Schon unter Druck

13. März 2018 08:02; Akt: 14.03.2018 09:52 Print

Diese Probleme müssen die ZSC Lions lösen

von Marcel Allemann - Beim ersten Playoff-Heimspiel stehen die ZSC Lions bereits unter Druck. Für die Zürcher wird es anspruchsvoll, da sie in Spiel 1 zu viele Baustellen offenbarten.

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1. Spielkultur: Jahrelang fluchten die Gegenspieler der anderen Vereine, wenn die ZSC Lions zu Gast waren. Denn die Zürcher liefen ihnen in der Offensivzone um die Ohren, bewegten ihre Beine und Stöcke, kreisten herum, liessen den Puck laufen. Stress pur also für die Verteidiger, die oft nichts anderes tun konnten, als hinterherzueilen, und dennoch meistens einen Schritt zu spät waren. Doch das war einmal. Die ZSC Lions haben nicht nur ihre Siegermentalität verloren, sondern in den letzten anderthalb Jahren auch gleich noch ihre Spielkultur. Heute ist keiner mehr gestresst, wenn die Zürcher kommen.

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2. Defensive: Einst stellten die ZSC Lions die beste Verteidigung im Land. Damals war Mathias Seger Nati-Captain, Severin Blindenbacher bei bester Gesundheit und der beste Verteidiger der Liga. In ihrem Sog wurde auch Patrick Geering immer besser. Stand heute: Ausser Geering reicht keiner den höchsten Ansprüchen und kann permanent einen gepflegten Spielaufbau orchestrieren. Am zweitbesten macht das aktuell der noch völlig unerfahrene Youngster Tim Berni (18). Kevin Klein ist zwar ein gerade im Playoff wichtiger Muskelbrocken, aber auch immer wieder mal für knackige Puckverluste gut. Seger spielte am Samstag in Zug zwar sehr passabel, aber gehört eben der Ü40-Fraktion an. Bei Samuel Guerra, Dave Sutter und Phil Baltisberger ist es indes schon ein Erfolg, wenn sie ihre Fehlerquote halbwegs tief halten können.

3. Offensive: In den letzten vier Spielen haben die ZSC Lions jeweils ein Tor pro Partie erzielt. So kann man keine Spiele gewinnen, schon gar nicht gegen Zug. Ernsthafte Torgefahr geht eigentlich nur von Fredrik Pettersson aus, solche heraufbeschwören können allenfalls noch Pius Suter und Roman Wick. Das ist viel zu dünn.

4. Disziplin: «Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht», ärgerte sich Captain Geering nach der 1:4-Playoffauftakt-Niederlage in Zug und sprach dabei die zu vielen Strafen an. Besonders ärgerlich sind solche bei vermeidbaren Vergehen wie Stockschlägen, Halten oder Haken, die am Samstag sechs der acht Zwei-Minuten-Strafen ausmachten. Sie deuten nicht auf Härte hin, sondern darauf, dass man entweder zu langsam ist oder ohne Disziplin.

5. Teambalance: Jahrelang waren die ZSC Lions (zumindest auf dem Papier) gemeinsam mit Bern das am besten ausbalancierte Team. Das war einmal. Nachdem sich Robert Nilsson, Severin Blindenbacher und Christian Marti verletzt abgemeldet haben, erst recht. Viele wie Inti Pestoni, Fabrice Herzog, Ronalds Kenins, Drew Shore, Mike Künzle und Samuel Guerra haben zuletzt beim ZSC konstant an Marktwert verloren. Und auch die Brüder Phil und Chris Baltisberger überzeugen derzeit nicht. Der EVZ verfügt inzwischen über mehr Tiefe und hat die heisseren Spieler im Kader.

6. Ausländer: Drew Shore ist ein Totalausfall. Linden Vey bislang eine grosse Enttäuschung. Genauso Lauri Korpikoski. Mattias Sjögren ist verletzt, aber auch sonst vom Naturell her keiner, der die aktuellen Probleme der ZSC Lions lösen kann. Das kann auch Pascal Pelletier nicht, der eigentlich für das Farmteam GCK Lions vorgesehen ist. Brauchbar bis gut sind einzig Kevin Klein und Fredrik Pettersson. Das ist gegen eine Mannschaft wie Zug mit vier starken Söldnern (Stalberg, Roe, McIntyre, Klingberg) zu wenig.

7. Selbstvertrauen: Die Zuger sind als Vize-Meister und Quali-Zweiter mit viel Selbstverständnis und Selbstvertrauen unterwegs. Das spürt man. Anders die ZSC Lions. Nach einer verkorksten Saison müssen sie sich diese Elemente erst erarbeiten. Ob die Zeit dafür im Playoff noch reicht?

Noch ist es für die ZSC Lions nicht zu spät. Der Playoff-Modus macht dies möglich. Aber derzeit gibt es nicht viel, was für sie spricht.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Analytiker am 13.03.2018 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Papier und Realität

    Tja, auf dem Papier hat der ZSC ein Meister-Kader. In der Realität sind sie in allen Bereichen eben nur Mittelmass. Die Serie geht an Zug in max. 6 Spielen.

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  • Pierre am 13.03.2018 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kossmann kam zu spät

    Saison abhaken. Fazit: die schwedische Wohlfühl Philosophie war für den Z das falsche Rezept. Wenigstens etwas gelernt. Hoffetli.

  • ZSC4ever am 13.03.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    extrem hart aber wahr

    von A-Z genau richtig analysiert. Besser kann man die Situation beim Z nicht beschreiben. Ich frage mich nur wieso das so gekommen ist. Irgendwie sind fast alle in der Entwicklung stehen geblieben oder haben Rückschritte gemacht. Haben wir das dem ex-Sportchef oder den beiden schwedischen Trainern zu verdanken? Ich war schon als der Z noch ein Liftclub war ein treuer Fan und ewiger Optimist, doch im Moment fehlen auch mir leider die Argumente was passieren muss, denn ich habe auch das Gefühl mit diesem Kader ist momentan nicht mehr möglich, damit die Saison nicht zum 3. mal in Serie viel zu früh zu Ende ist. Ich weiss nur eines die zahreichen Z Fans hätten das nicht verdient.

Die neusten Leser-Kommentare

  • plo am 13.03.2018 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    srf zeigt davos-biel warum?

    kann mir jemand sagen wieso heute abend im srf 2 davos - biel gezeigt wird und nicht zsc- evz?

    • scoyo am 13.03.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

      Darum

      SRF ist Davos- und Bern-Fan. Und dafür zahlen die anderen Fans die Billaggebühr....

    • und ihr wollt den Propagandasender am 13.03.2018 19:34 Report Diesen Beitrag melden

      zum ko.....en

      leider hat mich das nicht gewundert Zug Nr 2 also Logischerweise sollten die an der Reihe sein aber halt dann könnte es ja sein das Davos Ende Jahr dem einen oder anderen SRF Typen keine Eintrittskarten zukommen lässt für das Plauschturnier

    • And1 am 13.03.2018 20:05 Report Diesen Beitrag melden

      SRF HCD

      Eigentlich wäre es logisch dass man heute Zug - ZSC zeigt. Das zeigt wieder die neutrale Berichterstattung des SRF! Verstehe immer noch nicht wie diese 70% zustande gekommen sind in meinem Umfeld hat Niemand Nein gestimmt.

    • sil am 13.03.2018 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @plo

      ....und wieso sollte man zsc-zug zeigen?,kannst du mir das erklären??

    • And1 am 13.03.2018 20:09 Report Diesen Beitrag melden

      @sil Darum

      Weil Zug Zweiter ist nach der Quali?

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  • Hunrod am 13.03.2018 19:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Disqualifizieren

    Mit solchen Fans müsste der ZSC disqualifiziert werden. Eine Schande für Zürich!

  • NoName am 13.03.2018 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Z Spieler & Fans

    Die Z Spieler & Fans (=Hooligans) können nix anderes als randalieren, sowohl auf dem Eisfeld als auch in der Stadt.... das Team "spielt" (=schiebt die Scheibe hin und her) xx Minuten in Unterzahl und die Hooligans müssen für die von ihnen angerichteten Schaden in Zug aufkommen. Richtig so.... Good bye ZSC

    • BigMac am 13.03.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Z Spieler & Fans

      Du meinst die sogenannten FCZ-Fans... oder?

    • SuperMoon am 13.03.2018 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      @BigMac

      Nein, hier sind die teilw. vermummte ZSC Fans/Hooligans gemeint, die im Pickwick-Pub in Zug randaliert haben und von der Polizei verhaftet wurden...

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  • The Peer am 13.03.2018 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp

    Was soll die Panik?? Wenn für den EVZ nur ein 3:1 gegen einen grottenschlechten ZSC herausschaut, was passiert denn, wenn der ZSC ein bisschen die Kurve kriegt? Ich sage immer noch der EVZ überlebt die erste Runde nicht. Hü ZSC, spielt endlich auf den Mann und ihr werdet sehen wie der kleingewachsene EVZ von der Bildfläche verschwindet. Im Moment ist das fehlende körperbetonte Spiel das grösste Defizit über die ganze Liga hinweg. Teils Mannschaften könnten es, tun es aber nicht. Schade.

    • And1 am 13.03.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      Noch 3 Spiele für den ZSC

      Haha da lachen ja die Hühner! Man hat letzten Samstag gesehn wie die "Gross"-gewachsenen gegen die "Kleinen" geflogen sind. Schön kommt der ZSC langsam wieder auf den Boden der Realität zurück.

    • Karona am 13.03.2018 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @The Peer

      Zug wird zwar etwas überschätzt, aber gegen diese Büsis, kann man mit Halbdampf gewinnen.

    • Jorma Peltonen am 13.03.2018 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      1 cn kleiner und es paar 100 gr schwerer

      Peer musst wohl etwas anderes suchen. Physisch haltet der EVZ mit.

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  • dani am 13.03.2018 14:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wettbewerb für alle Heimspiele.

    richtig muss es heissen für 2 Heimspiele.