GP von Grossbritannien

08. Juli 2018 14:59; Akt: 08.07.2018 20:24 Print

Vettel siegt trotz Aufholjagd von Hamilton

In einem turbulenten Rennen setzt sich der Deutsche gegen den Mercedes-Piloten durch. Mit seinem 51. GP-Sieg baut er seine WM-Führung aus.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schon der Start sorgte in Silverstone für viel Aufregung. Vettel, der im Qualifying 44 Tausendstelsekunden langsamer war als Hamilton im Mercedes mit der Nummer 44, schoss gleich in Führung. Dahinter krachte es zwischen Kimi Räikkönen und Hamilton. Der Weltmeister drehte sich und fiel auf Position 18 zurück, der Finne kassierte eine 10-Sekunden-Strafe.

«Absicht und ein taktisches Manöver von Ferrari, um uns zu schwächen», schimpften einige Mercedes-Verantwortliche. «Es war zwar mein Fehler, aber ein normaler Zwischenfall, wie er beim Start immer passieren kann», konterte der in Baar ZG wohnhafte Räikkönen.

Hamilton startete nach seiner 76. Pole-Position eine tolle Aufholjagd und profitierte auch von zwei Safety-Car-Phasen, die durch den Unfall von Marcus Ericsson (Alfa Romeo Sauber) und den Crash zwischen Romain Grosjean (Haas-Ferrari) und Carlos Sainz (Renault) ausgelöst worden waren. Am Ende gab es für den 33-jährigen Briten den 124. Podestplatz, aber nicht den Rekord, sechsmal in Silverstone gewinnen zu können. Da bleibt er gleichauf mit Jim Clarke und Alain Prost. Auch Ayrton Sennas Bestmarke von fünf Siegen hintereinander auf der gleichen Strecke erreichte er nicht. Der 1994 tödlich verunfallte Brasilianer schaffte dies in Monaco zwischen 1989 und 1993.

Durch die Safety-Car-Phasen konnte Hamilton seinen Rückstand auf die Spitze von 23 auf unter eine Sekunde reduzieren. Doch an Vettel kam er nicht vorbei. Lange leistete Teamkollege Valtteri Bottas Schützenhilfe, der Vettel bis zur 46. Runde in Schach halten konnte. Doch dann bauten seine Reifen stark ab und der Finne musste sich am Ende mit Rang vier begnügen.

Vettel biss sich mit Schmerzpflaster durch

Mit seinem vierten Sieg im zehnten von 21 Saisonrennen baute Vettel seine Führung in der Gesamtwertung aus. Er reist in zwei Wochen mit einem Vorsprung von acht Punkten (171:163) auf Hamilton zu seinem Heimrennen auf dem Hockenheimring. Für den Wahl-Thurgauer war es der 51. GP-Triumph, damit schloss er zu Alain Prost auf. Mehr Siege haben nur Michael Schumacher (91) und Hamilton (65) auf dem Konto. Für Ferrari war es der erste Triumph auf der Insel seit 2011 (Fernando Alonso). Seither hatte immer Mercedes gewonnen.

Bemerkenswert an der Leistung des 31-jährigen Deutschen: Er stand das Rennen mit grossen Schmerzen durch. Nach dem dritten Training am Samstag klagte Vettel über Nackenschmerzen und verbrachte die Pause bis zum Qualifying praktisch nur beim Physiotherapeuten. Das Rennen bestritt er dann mit einem grossen Schmerzpflaster am Nacken. «Wenn das Adrenalin fliesst, vergisst du alle Beschwerden», sagte ein glücklicher Vettel. «Ein Superstart, ein Superrennen, ein Hammerergebnis, auch wenn der Safety Car noch einmal Pfeffer ins Spiel gebracht hat.»

Sauber verschenkt WM-Punkte

Für das Hinwiler Sauber-Team war der GP von Grossbritannien ein Rennen zum Vergessen. Supertalent Charles Leclerc, der in den vergangenen sechs Rennen fünfmal in den Top Ten klassiert war, lag als Achter erneut souverän auf einem Punkterang. Doch beim Boxenstopp in der 19. Runde schlampten die Mechaniker aus dem Zürcher Oberland: Gleich nach dem Rausfahren wurde dem 20-jährigen Monegassen per Funk befohlen, das Auto abzustellen. Die Rennkommissäre leiteten eine Untersuchung ein und dürften das Team noch in irgendeiner Form bestrafen.

Auch Marcus Ericsson durfte von WM-Punkten träumen. Doch dem Schweden wurde nach 33 Runden ein technisches Problem zum Verhängnis. Nach der DRS-Zone auf der Startzielgeraden blieb der Heckflügel offen - Ericsson donnerte bei über Tempo 300 km/h in die Streckenbegrenzung. Für Sauber war dies der erste Doppel-Ausfall seit Monaco 2017.

Silverstone (GBR). Grand Prix von Grossbritannien:1. Sebastian Vettel (GER), Ferrari, 1:27:29,784 (209,972 km/h). 2. Lewis Hamilton (GBR), Mercedes, 2,264 Sekunden zurück. 3. Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari, 3,652. 4. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, 8,883. 5. Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull-Renault, 9,500. 6. Nico Hülkenberg (GER), Renault, 28,220. 7. Esteban Ocon (FRA), Force India-Mercedes, 29,930. 8. Fernando Alonso (ESP), McLaren-Renault, 31,115. 9. Kevin Magnussen (DEN), Haas-Ferrari, 33,188. 10. Pierre Gasly (FRA), Toro Rosso-Honda, 34,129. 11. Sergio Perez (MEX), Force India-Mercedes, 34,708. 12. Stoffel Vandoorne (BEL), McLaren-Renault, 35,774. 13. Lance Stroll (CAN), Williams-Mercedes, 38,106. 14. Sergej Sirotkin (RUS), Williams-Mercedes, 48,113. 15. sechs Runden zurück (nicht im Ziel): Max Verstappen (NED), Red Bull-Renault. - 20 Fahrer gestartet, 15 klassiert.

WM-Stand (10/21). Fahrer: 1. Vettel 171. 2. Hamilton 163. 3. Räikkönen 116. 4. Ricciardo 106. 5. Bottas 104. 6. Verstappen 93. 7. Hülkenberg 42. 8. Alonso 40. 9. Magnussen 39. 10. Sainz 28. 11. Ocon 25. 12. Perez 23. 13. Gasly 19. 14. Leclerc 13. 15. Grosjean 12. 16. Vandoorne 8. 17. Stroll 4. 17. Ericsson 3. 18. Hartley 1. - Teams: 1. Ferrari 287. 2. Mercedes 267. 3. Red Bull-Renault 199. 4. Renault 70. 5. Haas-Ferrari 51. 6. Force India-Mercedes 48. 7. McLaren-Renault 48. 8. Toro Rosso-Honda 20. 9. Alfa Romeo Sauber-Ferrari 16. 10. Williams 4.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Deutschland am 22. Juli in Hockenheim.

Motorsport

(SDA)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Raffi am 08.07.2018 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gridgirls

    Ich vermisse die Gridgirls Ohne die hübschen Damen macht F1 keinen spass mehr.

    einklappen einklappen
  • Miki Lodda am 08.07.2018 15:37 Report Diesen Beitrag melden

    Regelwust tötet F1

    Danke liebe Liberty Media und FIA mit eurem Regelwust an Bestrafungen und Untersuchungen werde ich nach 45 Jahren ab heute keine F1 Rennen mehr konsumieren! Alle blabern wegen langweiligen Rennen, berühren sich 2 Fahrzeuge werden Strafen verhängt von Hobby TV Kommentatoren beraten von EX Fahrern! Ebenso wird so die Meisterschaft nach dem gusto der Liberty Media beeinflusst und Ihr Lieblings Werbeträger wo ja eindeutig der besser zu Vermarkdende Hamilton ist! Zum glück läuft ja Batman wieder im TV, tschüss F1 RIP!

    einklappen einklappen
  • Schwarz Jo am 08.07.2018 16:44 Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch Ferrari

    Glückwunsch Sebastian Vettel!!! Sehr stark Ferrari.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Stieger am 09.07.2018 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Theater in 20 Akten

    Ich finde die Formel 1 ist zu einem Kindergarten geworden. Das ganze hat in meinen Augen nichts mehr mir Autorennen zu tun sondern ist reiner Kasperletheater.

  • T.R. am 09.07.2018 16:41 Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister

    ich hoffe, dass Ronaldo (der Brasilianer) Weltmeister wird.

  • m.n am 09.07.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2013

    nicht seit 2011 siegte nur noch mercedes. 2013 siegte weber im redbull. wenn ihr schon was schreibt dann bleibt bei den richtigen fakten. danke

  • Urs am 09.07.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht reicht es diesmal

    Ohne nun gross gegen Hamilton zu sein oder pro Vettel denke ich es wäre an der Zeit das Vettel auf einem Ferrari die WM gewinnt, die Mercedes dürfen sich nicht beschweren bei dem was die in den letzten Jahren alles gewonnen haben und sie dürften es verkraften wenn sich die Geschichte mit dem Deutschen Fahrer und dem Italienischen Renner wiederholt wir einst bei Schuhmacher, er muss ja nicht gleich 5 Titel in Serie gewinnen aber es wäre für Vettel ein Kindheitstraum und für die Formel 1 ein Gewinn wenn wieder ein Renner aus Maranello die WM gewinnt, Raikönnen wäre es ebenso zu gönnen aber er macht leider zu oft unsinnige Sachen und beraubt sich seiner Chancen, den Crash von Silverstone z.b es war keine Böse Absicht aber wieder eine Typische Raikönnen mit dem Finnischen Dickkopf durch die Wand Aktion.

  • Big-J am 09.07.2018 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hamilton

    Hamilton der Neymar der F1. Damit ist alles gesagt.

Moto GP News