Kriens

20. März 2018 05:56; Akt: 21.03.2018 09:39 Print

Jungkoch will in Turin zu höchsten Ehren kommen

Der Krienser Mario Garcia (27) reist im Juni nach Turin, um am Bocuse d'Or mitzukochen. Der Wettbewerb gilt als einer der bedeutendsten der Welt.

Mario Garcia zeigt 20 Minuten wie er sich für den Bocuse d'Or vorbereitet. (Video:tk)
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Um am Bocuse d'Or teilzunehmen zu dürfen musste sich Mario Garcia bereits Ende Januar beweisen. Damals konnte sich der 27-Jährige gegen drei weitere Schweizer durchsetzen. Im Juni wird Garcia die Schweiz nun am renommiertesten Gastro-Wettbewerb Europas vertreten. Dabei kocht er mit Vertretern aus 19 weiteren Ländern um die Wette. Garcia ist kein unbeschriebenes Blatt: Er war bereits mehrfacher Weltmeister und war Teamchef der Schweizer Nationalmannschaft.

«Ich höre erst auf, wenn es perfekt ist»

Seit der Ausscheidung für den grossen Wettbewerb tüftelt Garcia an seinen Rezepten. Seine Kochschule Cre/ate in Horw musste er deswegen vorübergehend stilllegen: «Meine Familie und Freunde verstehen das, man muss hart arbeiten wenn man etwas erreichen will», sagt er. Auf seinem Desktop steht ein Bild der Bocuse d'Or-Trophäen. Morgens steht er bisweilen bereits um sieben Uhr in der Küche. Um seinen Arbeitsablauf im Griff zu haben, setzt er sich jeden Tag ein Ziel: «Es ist kein geregelter Arbeitstag – ich höre erst auf, wenn es perfekt ist.»

Damit das selbst kreierte Rezept stimmt, achtet Garcia auf jede Prise Salz oder Pfeffer. Auch der Umfang eines Stückes Fleisch muss immer die selbe Grösse haben. «Das ist etwas, was viele Leute nicht verstehen. Wir kochen nicht nach Gefühl. Wie ein Künstler will ein Koch mit seinem Gericht etwas aussagen – und dafür muss alles stimmen.»

Schweden, Norwegen, Finnland oder Island waren die letzte Jahren beim Bocuse d'Or immer vorne mit dabei. Seit 30 Jahren war kein Schweizer im Europafinale auf dem Podest. Garcia: «Es ist wichtig jetzt Gas zu geben. Schweden und Norwegen hatten ihre Vorausscheidung bereits im November.»

«Ich brauche meine Küche zuhause eigentlich nie»

Zuhause macht sich Garcia das Kochen etwas einfacher. «Meistens esse ich ein Sandwich oder einen Salat, ich brauche meine Küche eigentlich nie. Ein Buchhalter geht auch nicht nach Hause und macht die Buchhaltung für die ganze Familie.» Das Kochen nähergebracht hatte seine Mutter: «Sie hat immer viel gekocht für uns daheim und ich habe ihr damals dabei geholfen. Von meinem Vater habe ich den spanischen Namen, er ist aber nicht so ein begnadeter Koch.»

An den Bocuse d'Or wird der junge Koch von seinem Coach Rasmuss Springbrunn und seinem Commi – seinem Assistenten – Martin Amstutz begleitet. Amsturz lernte er vor der Schweizer Ausscheidung kennen. «Er ist ein sehr motivierter junger Mann und war bereit, die nötige Zeit dafür zu investieren.» Amstutz wird mit Garcia in Turin in der sogenannten Box stehen. Für Garcia gilt gegenüber Amstutz eins: «Er soll ein Erfolgserlebnis haben und sehen, dass sich die harte Arbeit auszahlt.»

(tk)