Zunahme von Juniorinnen

11. Juli 2018 05:47; Akt: 11.07.2018 05:47 Print

«Fussball liegt bei Mädchen klar im Trend»

Die Zahl der aktiven Frauen bei Zürcher Fussballvereinen hat sich seit 2010 fast verdreifacht. Das Potenzial ist aber noch viel grösser.

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Fussball ist bei Männern und Buben ein extrem beliebtes Hobby ist. Die Zahl der Teams, die bei den Meisterschaften des Fussballverbands Region Zürich (FVRZ) teilnehmen, ist so hoch wie noch nie. Doch immer häufiger stehen auch Mädchen auf dem Fussballplatz, wie die Statistik des Kantons Zürich zeigt. Rund 8000 Frauen und Mädchen spielen zurzeit aktiv in einem Fussballverein. 2010 waren es noch 3000.

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Auch Tatjana Haenni, die sich im Vorstand des Fussballverbands Region Zürich engagiert, bestätigt diese Entwicklung: «Fussball liegt bei Mädchen ganz klar im Trend.» Die Region Zürich spiele bei der Förderung von Juniorinnen zudem eine Vorreiterrolle. Nur Geräteturnen ist im Kanton Zürich laut Statistik noch beliebter.

Viele Mädchen haben noch keine Möglichkeit, zu kicken

«Durch die mediale Berichterstattung ist Fussball für die weiblichen Teenager cooler geworden», so Haenni. Dennoch würden Mädchen seltener einem Verein beitreten als gleichaltrige Knaben. Der Grund: Nicht jeder Verein hat ein Mädchenteam.

«Mir ist bewusst, dass es für jeden Verein ein finanzieller Aufwand ist, ein separates Mädchenteam zu gründen», sagt Haenni. Und in einem Männer dominierten Sport stosse diese Idee manchmal auch auf Widerstand. Dennoch finde sie es wichtig, dass es solche Teams gibt: «Viele Mädchen wollen nun einmal Fussball spielen und haben dazu einfach keine Möglichkeit. Das müssen wir ändern.» Zudem wäre auch die Schweizer Nationalmannschaft froh: «Denn diese ist auf Nachwuchstalente angewiesen», so Haenni.

Drei- bis viermal Training pro Woche

Der Zürcher Fussballclub Blue Stars ist einer der Vereine, die bereits mehrere Mannschaften für Juniorinnen anbieten. In der U15-Mannschaft von Blue Stars spielen die 14-Jährigen Meret und Chiara. Fussball ist ihre grösste Leidenschaft, und beide kicken seit ihrer Kindheit. «Ich habe immer draussen mit meinen Freunden gespielt», sagt Mittelfeldspielerin Chiara, die nebenbei auch noch Klavier spielt. Mit acht Jahren sei sie zu den Blue Stars gekommen.

Chiara trainiert heute dreimal pro Woche, Meret als Goalie sogar viermal. Schule und Training seien gut miteinander zu vereinen: «Meistens lerne ich vor dem Training und mache die Hausaufgaben danach», sagt Gymischülerin Meret.

«Jungs haben Mühe gegen uns zu verlieren»

Profifussballerinnen wollen die beiden Nachwuchsspielerinnen aber nicht werden. «Wir sind beim FC Blue Stars, weil es uns Spass macht», sagt Meret. Auf die Frage, ob sie mit Vorurteilen gegenüber Mädchen im Fussball zu kämpfen hätten, verneinen Chiara und Meret. «Aber wenn wir gegen Jungs spielen, haben diese oft Mühe, gegen uns zu verlieren.»

(mon)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 11.07.2018 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für die Zukunft

    Der Nachwuchs ist gesichert.

  • AppleBee am 11.07.2018 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht mal Rugby

    Ich spiele mit meiner Primarklasse manchmal Rugby. Die Kinder lieben es und spielen mehr als nur fair. Habe eine klare Verbesserung bei den Sozialkompetenzen festgestellt. Ausserdem geht es vor allem den Jungs sowas von gegen den Strich den Ball nicht nur immer auf den Klassenbesten in vorderster Reihe zu spedieren sondern als Team immer via Rückpass um jeden Meter zu kämpfen. Ps. Mädchen sind in vielerlei Hinsicht sogar die besseren Rugby-Spielerinnen. Leider ist der Sport hier nicht so populär wie Fussball.

  • Pete am 11.07.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So isses

    Fussball ist in Amerika vorallem ein Mädchensport.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Finalist am 11.07.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Mixed Team

    Eigentlich super. Nur dass immer irgendwie noch so ein Satz rein muss wie «Aber wenn wir gegen Jungs spielen, haben diese oft Mühe, gegen uns zu verlieren.». Schade dass diese 2 Damen dieses Klischees verbreiten. Da sollte der/die Trainerin dran arbeiten. Neid ist ein schlechter Ratgeber und führt nicht zum Siegen. Vielleicht sollte man ein Mixed-Team zusammenstellen. Wie beim Tennis. Oder wäre das zu entlarvend?

    • O.Wotter am 11.07.2018 18:11 Report Diesen Beitrag melden

      Entwicklung

      @Finalist; ab 18 wollen die meisten Mädchen die dann Frauen sind nicht mehr Fussball spielen (Achtung da steht die meisten, nicht alle) Mixed teams gibts schon in bei den Junioren. Für Mixed teams im Aktivalter fehlen einfach die notwendige Anzahl Frauen. Und ausserdem wird die ganze Spielart im Fussball ab 18 wesentlich athletischer. Würde dann bedeuten dass jede kleine Körperberührung als foul gepfiffen würde. Das wäre ganz ganz schlimm für diesen Sport. Daher bitte keine Mixedteams im Aktivalter.

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  • Strolchi am 11.07.2018 10:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entscheidung unserer Tochter

    Unsere Tochter begann damit in den USA, wo Fussball für Mädchen wesentlich populärer ist als für Buben! Nun spielt sie in der 2. Liga und hat sehr viel Spass! Sie ist fit wie nie, da sie 3x pro Woche trainiert und noch ein Match hat. Ausserdem hat sie gelernt, ihre Zeit einzuteilen, damit Studium, Freunde und Sport unter einen Hut passen!

  • Pete am 11.07.2018 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So isses

    Fussball ist in Amerika vorallem ein Mädchensport.

  • AppleBee am 11.07.2018 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht mal Rugby

    Ich spiele mit meiner Primarklasse manchmal Rugby. Die Kinder lieben es und spielen mehr als nur fair. Habe eine klare Verbesserung bei den Sozialkompetenzen festgestellt. Ausserdem geht es vor allem den Jungs sowas von gegen den Strich den Ball nicht nur immer auf den Klassenbesten in vorderster Reihe zu spedieren sondern als Team immer via Rückpass um jeden Meter zu kämpfen. Ps. Mädchen sind in vielerlei Hinsicht sogar die besseren Rugby-Spielerinnen. Leider ist der Sport hier nicht so populär wie Fussball.

  • Mani Motz am 11.07.2018 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für die Zukunft

    Der Nachwuchs ist gesichert.