Gewalttat in Ostschweiz

16. Mai 2018 09:34; Akt: 16.05.2018 16:04 Print

Erstach Metzger (50) seine Freundin im Wahn?

Grosseinsatz in Thal SG: Die Polizei hat am Mittwochmorgen in einem Mehrfamilienhaus eine tote Frau gefunden. Ihr Freund wurde schwer verletzt.

Florian Schneider, Sprecher der Kapo SG, im Interview zum Beziehungsdelikt in Thal SG. (Video: viv)
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Die Kantonspolizei St. Gallen ist am Mittwochmorgen mit einem Grossaufgebot zu einem Mehrfamilienhaus an die Rebenstrasse Thal SG ausgerückt, weil sie die Meldung über zwei verletzte Personen erhalten hatten, wie Toponline schreibt. «Um 7.18 Uhr habe ich die Polizei verständigt», so ein Nachbar gegenüber 20 Minuten. Es sei die ganze Nacht schon lärmig gewesen. Er selbst sei um 3 Uhr nach Hause gekommen, weil er noch an einer Kinopremiere gewesen sei. «Es wurde immer lauter, und ich dachte mir, so geht das nicht.» Die Geräusche seien ihm unheimlich geworden.

Erstach Metzger (50) seine Freundin im Wahn?

Von Satan verfolgt

Als die Polizei vor Ort eintraf, fand sie einen schwer verletzten Mann und eine tote Frau (44) vor. Der Mann wurde mit schweren Schnittverletzungen vom Rettungsdienst ins Spital gebracht. Bei den Personen handelt es sich laut Informationen von 20 Minuten um ein Liebespaar. Mieter war jedoch nur der Deutsche Ralf M.*, ein gelernter Metzger. Seine Freundin wohnte nur zeitweise dort. Die Hintergründe der Tat, die sich offenbar im Keller des Hauses abspielte, sind noch unklar. «Wir gehen von einem Gewaltdelikt aus», so Kapo-Sprecher Florian Schneider. Die Strasse zwischen Thal und Buchen war kurz in beiden Richtungen gesperrt, ist für den Verkehr inzwischen aber wieder offen.

Laut dem Nachbarn war der Mann schon zuvor aufgefallen: «Er sagte immer wieder, er werde von Satan verfolgt.» Er habe das aber nicht allzu ernst genommen. «Ich dachte einfach, er spinnt ein wenig.» Eine weitere Nachbarin berichtet: «Er hatte offenbar Wahnvorstellungen und vermutete bei mir in der Wohnung sogar einen Geist.» Sie habe immer extra die Vorhänge zugezogen. Er sei irgendwie merkwürdig gewesen. Dennoch hätte sie nie gedacht, dass er zu so etwas fähig sei. «Ich bin schockiert», sagt sie.

Gemäss Kapo-Sprecher Schneider war der Mann auch bereits polizeibekannt, allerdings nicht wegen vergleichbarer Delikte.

* Name der Redaktion bekannt

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