Lausanne-Sport

14. Mai 2018 21:53; Akt: 15.05.2018 10:16 Print

Spielabbruch bringt Liga in Zugzwang

Die Liga strebt im Fall Lausanne ein schnelles Urteil an, weil die letzte SL-Runde noch aussteht. Die Polizei gab derweil weitere Details zum schwarzen Sonntag bekannt.

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Am Tag nach den hässlichen Szenen und dem Spielabbruch bei Lausanne gegen Thun informierte die Disziplinarkommisssion der Swiss Football League (SFL), dass sie ein Verfahren gegen den Absteiger eröffnet hat. «Der Fall ist da», sagt Daniele Moro, Vorsitzender der Kommission, gegenüber 20  Minutes, «mehr kann ich im Moment nicht sagen.» Die Sanktionen gegen die Waadtländer können neben Bussen auch Geisterspiele oder Punktabzüge beinhalten. Die Liga muss nun ein schnelles Urteil fällen. Werden die Berner Oberländer zum Forfait-Sieger (3:0) erklärt, wäre ihre Chance auf Platz 5, der die Teilnahme zur Qualifikation der Europa League garantiert, vor der letzten Runde am Samstag intakt.

Auch hinter den Kulissen des Clubs ging es einen Tag nach dem besiegelten Abstieg hektisch zu. Nicht wegen des sportlichen Scheiterns. Vielmehr hielten die unrühmlichen Ereignisse im Stadion die Verantwortlichen auf Trab. «Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass wir so bald wie möglich eine Nachbesprechung mit der Polizei und der Stadionsicherheit organisieren werden, um genau abzuklären, was passiert ist», wurde Vize-Präsident Stefan Nellen in 24heures.ch zitiert.

Verletzte und Verhaftungen

Die Waadtländer Polizei gab am Montag weitere Details zum schwarzen Sonntag bekannt. Demnach soll es bei der Ankunft der Thuner Fans am Bahnhof zu Unruhen gekommen sein, bei der ein SBB-Angestellter von einem Sprengkörper leicht verletzt wurde. Der fehlbare Thun-Anhänger wurde später identifiziert.

Schon zuvor soll es in Thuner Fan-Foren Provokationen in Richtung der Lausanner gegeben haben, weshalb 20 Ultras die Berner vor dem Spiel in Empfang nehmen wollten. Gerüchten nach könnten es auch Ultras des Lausanne Hockey Club gewesen sein, die danach am Platzsturm beteiligt gewesen sein könnten, vor dem die Chaoten ein Sicherheitsnetz überwunden hatten.

Die Super-League-Partie zwischen Lausanne und Thun ist am Sonntag, 13. Mai, abgebrochen worden. Chaoten haben den Platz der Pontaise gestürmt. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)

Dieses hartnäckige Gerücht wurde von der Mediensprecherin der Kantonspolizei weder bestätigt noch dementiert. Aus Erfahrung wisse man jedoch, so die Polizeisprecherin, dass manchmal Allianzen von Anhängern unterschiedlicher Vereine eingegangen würden. «Diese Hypothese ist daher a priori nicht völlig unbegründet», sagte sie gegenüber 24heures.ch.

13 Festnahmen – darunter eine Person aus Bern

Im Anschluss an die Partie überprüfte und identifizierte die Kantonspolizei in der Stadt rund ein Dutzend in Lausanne wohnhafte Personen im Alter zwischen 20 und 42 Jahren. 13 Personen wurden festgenommen. Zwölf gehören der Gruppierung der Ultras an, eine Person kommt aus Bern. Über die Identität und mögliche Vorstrafen gibt die Polizei keine Informationen heraus. Die Auswertung verschiedener Daten und Videoaufnahmen wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber man werde harte Sanktionen verhängen. Die Identität und die Art und Höhe der Strafen werden indes nicht kommuniziert.

(20 Minuten)