Konzert abgesagt

16. Mai 2018 05:49; Akt: 16.05.2018 07:54 Print

Ramadan-Streit um den «Grüess Seebach»-Rapper

Die deutschen Rapper Azet und Zuna sollten am Samstag im Zürcher Club Q auftreten. Der Auftritt wurde nun kurzfristig abgesagt.

Das Video mit dem Titel «KMN Gang verteidigt den Islam gegen Clubbesitzer» wurde bereits über 40'000-mal angeschaut.
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«Grüess Seebach» – in den sozialen Netzwerken wurde das Video rund um den kosovo-albanischen Rapper Azet aus Dresden, der das Zürcher Quartier Seebach grüsst, Ende April schweizweit zum Viral-Hit. Nun sorgt Azet gemeinsam mit Rap-Kollege Zuna erneut für Aufregung in Zürich. Ihr Konzert im Club Q am kommenden Samstag wurde kurzfristig abgesagt.

Auf Facebook begründet der Zürcher Club Q die Absage damit, dass die Rapper offenbar nicht mit dem Ticketvorverkauf zufrieden waren. «Für die Gäste ist das natürlich ein Schlag ins Gesicht – genauso wie auch für den Club. Wir werden die Zusammenarbeit mit Azet und Zuna für alle Zeiten nicht wieder aufnehmen», heisst es in dem Statement. Und weiter: «Wir sind sehr enttäuscht und mussten noch etliche Beleidigungen vonseiten des Künstlers hinnehmen und können diese Art, zu arbeiten, nicht vertreten.»

«Wir wollen während des Ramadan keine Konzerte geben»

In mehreren Videos auf Instagram wehrt sich Azet gegen diese Vorwürfe: «Ich möchte klarstellen, dass wir die Veranstaltung abgesagt haben, weil das Datum sich im Fastenmonat Ramadan befindet – und wir da keine Konzerte geben wollen», so der Rapper.

Inzwischen berichten mehrere deutsche Rap-Portale über den Ramadan-Streit. Ein Youtube-Video mit dem Titel «KMN Gang verteidigt den Islam gegen Clubbesitzer» wurde etwa schon über 40'000-mal angeschaut. Darin fordert Azet seine Fans auch dazu auf, die Seiten des Clubs zu bombardieren.

«Ramadan muss als Ausrede hinhalten»

Das hatte seine Wirkung: «Am vergangenen Wochenende kam es zu einzelnen Sachbeschädigungen und Sprayereien im Club», sagt Q-Geschäftsführer Jens Künnemann zu 20 Minuten. Er betont, dass der Event nicht vom Club geplant wurde. «Der Veranstalter ist ein Vertreter der Schweizer Firma von Azet und der hat uns Anfang Mai gar noch bestätigt, dass der Ticketvorverkauf schlecht laufe», so Künnemann.

Der Fastenmonat Ramadan müsse nun einfach als Ausrede hinhalten. «Als gläubiger Muslim weiss man schon früher, wann der Ramadan ist – und der Fastenmonat verbietet auch nicht, zu arbeiten», so der Q-Chef. Im Club würden auch einige gläubige Muslime arbeiten. «Hätten wir als Club einem Künstler einfach eine Woche vor dem Auftritt abgesagt, würde der jetzt durchdrehen», so Künnemann.


Dieses Video löste Ende April einen Seebach-Hype auf Social Media aus.

(wed)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kandehle am 16.05.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ramadan

    Ja genau.. die beiden IQ-30 'Rapper' wissen natürlich erst jetzt, dass ihr Konzert während dem Ramadan ist..

  • Roger am 16.05.2018 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr komisch

    Würde im Vorfeld dieser Konzerttermin nicht beidseitig abgemacht und bestätig? Hat sich inzwischen der Ramadan verschoben?

  • Muslimin am 16.05.2018 06:18 Report Diesen Beitrag melden

    Ausrede

    Sie wollten im Ramadan nicht arbeiten???? Dass das Datum des Konzerts im Ramadan ist, wussten sie bestimmt vorher.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 16.05.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    siehe Fusdballrowdies

    diese Mentalität ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten.

  • Atrium am 16.05.2018 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unprofessionel

    Ja super!! Ramadan und dies weiss man erst jetzt?? Obwohl ja Ramadan so wichtig ist? Und nun müssen alle darunter leiden? Unprofessionel.

    • Xenon am 16.05.2018 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Atrium

      "Und nun müssen alle darunter leiden"? Schon gar nicht. Zum Glück wurde dieses "Konzert" (organisierter Schmarren) abgesagt. "Künstler" die den Glauben vorschieben, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passt, wohl zu wenig Kohle in Aussicht, muss man für immer boykottieren!

    • Baboo am 16.05.2018 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Atrium

      Leiden??? Wer muss leiden XD Die Clubbesitzer haben genug Geld glaub mir.

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  • Marbacher Joel am 16.05.2018 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    EIGENE ENTSCHEIDUNG

    Natürlich ist es schade, dass das Konzert abgesagt wurde. Doch wenn sie es nicht möchten, dürfen sie das Konzert auch absagen. (Abonniert Exsl 95)

  • Migu am 16.05.2018 09:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Widersprüche

    Ja wenn die so fromm sind dass sie fasten und ramadanern, sollten sie das lange vorher wissen. Und wer so gläubig ist, singt auch keine so kruden Texte. Hier stimmt ganz viel nicht. Ich tippe auf miese Erziehung und Fehlcharakter.

  • Pwllgogoch am 16.05.2018 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder kann doch mal einen Fehler machen

    Sie haben in der gleichen Absage auch über eine Konzertabsage in Wien informiert, also sollte damit klar sein das es bei diesen Absagen nicht spezifisch um Zürich geht. Wer ein bisschen informiert ist wüsste, dass sie letzten Monat in Zürich ein Konzert hatten welches ausverkauft war (Rinora), also das die Verkaufszahlen nicht so gut liefen vor allem in einem so Deutschrap lastigen Club wie dem ,,Q'' ist sehr schwer zu glauben. Wer sich mit dem Hype der Jungs beschäftigt hat weiss auch, dass sie letztes Jahr mehrere Gold und Platinplatten geholt haben in Österreich, Deutschland und der Schweiz