Arbon TG

11. Juli 2018 05:45; Akt: 11.07.2018 08:04 Print

«Wer klaut denn einem Behinderten das Gefährt?»

Leser-Reporterin Bruni Leibacher ist entsetzt: Vor ihrer Haustüre wurde das Behinderten-Mobil ihres Mannes gestohlen. Sie vermutet, dass Profis am Werk waren.

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«Das ist doch kein Spielzeug», sagt Leser-Reporterin Bruni Leibacher zu 20 Minuten. Die Rede ist vom Behinderten-Mobil ihres Mannes, welches dieser Tage vor ihrer Haustüre in Arbon gestohlen wurde. «Wir waren am Zügeln, darum haben wir es abgeschlossen auf der Terrasse abgestellt und mit einer Plastikplane abgedeckt», sagt die 60-Jährige weiter. Tags darauf war es verschwunden.

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Für Leibacher und insbesondere ihren Mann ist es ein schwerer Verlust: «Wir sind sehr traurig und zugleich wütend. Wer klaut denn einem Behinderten das Fahrzeug?», sagt sie. Das Paar habe zwar noch ein zweites Mobil. Doch mit diesem würde ihr Mann alleine nicht fahren: «Zu zweit konnten wir mit beiden Fahrzeugen kleinere Ausflüge machen, alleine kann und will mein Mann nicht damit raus», so die 60-Jährige. Zudem sei der Verlust auch finanziell ein grosser Schaden: Ein solches Behindertenmobil koste schliesslich rund 7000 Franken.


Solche Ausflüge zu zweit sind nun nicht mehr möglich. (Video: Leser-Reporter)

Profis vermutet

Für Leibacher ist klar: Da waren Profis am Werk. «Kein Bedürftiger beklaut einen anderen», sagt sie. Die Diebe hätten wohl gewusst, wie man das Fahrzeug ohne Schlüssel wegschieben konnte: «Dann haben Sie es bestimmt auf einen Transporter verladen, denn damit losfahren konnten sie nicht.» Sie glaubt, dass die Täter mit dem Gefährt längst über die Grenze verschwunden sind. Anzeige hat die Arbonerin deshalb nicht erstattet – dafür sei die Aussicht auf Erfolg zu gering.

Wohin das Mobil gekommen sein könnte, dazu kann die Kantonspolizei Thurgau nichts sagen: «Dafür haben wir zu wenig Fälle, um hier Erfahrungswerte zu haben», sagt Kapo-Sprecher Daniel Meili. Was bleibt ist die Hoffnung der Leser-Reporterin, dass das Mobil trotz allem wieder zum Vorschein kommt.

>Zweiter Fall

Bereits vor einigen Jahren wurde im Kanton Thurgau ein Elektro-Rollstuhl gestohlen, und zwar jener von CVP-Nationalrat Christian Lohr. Er kam dem 56-Jährigen im Dezember 2013 am Bahnhof Frauenfeld abhanden. Wie sich herausstellte, hatten ihn zwei Jugendliche aus der Region geklaut. Der 16-jährige Schweizer und der 17-jährige Portugiese erklärten der Kantonspolizei Thurgau damals, sie hätten den Rollstuhl ursprünglich zu Geld machen wollen. Doch die Sache wurde ihnen zu heiss und deshalb stellten sie das Gefährt nach knapp einer Woche beim Heilpädagogischen Zentrum Frauenfeld ab.

Die beiden gehörten zusammen mit einem Deutschen und einem Türken zu einer Einbrecherbande, die in mehrere Geschäfte eingebrochen war. Nachgewiesen wurden der Bande insgesamt acht Einbrüche. Die beiden Rollstuhldiebe mussten sich vor dem Jugendanwalt verantworten.

(lad)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Maler50 am 11.07.2018 06:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    allerletzte

    Tiefer können diese Täter nicht sinken,das allerletzte.

    einklappen einklappen
  • Helveticus am 11.07.2018 06:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langfinger

    Leider treibt sich überall Pack rum, das alles klaut was nicht niet- und nagelfest ist. Tendenz steigend.

    einklappen einklappen
  • Lena Pe am 11.07.2018 06:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Tiefer sinken kann man wirklich nicht mehr. So was ist einfach nur armselig!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alboreto am 11.07.2018 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TG

    Arbon ist ja im Thurgau.Da ist sowas erlaubt!

  • Cihocast am 11.07.2018 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Mal abgesehen von der Tat - jeder Diebstahl ist asozial, ist nicht jede/r Fahrer/in automatisch auch behindert. Der Diebstahl per se eine Frechheit. Warum aber nur eines und nicht beide? Warum der Griff in die Mitleidkiste (Behinderung)? Nur mal so um die Ecke gedacht.....

  • xy am 11.07.2018 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährt selbst entsorgt?

    Hmm, ich bin zwar selbst behindert aber auf Facebook steht vieles anders, z. B. Auch, dass bereits Anzeige erstattet wurde. Zudem ist von defekten stellen die Rede, was den Verdacht eines entweder versicherungsbetruges oder erschleichens von Spenden nährt.

  • Seeland am 11.07.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

    Karosserie Nr. vergleichen

    Schaut mal in Biel nach....

  • Früher am 11.07.2018 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    War es schon besser

    Denn dazumal stand einfach dass wichtigste in der Zeitung, und all die gschechtli gab es zwar auch, aber Sie waren nicht wichtig genug.