105. Tour de France

12. Juli 2018 16:43; Akt: 12.07.2018 22:52 Print

Irischer Coup in der Bretagne

Die erste Bergankunft der diesjährigen Tour de France geht mit dem Sieg des Iren Daniel Martin zu Ende. Seinen Angriff am Schluss kann niemand kontern.

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Grosse Freude: Omar Fraile jubelt im Ziel nach dem grössten Sieg in seiner Laufbahn. (21. Juli 2018) Ganz oben: Der spanische Astana-Profi nach der 14. Etappe der Tour in Mende. Der Brite Geraint Thomas verteidigt souverän sein Leadertrikot. Das Feld pedalt während des 14. Teilstücks durch die wunderschönen Landschaften im Süden Frankreichs. Der Leader sprintet vor seinen Konkurrenten dem Ziel entgegen: Geraint Thomas setzt sich auch in der Königsetappe durch und gewinnt als erster Brite auf der Alpe d'Huez. (19. Juli 2018) Sein Landsmann und Teamkollege Chris Froome (r.) muss sich mit Rang 4 begnügen. Im Gesamtklassement liegt der Tour-Vorjahressieger 1:38 Minuten hinter Thomas. Der Franzose Romain Bardet (l.) beendet die Etappe zeitgleich mit Froome als Vierter und der Niederländer Tom Dumoulin (r.) erreicht das Ziel mit zwei Sekunden Rückstand auf den Gesamtführenden an zweiter Stelle. Der Tagessieger ist nach dem Aufstieg auf 1850 Meter über Meer von den Strapazen gezeichnet. Auch Dumoulin muss auf der 175,5 Kilometer langen Königsetappe beissen. Auf dem Streckenabschnitt hinauf zum beliebten Wintersportort kommen die Zuschauer den Fahrern ganz nahe, wodurch immer wieder brenzlige Situationen entstehen. Vincenzo Nibali bekommt das zu spüren: Der Vierte des Gesamtklassements fährt im Rauch von Petarden auf ein Polizei-Motorrad auf und stürzt. Der Italiener beisst zwar auf die Zähne und kommt mit nur 13 Sekunden Rückstand als Siebter ins Ziel. Am späten Donnerstagabend muss er aber wegen eines erlittenen Wirbelbruchs aufgeben. Wird für seinen kurz vor dem Ziel lancierten Antritt belohnt: Geraint Thomas entscheidet die 11. Etappe der Tour de France solo für sich. (18. Juli 2018) Der Brite übernimmt nach der ersten Bergankunft der Rundfahrt die Gesamtführung und trägt am Donnerstag beim Erklimmen der Alpe d'Huez das Maillot Jaune. Teamkollege und Landsmann Chris Froome (l.) sowie der Niederländer Tom Dumoulin erreichen 20 Sekunden später das Ziel. Ersterer liegt im Gesamtklassement nun als Zweiter 1:25 Minuten hinter dem Leader, während Dumoulin als Drittplatzierter 1:44 Minuten Rückstand hat. Greg van Avermaet aus Belgien ist bei der zweiten Alpenetappe noch im Gelben Trikot unterwegs, muss dieses nach der Ankunft (als 71.) in La Rosière allerdings wieder abgeben. Der Schweizer Mathias Frank (2.v.l.) hält lange an der Spitze mit, ehe er bei der Abfahrt vom Cormet de Roselend stürzt, danach aber weiterfahren kann. In den Alpen sind die Tour-Teilnehmer sowohl beim Bewältigen von Anstiegen als auch bei den Abfahrten enorm gefordert. Ein Einheimischer entscheidet die erste Bergetappe für sich: Der Franzose Julian Alaphilippe feiert bei der Zieleinfahrt seinen Tagessieg. (17. Juli 2018) Der 26-Jährige aus dem Team QuickStep Floors schüttelte im letzten Anstieg des Tages hinauf zum Col de la Colombière seinen Fluchtgefährten ab. Leader Greg Van Avermaet aus Belgien hält in den Alpen gut mit und baut als Etappenvierter seinen Vorsprung in der Gesamtwertung aus. Die Zuschauer feuern die Fahrer während der Etappe mit vielen Höhenmetern an. Dieser besonders kreative Fan schwenkt in den französischen Alpen die Schweizer Flagge. Einen Tag nach der 10. Etappe von Annecy nach Le Grand-Bornand erwartet die Tour-Teilnehmer in den Bergen zwei Anstiege der höchsten Kategorie. Grosser Triumph: John Degenkolb jubelt nach der Zieleinfahrt in Roubaix. (15. Juli 2018) Im Finish haben Leader Greg Van Avermaet (M.) und Yves Lampaert das Nachsehen. Zahrleiche Fahrer stürzen bei der sonntäglichen «Mini-Classique», darunter der auch der zum Favoritenkreis zählende Australier Richie Porte (r.). Die endschnellen Favoriten überrascht: Dylan Groenewegen (g. l.) siegt in Chartres. (13. Juli 2018) Im Spurt zugeschlagen: Daniel Martin jubelt im Ziel der 6. Etappe der Grande Boucle. (12. Juli 2018) Der irische Routinier setzt sich an der Mûr de Bretagne durch – ein feiner Triumph für den 31-Jährigen. Greg van Avermaet kann sein Leadertrikot mit Erfolg verteidigen. Vive la France – der grösste Radsportevent des Jahres zieht nicht nur die Franzosen in ihren Bann. La France, wie Gott das Land schuf: Faszinierende und romantische Bilder der Tour. Mitten durchs Dorf: Das Feld fährt mit einem Höllentempo dem Ziel der 6. Etappe entgegen. Warten auf die Helden auf zwei Rädern: Fans in der Bretagne. Alt und jung sind von der Tour begeistert: Ein Mädchen in traditioneller bretonsicher Tracht. Hasen sind neben den Strassen keineswegs unerwünscht. Das Feld in der Provinz: Impressionen von der Tour de France 2018.

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Der Aufstieg zum Zielort an der Mûr-de-Bretagne, eine 2 km lange Rampe mit durchschnittlich knapp 7 Steigungsprozenten, konnte unter den Favoriten auf den Gesamtsieg natürlich keine vorentscheidenden Abstände bewirken. Dafür war die Steigung zu wenig lang.

Verlierer gab es dennoch, wenngleich dies eher dem Pech zuzuschreiben war. Der Niederländer Tom Dumoulin, der Gesamtsieger des letztjährigen Giro d'Italia, erlitt sechs Kilometer vor dem Ziel einen Defekt und verlor dadurch 53 Sekunden auf Etappensieger Daniel Martin. Und auch der Franzose Romain Bardet büsste durch einen Materialschaden gut eine halbe Minute ein.

Für Dumoulin hatte die Jury hinterher noch eine unliebsame Überraschung bereit. Der Niederländer, der sich bei seiner Aufholjagd nach dem Defekt hinter seinen Mannschaftswagen geklemmt hatte, wurde mit 20 Sekunden Zeitstrafe belegt; wegen unerlaubtem Windschattenfahren.

Der Topfavorit büsste Sekunden ein

Den Tagessieg sicherte sich der bereits 31-jährige Routinier aus Irland. 1,2 km vor dem Ziel trat Martin an, und das einmal entstandene Loch vermochte niemand mehr zu schliessen. Martin siegte eine Sekunde vor dem Franzosen Pierre Latour und drei Sekunden einer grösseren Gruppe, die vom Spanier Alejandro Valverde angeführt wurde. Der Brite Chris Froome, der Topfavorit schlechthin, liess am Ende eine kleine Lücke offen. Der vierfache Tour-Gesamtsieger büsste so acht Sekunden ein.

Greg van Avermaet verteidigte sein Leadertrikot mit Erfolg. Der Belgier erreichte das Ziel als 12. der Etappe, zeitgleich mit Valverde. Damit behauptete sich Van Avermaet, der schon seit Montag die Gesamtwertung anführt, einen weiteren Tag im Leadertrikot. Er liegt nun 3 Sekunden vor dem Briten Geraint Thomas und 5 Sekunden vor dem amerikanischen Teamkollegen Tejay Van Garderen.

Windige Etappe

Aufregung gab es bereits 100 km vor dem Ziel, als sich wegen des Windes Staffeln bildeten und das Feld in drei Teile zersplittert wurde. Nairo Quintana konnte aus der zweiten Gruppe relativ rasch wieder aufschliessen, aber der Slowene Primoz Roglic, der in ein drittes Feld zurückgefallen war, musste hart kämpfen. Mit Hilfe seiner Mannschaft fand der Gesamtsieger der Tour de Romandie erst knapp 30 km später wieder den Anschluss.

Am Freitag dürften die Sprinter wieder eine Chance erhalten. Zwischen Fougères und Chartres steht die mit 231 km längste Etappe der aktuellen Tour auf dem Programm, doch der Parcours ist vorwiegend flach, im Finale gar topfeben.

105. Tour de France. 6. Etappe, Brest - Mûr-de-Bretagne (181 km): 1. Daniel Martin (IRL) 4:13:43. 2. Pierre Latour (FRA) 0:01 zurück. 3. Alejandro Valverde (ESP) 0:03. 4. Julian Alaphilippe (FRA). 5. Rafal Majka (POL). 6. Adam Yates (GBR). 7. Bauke Mollema (NED). 8. Peter Sagan (SVK). 9. Geraint Thomas (GBR). 10. Primoz Roglic (SLO).

11. Richie Porte (AUS). 12. Greg van Avermaet (BEL). 13. Nairo Quintana (COL). 14. Vincenzo Nibali (ITA). 15. Jakob Fuglsang (DEN). 16. Mikel Landa (ESP), alle gleiche Zeit. 17. Tejay Van Garderen (USA) 0:06. 18. Chris Froome (GBR) 0:08. 19. Rigoberto Uran (COL) 0:11. 20. Warren Barguil (FRA) 0:12. 21. Bob Jungels (LUX). Ferner: 26. Egan Bernal (COL). 31. Philippe Gilbert (BEL), alle gleiche Zeit. 33. Romain Bardet (FRA) 0:31. 46. Tom Dumoulin (NED) 0:53 (0:20 Zeitstrafe). 74. Stefan Küng (SUI) 2:17. 77. Mathias Frank (SUI), gleiche Zeit. 100. Silvan Dillier (SUI) 5:38. 147. Michael Schär (SUI) 14:30. - 170 Fahrer gestartet und klassiert.

Gesamtklassement: 1. Van Avermaet 22:35:46. 2. Thomas 0:03. 3. Van Garderen 0:05. 4. Alaphilippe 0:06. 5. Gilbert 0:12. 6. Jungels 0:18. 7. Uran 0:45. 8. Valverde 0:51. 9. Majka 0:52. 10. Fuglsang 0:53. 11. Porte, gleiche Zeit. 12. Landa 0:55. 13. Yates 1:02. 14. Froome, gleiche Zeit. Ferner: 16. Nibali 1:08. 17. Roglic 1:17. 19. Dumoulin 1:23. 21. Martin 1:27. 22. Bernal 1:30. 23. Bardet 1:45. 27. Quintana 2:10. 45. Frank 5:00. 69. Küng 9:20. 122. Dillier 23:18. 151. Schär 34:16.

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(fal/sda)

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