Neue Entwicklung

25. Mai 2018 16:23; Akt: 25.05.2018 23:06 Print

Russland gibt Doping-Manipulation zu

In einem Brief an die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat die russische Regierung erstmals systematisches Doping eingestanden.

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späte Einsicht: Der russische Sportminister Pawel Kolobkow während des Wada-Symposiums in Lausanne. (13. März 2017) (Bild: Keystone/Valentin Flauraud)

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In dem vom russischen Sportminister Pawel Kolobkow (48), dem sechsfachen Degen-Weltmeister und Einzel-Olympiasieger von 2000, sowie dem Chef des nationalen Olympischen und Paralympischen Komitees unterzeichneten Schreiben ist von «inakzeptablen Manipulationen im Anti-Doping-System» die Rede.

Wada-Chef Craig Reedie hatte diesen Brief bei der Wada-Versammlung in Montreal in der vergangenen Woche als den «ermutigendsten, den wie je erhielten» erwähnt. Russland will die Aufhebung der Sperre seiner nationalen Anti-Doping-Agentur (Rusada) durch die Wada erreichen.

Ein Schritt vorwärts

«Die schwere Krise, die den russischen Sport betrifft, wurde durch inakzeptable Manipulationen durch das russische Anti-Doping-System verursacht und durch die Untersuchungen unter Führung der Wada aufgedeckt», schrieben die höchsten Sportpolitiker Russlands in dem der französischen Sportzeitung «L'Equipe» vorliegenden Brief.

Sie betonen aber auch, dass die Russen mit den Ergebnissen des von der Wada in Auftrag gegebenen McLaren-Berichts nicht einverstanden seien. Der Bericht des gleichnamigen Chefermittlers Richard McLaren dokumentiert das staatliche orchestrierte Doping in Russland. «Darin sind unbewiesene Schlussfolgerungen enthalten», moniert Kolobkow. Diese könnten ausschliesslich durch ein Gericht und nach einer erschöpfenden Untersuchung bewiesen werden. Er verwies darauf, dass auch die russische Ermittlungsbehörde die Fälle untersuchten. Sollten Schuldige identifiziert werden, würden sie bestraft werden, so Kolobkow.

Mit dem Eingeständnis wurde ein wichtiger, von der Wada-Führung geforderter Punkt für eine Wiederanerkennung der Rusada erfüllt. Ein weiterer ist die Erlaubnis, dem Wada-Personal Zutritt ins Anti-Doping-Labor in Moskau zu gewähren, in dem u. a. im Zuge der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi in grossem Stil manipuliert worden war. Die Wada-Führung wird die neue Entwicklung am 14. Juni diskutieren.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simon am 25.05.2018 17:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schau an

    Wo sind denn jetzt die ganzen "Das ist alles nur eine politisch motivierte Lüge"-Experten?

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  • Herr Paternoster Live beim und im Anker am 25.05.2018 17:14 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    etwas zugeben was schon lange alle und all Wissen ist partout keine Kunst mehr

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  • m.m am 25.05.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum lachen

    auf eimal geben sie es zu. die sollten für immer gesperrt bleiben

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel am 25.05.2018 19:21 Report Diesen Beitrag melden

    Wadabericht

    Nach dem neusten Wadabericht liegen die zahlen für die erwischten Sportler 2016 vor. Platz 1 Italien, 2 Frankreich, 3 USA. Indien und Russland Platz 6. Italienisches Staatdoping?

  • Pinu am 25.05.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigen-Interesse vor Ehrlichkeit

    Russland auf dem Weg der Besserung? Dann bitte auch zugeben, dass die Krim 2014 rechtswidrig annektiert wurde und dass die Malysian-Airlines über der Ukraine durch Russische Einheiten abgeschossen wurde...

    • Peter Panzer am 25.05.2018 21:44 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Ewiger Kreis

      Danke, richtig. Aber passieren wird leider nichts.

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  • Al Cavallo am 25.05.2018 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Provokativ:

    Doping sollte einfach freigegeben werden. Wird sowieso überall gemacht - mehr oder weniger. Jeder schadet seiner Gesundheit selbst, wenn er übertreibt. Der US Pharmariese Amgen hat Verfahren, welche einen Nachweis verunmöglichen, da die Kontrollmethoden jeweils erst verzögert verbessert werden können. Siehe Lance A. Und die eingefrorenen Proben führen so erst im nachhinein zur Überführung der Sportler. Da ist das Geld schon geflossen. Bussen und Sperren schrecken scheinbar nicht ab.

  • Bud am 25.05.2018 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was Wunder.....

    na,also !!!

  • Suter Fridel am 25.05.2018 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglichkeit

    Also Putin kanns unmöglich gewesen sein. In dieser Zeit, weilte er in Moskau!