquorrhö eine Schädelbasisfraktur.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bonifatz am 09.05.2018 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Unglaublich wie weit die Medizin schon ist. Freue mich für alle denen geholfen werden kann.Hauptsache weniger Leid.

    einklappen einklappen
  • Z.Z am 10.05.2018 04:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chappo

    Hut ab vor diesen Ärtzten. Die Welt braucht mehr solcher Menschen.

  • Valentina am 09.05.2018 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ende gut alles gut

    Schön das es ihr wieder gut geht! Alles gute weiterhin.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anna am 10.05.2018 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir hinken hintendrein

    Ich bin 54 und wurde 30 Jahre lang von Klinik zu Klink geschoben, von Arzt zu Arzt. Sog. beste Betreuung durch bekannte Kapazitäten. Aber ich bin hier als Simulantin und Hypochonder registriert. Letztes Jahr ging ich in eine Klinik in den USA. Nach 32 Jahren bin ich nun nach einem Eingriff und 8 Monaten Nachbehandlung gesund und glücklich. Ich habe innerhalb kürzester Zeit 13 kg Wasser verloren, und mein Herz schlägt normal. SO exotisch waren meine Beschwerden nun auch wieder nicht, dass man das hier bei uns nicht hätte erkennen können. Aber WAS für ein Gefühl, nach so langer Zeit die Symbiose meines Körpers und mir einfach lieben und leben zu können!

  • Serie am 10.05.2018 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dr. House

    genau diesen Fall gab es mal bei Dr. House. krass

  • Jay Jay Grunpot am 10.05.2018 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Hatte ich auch...schlimm

    Hatte das auch, lief wie eine Fontäne. Zum Glück konnte man das verschließen. Sonst wäre ich heute vielleicht nicht mehr oder dumm. ;o ((

  • Littlebluecat am 10.05.2018 09:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles

    gute der jungen Frau. Die Medizin erstaunt mich immer wieder. Natürlich gibt es für mich Grenzen. Ich bin klar gegen das Klonen etc. Für mich moralisch nicht vertretbar.

  • Prof.dr.med M. Håsselbørg am 10.05.2018 09:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wider ein Wow erlebnis

    Ahh deshalb liebe ich meinen Job als Neurochirurge. Es ist immer wider spannend, wie die Medizin uns auf die Probe stellt.