Umstrittene IT-Sicherheitsfirma

15. Mai 2018 11:25; Akt: 15.05.2018 14:41 Print

Kaspersky kommt in die Schweiz

Der russische Anti-Viren-Gigant Kaspersky plant ein neues Rechenzentrum in Zürich. Damit sollen die Spionagevorwürfe aus der Welt geschafft werden.

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Rund 400 Millionen Menschen weltweit nutzen den Anti-Viren-Schutz der russischen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky. Aktuell steht das russische Unternehmen jedoch im Abseits. Im vergangenen Dezember unterzeichnete US-Präsident Donald Trump eine Weisung, die es Regierungsstellen sowie den Zulieferern verbietet, mit Kaspersky-Produkten zu arbeiten. Grund dafür: Kaspersky soll für Spionagedienste der russischen Geheimdienste benutzt worden sein. Kaspersky betritt diesen Vorwurf, doch der Schaden war bereits angerichtet.

Um den Vorwürfen den Wind aus den Segeln zu nehmen, plant das Unternehmen den Umzug in die Schweiz. Ein neues Rechenzentrum in Zürich soll bis Ende 2019 eingerichtet werden, wie Kaspersky am Dienstag mitteilt.

Das Zentrum soll die Speicherung und Verarbeitung von Kundendaten übernehmen. Zudem werde die Produktion der gebrauchsfertigen Software noch in diesem Jahr nach Zürich verlagert.

Schweizer Standards nötig

Um die Spionagevorwürfe zu entschärfen, soll das neue Rechenzentrum von unabhängigen Kontrolleuren beaufsichtigt werden. Die Compliance soll Schweizer Standards entsprechen.

Der Umzug in die Schweiz ist ein erster Schritt gegen die Missbilligung des Unternehmens. Wer das Gebäude baut und wo es stehen wird, ist noch offen. Auch wie viele Jobs in der Schweiz geschaffen werden. Bislang arbeiten lediglich sieben der 3900 Mitarbeiter weltweit in der Niederlassung in Steinhausen ZG.

(sda/20m/sda)