Wildtiere

16. Mai 2018 09:36; Akt: 16.05.2018 10:39 Print

Ein Wolf streift durch Horgen

Eine Privatperson hat vorgestern in Horgen einen Wolf gesichtet und fotografiert. Für Menschen besteht keine Gefahr, trotzdem macht der Wolf in der Region Angst.

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Am Montag hat eine Privatperson von ihrem Haus aus in einem Weiler auf dem Gemeindegebiet von Horgen ein hundeähnliches Tier gesichtet und fotografiert, teilt der Kanton Zürich am Mittwoch mit.

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Die Überprüfung des Bildes durch Fachleute habe zweifelsfrei ergeben, dass es sich um einen Wolf handle. Nach der Bestätigung der Wolfspräsenz habe die Fischerei- und Jagdverwaltung umgehend die zuständige Jagdgesellschaft, die Nutztierhalter in der Region sowie die weiteren direkt involvierten Kreise informiert, wie es der «Handlungsleitfaden Wolf des Kantons Zürich» vorsehe.

Rissspuren wurden bisher keine entdeckt, DNA-Spuren konnten keine gesichert werden. Allein aufgrund der Fotoaufnahme lassen sich Geschlecht, Herkunft und Alter des Wolfs nicht eruieren. Wo sich das Tier im Moment aufhält, ist nicht bekannt. Die Fischerei- und Jagdverwaltung versucht im Moment, weitere Informationen über den Wolf und seinen Aufenthaltsort zu beschaffen. Umherziehende Wölfe können grosse Distanzen überwinden. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass der Wolf sich mittlerweile nicht mehr im Kanton Zürich befindet.

Richtiges Verhalten ist wichtig

Für die Bevölkerung, grosse Nutztiere und Haustiere besteht laut Mitteilung keine Gefahr. Der Wolf ist ein scheues Tier, das dem Menschen ausweicht. Bei Begegnung mit einem Wolf sollte man aber unbedingt Distanz wahren und sich zurückziehen. Hunde müssen an die Leine genommen werden.

Ziel ist eine möglichst konfliktfreie Koexistenz von Mensch und Wolf. Bei der Sichtung handelt es sich um die vierte bestätigte Wolfspräsenz im Kanton Zürich seit 2014. Zuvor galt der Wolf im Kanton Zürich während über hundert Jahren als ausgestorben.

Der Kanton Zürich fördert die Wiederansiedlung des Wolfes laut Mitteilung nicht, akzeptiert ihn aber als Teil der heimischen Wildfauna. Im Vordergrund steht eine möglichst konfliktfreie Koexistenz von Mensch und Wolf, wie sie mit dem «Handlungsleitfaden Wolf» angestrebt wird.

Angst um Schafe

Für einen Schafhirt in der Region ist das nicht genug. Er findet, dass der Kanton eingreifen sollte, wenn ein Wolf zu auffällig sei. «Etwa wenn er sich der Zivilisation immer wieder nähert oder Tiere reisst.» Man müsse mit dem Wolf zwar leben: «Ich hoffe einfach nicht, dass wir hier bald Zustände wie in Frankreich oder Deutschland haben, wo ganze Wolfsrudel auf Nutztiere losgehen.»

Er schützt seine Herde mit zwei Hunden. Trotzdem habe er derzeit jeden Morgen Angst, wenn er zu seinen 200 Schafen geht: «Es könnte mich stets ein schlimmer Anblick erwarten.»

(som)