THC-Legalisierung

12. Februar 2018 19:46; Akt: 12.02.2018 19:46 Print

Hanffreunde buhlen mit CBD-Säckli um Spenden

Um Geld für die Cannabis-Legalisierung zu sammeln, verkaufen bald schweizweit CBD-Shops spezielle Säckli. Der Gewinn kommt der aktuellen Initiative zugute.

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An der Zürcher Langstrasse verkauft der Pop-up-Store Marry Jane CBD-Hanf als «grüne Hilfe für die Cannabis-Initiative». Der Gewinn der 10-Gramm-Säckli fliesst der Volksinitiative des Vereins Legalize It (siehe Box) zu.

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Nun holt Legalize It weitere CBD-Shops und Produzenten ins Boot und weitet das Modell auf die nationale Ebene aus. «In möglichst allen CBD-Shops der Schweiz sollen noch vor dem Sommer CBD-Säckli à 10 Gramm für 50 Franken zugunsten der Initiative verkauft werden», sagt Legalize-It-Sprecher Nino Forrer.

Hanffreunde wollen 5000 CBD-Säckli verkaufen

Man gleise zurzeit die Aktion mit allen grossen Schweizer CBD-Produzenten und Händlern auf, sagt Forrer. Die Initianten rechnen mit einem Gewinn von 150’000 Franken bei 5000 verkauften Säckli.

Das Geld haben die Gras-Legalisierer dringend nötig: Bisher konnten sie mit ihrem Crowdfunding knapp über 100’000 Franken einsammeln – für sie die Minimalvariante, um die Unterschriftensammlung zu stemmen. Mit den zusätzlichen 150’000 Franken rechnen sie sich schon bessere Chancen aus: «Damit können wir alles professioneller aufgleisen», sagt Forrer. Der letzte Versuch, Cannabis zu legalisieren, scheiterte 2008 mit 63,2 Prozent Nein-Stimmen an der Urne. Forrer zeigt sich jedoch optimistisch: «Wir spüren, dass sich in der Bevölkerung der Wind gedreht hat und immer mehr Personen sich gegen die derzeitige Prohibition aussprechen».

«CBD-Shops konnten das Bild des versifften Kiffers entkräften»

Dass Legalize It auf CBD-Shops setzt, ist kein Zufall: «Mit dem CBD-Boom wurde vielen Leuten bewusst, dass ein kontrollierter Verkauf und Anbau möglich ist und die Jugend daran nicht zugrunde geht», sagt Nino Forrer. Trotzdem bestünden gegenüber THC-Hanf noch gewisse Bedenken über die gesundheitlichen Auswirkungen. «Was durch die CBD-Shops aber entkräftet wurde, ist das klischierte Bild der versifften Kiffer», so Forrer.

Und dass die CBD-Händler und Produzenten die Initiativ-Säckli verkaufen, hat ebenfalls einen Grund: Sie verfügen bereits über die Infrastruktur, um ein Projekt in dieser Grössenordnung aufzugleisen. Mischa Gribi, Geschäftsführer von Marry Jane, sagt: «Es wäre sinnvoll, wenn die Regulierung so gestaltet würde, dass die CBD-Händler und Produzenten ihr Wissen einbringen könnten.» Er begrüsst eine THC-Regulierung, weil dadurch die «Verteuflung» des Cannabis ein Ende nehme und der Schwarzmarkt ausgetrocknet werde.

Ist Sammeloffensive ein weiterer Schachzug zur «verantwortungslosen Legalisierung»?

Während die Hanffreunde auf den CBD-Effekt hoffen, sehen die Gegner einen Legalisierung des THC-Hanfs hinter dieser «Lobpreisung des CBD-Hanfs» einen «weiteren Propaganda-Schachzug auf dem Weg zu einer verantwortungslosen Legalisierung des ‹echten› Cannabis mit bis zu 25 Prozent THC-Gehalt». Dies schreibt der Verein Jugend ohne Drogen ihrem neusten Newsletter. Besonders bei jungen Menschen könne regelmässiger Konsum zu grossen Schwierigkeiten etwa in der Schule führen.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jey jey am 12.02.2018 20:00 Report Diesen Beitrag melden

    Argumente

    Habe auch so ein Säckli Zuhause. Gute Qualität. Was die Gegner angeht. So langsam abe sicher gehen diesen die Argumente aus. Egal zu welcher Droge, man liest immer wieder dasselbe. Natürlich hat jede Droge Nebenwirkungen. Aber das haben auch Medikamente. Solange man es nicht übertreibt ist doch alles in Ordnung.

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  • martin rüger am 12.02.2018 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Kiffer

    bald 50i und ehrlich gegen das Kurz- und Langzeitgedächtnis der Millenials ist meines noch top, ich arbeite hart 60h + , bin in einer leitenden Position als Softwareingenieur. Natürlich wer sich den ganzen Tag die Birne vollkifft ist sicher auf keinem gesunden Weg. Aber wer den Kriminellen den Boden unter den Füssen wegziehen will, die Polizeiarbeit entlasten über Steuern den Staat stärken, den sozialen Abstieg der Konsumenten (körperlich durch gestreckte Ware und sozial über Ausgrenzung durch Verurteilungen) verhindern will und rational denkt, kann nicht gegen eine Legalisierung von Hanf sein

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  • Gauler Klauer am 12.02.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro Cannabis

    Wird aber auch Zeit, dass Cannabis vollständig legalisiert wird! An alle Gegner: Ihr habt einfach keine Ahnung und müsst immer wieder auf die gleichen dummen Argumente ausweich. Es ist übrigens keine Einstiegsdroge denn jeder der Einmal gekifft hat, hat sicher auch schon Alkohol getrunken!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Swissnes am 13.02.2018 14:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemals!

    Ich unterstütze bereits jetzt schon Drogensüchtigen in der Schweiz durch meine Steuer und der KK das reicht langsam!

    • hcim kcel am 13.02.2018 14:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swissnes

      Und? Ich bezahle auch mit für Unfälle, Verletzungen beim Sport und für Leute die sich permanent über die Solidarität beschweren. Wenn du das nicht willst, künde die Krankenkasse und komm für alles selbst auf.

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  • hcim kcel am 13.02.2018 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    beim Blick

    steht ein Artikel darüber dass man die Alkoholsteuer erhöhen will. Das Geheule darüber ist unglaublich. alle verteidigen die tiefen Preise für Bier.

    • Thot am 13.02.2018 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @hcim kcel

      es sterben ja kaum Leute an Alkohol Sucht und die Kiffer AA laufen auch über von all den süchtigen

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  • Mr.Manager am 13.02.2018 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Solidarität ist gefragt

    Ihr schreit nach Legalisierung ohne dabei auf uns Pharmamanager Rücksicht zu nehmen. Sollte dieses Zeug legalisiert werden, drohen den Pharmafirmen Milliardenverluste. Keiner von euch möchte zu Weihnachten Bilder von hungernden Pharmamanager sehen, also legt ein klares Nein in die Urne. Ein Dankeschön dafür gibt's auch von der Alk- und Tabaklobby. Schönen Tag.

    • Andy am 13.02.2018 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Herrlich

      Doch genau das wäre ein herrlicher Anblick, hungernde und Obdachlose Pharmamanager zu sehen! Wäre eine grosse Befriedigung, habt ihr euch doch lange genug eine goldene Nase verdient!

    • Ein Kiffer mit Arbeit am 13.02.2018 12:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.Manager

      ich weiß, es ist zutiefst ironisch gemeint, aber viele erkennen das nicht. übrigens, absolut köstlich. :)

    • Fox993 am 13.02.2018 13:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.Manager

      haha dieser text verdient ovation weiter so

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  • Chris am 13.02.2018 11:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Film

    Alkohol ist viel schädlicher und ungesunder als der Genuss von THC/CBD. Dennoch ist Alkohol legal und kiffen nicht...irgendwas stimmt doch da nicht... ich geh jetzt mal einen Rauchen...

    • Deniz am 13.02.2018 13:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn man sich mal informiert

      ..dann erkennt man dass das Verbot von Hanfprodukten aller Art in keinster Weise gesundheitliche Gründe hat. Dann wären auch industriell verarbeitete Lebensmittel, Energy Drinks und chemische Süssstoffe verboten. Das Verbot begründet sich einzig und allein auf den selben Gründen warum Pharma- und Papierlobby auch heute Millionen, wenn nicht Milliarden gegen die Legalisierung investieren, siehe USA vor der Legalisierung in Califonien.

    • Mr.Nice am 13.02.2018 13:12 Report Diesen Beitrag melden

      einfache Erklärung

      Das liegt ganz einfach daran dass die Leute, die solche Entscheidungen getroffen haben und noch immer treffen, selber gerne mal einen saufen aber mit Kiffen nichts am Hut haben. Mit Logik hatte die gesetzliche Regelung Alkohol-Tabak-Cannabis noch nie etwas zu tun.

    • Thor am 13.02.2018 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Deniz

      danke entlich mahl einer der wiso wieso Hanf Verboten ist

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  • Wakka am 13.02.2018 11:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CBD

    etwa gleich wie Alkoholfreies Bier :) .. dann lieber nichts.