«340 Meter vorgedrungen»

17. Mai 2018 20:48; Akt: 17.05.2018 20:48 Print

So weit ist der Bau der dritten Gubrist-Röhre

Die Arbeiten zur 3. Gubrist-Röhre laufen auf Hochtouren. Eine Führung durch die Tunnelbaustelle zeigt, wie aufwendig dieses 1,55 Milliarden Franken teure Projekt wirklich ist.

Beim Bau der 3. Gubrist-Röhre ist man bereits 340 Meter vorgedrungen.
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So einfach darf man die Tunnelbaustelle zur 3. Gubrist-Röhre nicht betreten – zu gefährlich kann es für die Besucher werden. Bevor die Führung beginnt, gibt es deshalb klare Verhaltensanweisungen und die entsprechende Ausrüstung. Danach geht es mit Helm, einer orangen Veste und einem Notfallrucksack ausgerüstet mit dem Bus Richtung Tunnelportal in Zürich-Affoltern.

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Das gesamte Projekt kostet 1,55 Milliarden Franken

Von hier aus lässt es sich bis 340 Meter in den Berg vordringen – so weit haben es die 120 Arbeiter seit dem Baubeginn am 21. November 2017 bereits geschafft: «Das sind etwa 11 Prozent der gesamten Strecke», sagt Projektleiter Roland Hug. Zwar sei das nicht so viel, dennoch liege man im Zeitplan: «Im Sommer 2022 wollen wir dann planmässig die 3. Röhre festlich eröffnen», zeigt sich Hug zuversichtlich.

Bis dahin gibt es aber einiges zu tun. Momentan sei man noch mitten in den Vortriebsarbeiten: «Das heisst, man macht den Ausbruch und sichert den Fels.» Das sei langwierig und gehöre zu den Hauptarbeiten des 1,55 Milliarden Franken teuren Projekts – allein der Ausbau der 3. Röhre kostet 565 Millionen Franken. Den anderen Teil machen die Sanierungskosten der 1. und 2. Röhre sowie übrige Ausbauarbeiten aus.

80 Tonnen schwere Teilschnittmaschine

Beeindruckend ist auch die 80 Tonnen schwere Teilschnittmaschine vorne an der Tunnelwand: «Sie hat einen grossen Fräskopf, der mit Stahldornen bestückt ist und den Felsen – grösstenteils aus Sandstein und Mergel – abraspelt», so Hug.

Das abgeraspelte Material wird dann auf einem kleinen Förderband direkt unter der Maschine in einen Lastwagen geladen, der zum Tunnelportal fährt. «Danach sorgt eine Förderbandeinrichtung dafür, dass das Tunnel-Ausbruchmaterial zum Verladebahnhof transportiert und mit Baggern auf Güterzüge geladen wird», so der Projektleiter.

Eine Führung durch die Gubrist-Baustelle

«Der Zugtransport ist ökologischer»

Dafür wurde extra ein Verladebahnhof mit Anschluss an die SBB-Strecke von Zürich-Affoltern nach Regensdorf erstellt: «Wir haben den Zug-Transport aus ökologischen Gründen gewählt und sparen damit etwa 160'000 Lastwagenfahrten.» Zu guter Letzt wird das Material nach Wildegg AG transportiert, um dort eine alte Deponie aufzufüllen.

«Wer sich das Ganze mal von der Nähe anschauen möchte, darf gern am Tag der offenen Tür bei uns vorbeischauen», so Hug. Am 26. Mai lädt das Bundesamt für Strassen ASTRA zu einem Rundgang an fünf verschiedene Standorte ein. Man wolle den Leuten damit das Projekt näherbringen und sie auch einmal hinter die Kulissen blicken lassen.

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arbarax am 18.05.2018 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    4te Röhre

    Wollt ihr nicht gleich mit der 4ten Röhre beginnen? Bis ins Jahr 2022 wird der Verkehr sicher noch dichter...

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  • Andrej Mauster am 17.05.2018 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht früher?

    Das klingt ja alles schön und gut. Aber dieses projekt hätte man vor 15 jahren bereits umsetzen sollen. Wenn es jetz geht warum ging es damals nicht? Der ewige stau gabs schon im 2003

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  • Susi am 17.05.2018 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zürcher hinken hinterher;-))

    Entlich haben die Zürcher begriffen, dass eine 3.Röhre notwendig ist. Warum wurde nicht gleich mit dem Barregtunnel im Aargau gebaut?? Da hätte man sich all die nervigen Staus die vorprogramiert waren sparen können.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Orko am 18.05.2018 19:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossmutersspruch

    Gelduld bringt rosen... aber tuerst kommen die dornen...

  • G. Perez am 18.05.2018 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nachgefragt

    Was mich eigentlich mehr interessieren würde ist, wer da ständig wohin muss. Vor der Eröffnung des Nordrings und des Gubristtunnels ging alles via Zürich (Höngg, Rosengarten) oder den Weininger. Und die waren nicht so Verstopft wie der Nordring heute. Und trotz des Bevölkerungswachstums und der Fahrzeugzuhname .... Wo müssen (wollen) alle diese Leute hin. Das wäre doch mal interessant zu wissen.

  • Thurborusse am 18.05.2018 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte, hätte, Herrentoilette

    An all die Oberschlauen, die wissen, was man schon alles hätte früher machen müssen. Sollen wir in Zukunft zu jedem Tunnel noch zwei Reserveröhren buddeln? Kostet ja nichts, wenn man gerade schon dabei ist.

  • Ulrich am 18.05.2018 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Seetunnel und Autobahnring Stadt Zürich

    Wann kommt endlich der Seetunnel, der das Zürcher Bellevue und die City vom Verkehr wirkungsvoll entlastet? Eigenartigerweise gibt es in abgelegenen und gering bevölkerten Gebieten der Schweiz wie Biel-Bienne-Jura Milliarden für völlig überflüssige Autobahnen, derweil in der grössten Schweizer Stadt seit Jahren der MIV benachteiligt wird. Seetunnel mit Anschluss an die A3 und via einen Adlisbertunnel zur A1 bei Brüttisellen liessen endlich einen Autobahnring rund um Zürich entstehen. Ausländische Grossstädte haben oft 2 bis 3 solche Autobahnringe!

    • Autofahrer am 18.05.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Ja Ulrich

      dort setzt sich halt die Bevölkerung und vor allem die Politiker vehement dafür ein. Nicht wie der Zürcher Leuenberger der das Tunnel jahrelange kleinredete und verhinderte. Und andern Dorfpolitikern/Dorfkönigen wie u.a. Haug

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  • Makito Balfure am 18.05.2018 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    Wer bezahlt?

    Hoffe die Rechnung wird von der Wirtschaft bezahlt sie sind es ja die auf Subventionierter Basis Wachstum wollen.