Tierschutz alarmiert

12. Juni 2018 05:46; Akt: 12.06.2018 05:46 Print

«Tiere werden wie Wegwerfware behandelt»

Der Zürcher Tierschutz schlägt Alarm: Extremfälle haben seit rund einem Jahr zugenommen. Es fehle den Besitzern an Wissen, Verantwortungsbewusstsein und Empathie.

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Dehydriert, verfilzt, verwahrlost – der Zürcher Tierschutz schlägt Alarm: «Seit rund einem Jahr häufen sich die Extremfälle, die ins Zürcher Tierhaus kommen», heisst es in einer Mitteilung vom Montagmorgen. So etwa der fünfjährige Kater Tommy, der vor den Türen des Zürcher Tierschutzes ausgesetzt wurde. Sein Zustand war derart erschreckend, dass er am Folgetag in der Tierklinik von seinem Leiden erlöst werden musste. Besser erging es der diabeteskranken Katze Lily, die nach falscher Medikation halbtot ins Tierheim gebracht wurde. Dank sofortigem Transport in die Intensivstation überlebte sie.

Täglich Fälle von verletzten Tieren

Solche Fälle seien aber nur die Spitze des Eisbergs. Fast täglich habe man mit Tieren mit verfilztem Fell, überlangen Krallen oder Zahnstein zu tun, der unbehandelt zu Entzündungen führen kann. «Werden diese Tiere nicht rechtzeitig zum Tierarzt
gebracht und behandelt, verschlimmert sich ihr Zustand drastisch», heisst es beim Zürcher Tierschutz.

Immer öfter werde aber viel zu lange gewartet und das kranke Tier dann ins Tierheim abgeschoben. «Mit starken Schmerzen werden die kranken bis halbtoten Tiere zuletzt wie Wegwerfware ins Tierheim abgeschoben.»

Vernachlässigung ist eine Form von Tierquälerei

Aus Sicht des Zürcher Tierschutzes fehlt es den Tierbesitzern an Verantwortungsbewusstsein, Wissen und Empathie: «Körperliche Veränderungen oder untypisches Verhalten sind wichtige
Alarmzeichen. Wer diese nicht erkennt, sollte keine Tiere halten.»
Zudem warnt man vor den rechtlichen Konsequenzen für die Tierhalter: «Unwissen schützt vor Strafe nicht – Vernachlässigung ist eine Form von Tierquälerei und somit strafbar.»

Und wer mit der Tierhaltung überfordert ist, soll sich frühzeitig Hilfe holen, wie Rommy Los, Geschäftsleiter des Zürcher Tierschutzes, sagt: «Dadurch können die Tiere vor grossen Schmerzen, Leiden oder gar vorzeitigem Tod bewahrt werden – und dann bedeutet die Abgabe im Tierheim nicht Endstation, sondern eine neue Chance auf ein glückliches Leben.»

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Marcel. Bi am 12.06.2018 06:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel

    Spiegel der Gesellschaft. Leider

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  • Sonja Zürcher am 12.06.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tier anschaffen?

    Jeder der ein Tier haben will sollte sich der Verantwortung bewusst sein. Oder es lassen. Jahrelang einen treuen Begleiter zu haben,der Ehrlich ist. Überlegen was das bedeutet. Und zwar vorher! Impfungen, evt. Medizin. Was macht man mit dem Tier in den Ferien. Kosten für Futter. Auch Kranken Versicherung.

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  • Von den Katzen verlassen am 12.06.2018 06:21 Report Diesen Beitrag melden

    Ich leide immer noch unter dem Verlust

    Habe meine beiden Katzen im Alter von 19 Jahren dieses Jahr innerhalb eines Monats beide persönlich in den natürlichen Tod begleitet. Ich habe alle Energie, die ich hatte, für sie verwendet und auch viel Geld beim Tierarzt liegen gelassen. Ich bereue nichts, ausser, dass ich nicht noch mehr für sie tun konnte und sie nicht mehr hier sind. Meine Erfahrung zeigt, dass die meisten sich besser gar kein Tier zulegen sollten. Ich für meinen Teil kann kein Haustier mehr haben. Das lässt die starke emotionale Bindung zu meinen Liebsten nicht mehr zu. Ich hoffe, andere nehmen dies als Vorbild.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susi Schilti am 12.06.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere

    Ja leider, vielen ist es nicht bewusst, was es heisst ein Tier zu adoptieren. Vor allem, wenn das Tier ärztliche Hilfe braucht! Bei einem Notfall bezahlst du mal Fr. 100.00 und dann kommen noch die Behandlungskosten dazu. Frage mich oft, wie das junge Leute noch bezahlen können.

  • Nur noch Bauernhofkatze am 12.06.2018 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    So ist es leider. Übrigens..... der Tierschutz ist genau so daneben, . Die sollen mal ganz schnell ruhig sein. Will man im Tierheim eine Katze holen und ihr einen guten Lebensplatz geben, dann kommt ein ganzer Bedingunskatalog. Die fordern für ihre Tiere mehr als das was die Hälfte der Menschheit hat. Sie vermenschlichen Tiere, die in freier Wildbahn auch ganz ohne uns bestens überleben. Gesundes Futter, richtige tierärztliche Versorgung, gute Haltung, Zeit für das Tier und ganz viel Liebe reichen denen nicht. Das ist meine persönlich gemachte Erfahrung.

  • maria am 12.06.2018 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesellschaft verblödet???

    Es gibt soooooo viele Infos im Internet, Bücher etc wie man Tiere behandeln soll. Viele Tierärzte stehen auch zur Vergügung etc..... ist die Gesellschaft total verblödet/ überfordert/ egoistisch geworden? kommt es nur mir vor oder?? Frustrierend, in dieser zeit mit euch leben zu müssen!!!!

  • Carola am 12.06.2018 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach nur traurig

    Das tut weh. Was für Leute sind das nur. Aber viele Kinder werden auch vernachlässigt weil die Eltern völlig überfordert sind. Leider sind Tiere und Kinde heute zu einem Statussymbol geworden. Man schafft es sich an und dann will man es nicht mehr. Traurig wenn man solche Artikel liest.

  • Te Rasse am 12.06.2018 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz schrecklich

    Mir ist übel. Ich wusste nicht, dass es so schlimm ist. Bin ich naiv oder viele Tierhalter einfach nur egoistisch?