Zehn turbulente Jahre

19. März 2018 18:48; Akt: 19.03.2018 18:48 Print

Lara Guts lange Reise zum kompletten Glück

In den vergangenen Monaten hat die Tessiner Skifahrerin zu sich gefunden. Ihr Reifeprozess gipfelt in der Beziehung zu Fussballer Valon Behrami.

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Sie war das Mädchen, das sein aussergewöhnliches Talent früh offenbarte. Sie war der Teenager, der in seiner ersten Weltcup-Abfahrt in St. Moritz 2008 vor dem Ziel zu Fall kam und Dritte wurde. Sie war der Grund, weshalb ihr Vater das Risiko einging und seine Stelle als Berufsschullehrer aufgab. Sie war eine Hoffnungsträgerin, deren Name auf einen Schlag einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde: Lara Gut.

Der Sturz auf Platz 3 im Oberengadin war für die junge Tessinerin der Anfang einer aussergewöhnlichen Reise. Eine Reise, auf der sie zahlreiche Erfolge feierte, aber auch immer wieder aneckte. Der Alleingang mit ihrem Privatteam um Trainervater Pauli Gut sorgte regelmässig für rote Köpfe, letztlich gab es auch Probleme mit Swiss-Ski. Es ging um Kleidervorschriften und Sponsoringvorgaben, denen sich der Gut-Clan nicht fügen wollte.

Mehr Objekt als Mensch

Nicht erst da hatte die Öffentlichkeit ein Bild von der Tessinerin, das nicht nur positiv war. Manche Medien stellten sie als «Zicke» hin und nannten sie gar so, weil Gut sie ihre Unzufriedenheit spüren liess, wenn ihr eine Frage nicht passte oder ihr nicht nach einem Interview war. Vor allem aber fühlte sie sich oft missverstanden, auch weil Deutsch nur ihre «dritte Sprache» (Gut) ist, mit der sie sich nicht immer so präzis ausdrücken kann, wie sie das gerne möchte.

Bezeichnend war auch, was Gut im vergangenen September nach ihrem im Februar an der WM in St. Moritz erlittenen Kreuzbandriss sagte, als sie erstmals nach 228 Tagen wieder vor die Medien trat: «Nachdem ich den Gesamtweltcup gewonnen hatte, fragten mich alle, wo die Kristallkugel steht. Nachdem ich mich an der WM schwer verletzt hatte, wollten alle wissen, was mit meinem Knie ist. Doch niemand fragte, wie es mir geht.» Sie habe sich nur noch als Objekt gefühlt.

Knieverletzung als Segen

Wobei sie selbst ebenfalls stets die Athletin ins Zentrum gestellt hatte. «Das letzte Mal, als ich mir Zeit für mich selber gönnte, war ich 16 und noch ein Kind. Jetzt bin ich eine Frau», sagte Gut. «Ich habe feststellen müssen, dass ich in all den Jahren der Sportlerin Priorität eingeräumt habe, nie aber dem Menschen, der dahintersteht.»

Überhaupt sollten sich die Knieverletzung und die dadurch nötige Pause als zentral in Guts Reifeprozess erweisen. Sie zog im vergangenen Sommer von zu Hause aus, sie löste sich ein Stück weit von ihrem Vater, sodass sie heute die Entscheidungsträgerin ist, während er ihr wichtigster Ratgeber geblieben ist. Die räumliche Trennung brachte mit sich, dass die beiden als Vater und Tochter näher zueinanderfanden. «Nun habe ich meinen Dad wieder», so formulierte es Gut.

Die Augen leuchten wieder

Die 26-Jährige schien ihre innere Balance gefunden zu haben. Nur etwas fehlte ihr zum kompletten Glück: ein Mann an ihrer Seite. Ende Januar sprach sie auf Twitter dann von «meinem Freund», an den Olympischen Spielen sagte sie an einer Pressekonferenz, dass sie mit ihm zusammen erstmals den Dokumentarfilm «Laras Lauf» geschaut habe. Und dabei erstmals die Bilder ihres Sturzes von St. Moritz gesehen habe. Ihr Freund habe danach einen einzigen Satz gesagt: «Nach dem Unfall hast du wieder ein Leuchten in deinen Augen gehabt.»

Wie Gut am Sonntag auf Facebook bekannt gab, heisst dieser Freund Valon Behrami, einst ein Rebell, ein «arroganter Aussenseiter», wie er selbst einmal bekannte. Inzwischen ist der 32-jährige Tessiner längst gereift und ein Leader der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft. Auch er hat eine lange, zuweilen beschwerliche Reise hinter sich.

(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gian am 18.03.2018 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traumpaar? Eher traurig

    Traumpaar? Valon hat sich vor wenigen Wochen von seiner Frau getrennt. Nun ist auch klar wieso. Kinder & Frau sitzen gelassen. Und die Medien sprechen von Traumpaar. Ich finde das beschämend.

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  • Trauer am 18.03.2018 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unmöglich

    Und wieder wurde eine langjährige Partnerin abserviert

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  • Rosa Brille am 18.03.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja...

    ...Traumpaar ist für mich was anderes.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nadine am 20.03.2018 20:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache in den Medien

    Nur weil er bekannt ist will sie wohl davon selber profitieren. Dass er seine Frau abserviert hat und sich gleich eine neue sucht will sie sehen. Mehr als naiv die gute Frau. Zudem sieht der er aus als wäre er aus der Barbie Familie ausgebrochen.

  • Mirco Meier am 20.03.2018 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armutszeugnis

    Ehrlich gesgt hätte ich von Lara Gut mehr erwartet...wie man sich in Menschen täuschen kann...?! Sie lässt sich auf einen Charakterschwachen Kerl ein, der Frau und Kinder im Stich lässt, um auf sich aufmerksam zu machen. Offensichtlich brauchen beide Aufmerksamkeit, da sie mit Leistungen nicht von sich reden lassen können. Armutszeugnis!!!

  • chris am 20.03.2018 09:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zum fremdschämen

    Tut mir leid das so zu sagen, aber über die Grenze der Schweiz, kennt den Valon kein Mensch. Von Star oder Träum paar zu reden ist eher ein Wunsch oder die Verzweiflung nix derartiges zu haben im Land, das internationalen Rum hat. Einzig Roger Federer hat so ein Standing, alle anderen werden nur im Land wahrgenommen und über die Grenzen hinaus belächelt.

  • Nerven Säge am 20.03.2018 08:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nachrichten

    Ich hoffe, dass man nicht bis zum nächsten Winter Saisonbeginn jetzt ständig Neues über Lara Gut lesen muss. Es gibt wichtigeres im Leben.

    • onlineleserin am 20.03.2018 18:06 Report Diesen Beitrag melden

      Habt ihr richtige Probleme oder nicht?

      yes, mein Mageninhalt fährt jetzt dann gleich Lift!

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  • M.D am 20.03.2018 06:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh je

    Also, mir ist sie sehr unsympathischer geworden.