Eiskunstlauf

24. März 2018 15:29; Akt: 24.03.2018 19:31 Print

Ein Teenager deklassiert die Konkurrenz

Der 18-jährige Amerikaner Nathan Chen triumphiert an der Eiskunstlauf-WM in Mailand vor dem Japaner Shoma Uno und dem Russen Michail Koljada.

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Diese Leistung hätte auch zum Olymoiagold gereicht: Nathan Chen kam auf 321,40 Punkte. (Bild: AFP)

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In Abwesenheit des am Fuss verletzten Olympiasiegers Yuzuru Hanyu war Nathan Chen in der Kür eine Klasse für sich. Der Schützling von Erfolgscoach Rafael Arutunian zeigte nicht weniger als sechs Vierfachsprünge, wovon die ersten vier sauber waren. Chen war schon an den Winterspielen in Pyeongchang in der Kür der Beste gewesen, hatte jedoch wegen eines total verpatzten Kurzprogramms (18.) als Fünfer eine Medaille verpasst. Nun gab es für ihn mit dem ersten WM-Titel doch noch Grund zum Jubeln.

Chen realisierte mit 321,40 Punkten ein Total, das bislang einzig Hanyu (330,33) übertroffen hat und das auch an den Winterspielen zu Gold gereicht hätte. Die persönliche Bestleistung verbesserte er um beinahe 14 Zähler. Während sich Chen in Mailand in Topform präsentierte, konnte dessen grösster Konkurrent, Shoma Uno, sein Potenzial nicht mehr abrufen. Der japanische Olympiazweite blieb trotz des Gewinns der Silbermedaille weit unter seinen Möglichkeiten und verlor happige 47,63 Punkte auf Chen.

Mit dem gleichen Total von 273,77 Punkten wäre Uno, schon vor einem Jahr WM-Zweiter, in Pyeongchang lediglich Siebter geworden. Das sagt einiges aus über das Niveau an dieser Titelkämpfe. Wie Chen stand auch der drittplatzierte Michail Koljada (272,32) zum ersten Mal auf dem WM-Podest.

Eine sehr starke Leistung zeigte Deniss Vasiljevs, der von Stéphane Lambiel betreut wird und in Champéry im Wallis trainiert. Der 18-jährige Lette belegte dank einer persönlichen Bestmarke (254,86) den 6. Platz.

Papadakis/Cizeron triumphieren im Eistanz

Im Eistanz wurden Gabriella Papadakis/Guillaume Cizeron ihrer Favoritenrolle gerecht. Das französische Duo stellte sowohl in der Kür (123,47) als auch mit dem Total (207,20) einen «Weltrekord» auf und gewann zum dritten Mal nach 2015 und 2016 die WM-Goldmedaille. An den Winterspielen hatten sich Papadakis/Cizeron hauchdünn den Kanadiern Tessa Virtue/Scott Moir geschlagen geben müssen, die in Mailand fehlten und wohl keine Wettkämpfe mehr bestreiten werden.

Die weiteren WM-Podestplätze sicherten sich die Amerikaner Madison Hubbell/Zachary Donohue (196,64) und die Kanadier Kaitlyn Weaver/Andrew Poje (192,35).

(sda)