Fernverkehr

12. Juni 2018 13:05; Akt: 12.06.2018 13:33 Print

BLS bekommt zwei Bahnlinien, SBB den Rest

Der Grossteil der Fernverkehrslinien und das Intercity-Netz gehen an die SBB. Die BLS bekommt zwei Interregio-Linien, wie der Bund entschieden hat.

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Die SBB betreiben weiterhin den grössten Teil des Fernverkehrs und dürfen die Intercity-Linien behalten. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) spricht der BLS aber zwei Interregio-Linien zu, wie am Dienstag verkündet wurde. Die neue Konzession gilt ab Ende 2019.

Die BLS hat 2017 das SBB-Monopol angegriffen: Sie bewarb sich um die Intercity-Linien Interlaken-Bern-Basel und Brig-Bern-Basel sowie um die RegioExpress-Linien Bern-Olten, Biel-Bern und Le Locle-Bern. Im Oktober 2017 entschied das BAV, die SBB-Konzessionen um zwei Jahre zu verlängern. Ab dem Fahrplanwechsel Ende 2019 gilt nun die neue Konzession, in der auch die BLS berücksichtigt wurde.

SBB bekommt ganzes Intercity-Netz

Die BLS erhält die Konzession für die beiden Interregio-Linien Bern-Biel und Bern-Burgdorf-Olten, wie das BAV mitteilte. Die Konzession für die übrigen Linien und damit auch für das ganze Intercity-Netz geht erneut an die SBB. Sie will künftig die Südostbahn (SOB) mit dem Betrieb von zwei ihrer Linien beauftragen, nämlich der Gotthard- Bergstrecke sowie der Linie Chur-Zürich-Bern.

Wie das BAV mitteilt, sollen die Passagiere vom Mehrbahnenmodell mit zusätzlichen Angeboten profitieren können. Weiter werde der Steuerzahler um 75 Millionen Franken entlastet. Damit in absehbarer Zeit eine Weiterentwicklung möglich sei, würden die neuen Konzessionen für je zehn Jahre erteilt, schreibt das BAV weiter.

BLS erwägt, Beschwerde einzureichen

BLS-Sprecher Matthias Abplanalp sagt zur neuen Konzessionsverfügung: «Die Verfügung bleibt deutlich hinter dem zurück, was die BLS als Gesuch eingereicht hat.» Der BLS-Verwaltungsrat werde entscheiden, ob die BLS die beiden Fernverkehrslinien ab Ende 2019 bedienen werde. «Er hält sich ausserdem die Möglichkeit offen, Beschwerde gegen die Verfügung einzureichen», so Abplanalp.

Update folgt ...

(sil/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • KometvonHelvetien am 12.06.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hm

    Die komplette Eisenbahn (ÖV) verstaatlichen (nicht halb Privat wie heute) und gut ist. Dieser Machtkampf um die Bahnlinien bringt dem Kunde am Ende nur Ärger

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  • Stefan M. am 12.06.2018 13:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Witz

    Entweder öffnet man den Markt komplett, das heisst: die SBB kann ebenfalls selbständig entscheiden welche Verbindungen sie bedient und wie oft, oder man lässt ihr das Monopol. Alles andere ist ein Witz. Die SBB ist jetzt schon defizitär, weil sie dank Bundesauftrag Verbindungen nach Hinterpfupfigen gewährleisten muss, und jetzt will man ihr auch noch die wenigen rentablen Strecken streitig machen.

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  • Alex am 12.06.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Fataler Fehler

    Die SBB hat einen Transportauftrag. Dies bedeutet, Sie muss auch nicht-rentable Strecken bedienen. BLS und co. nehmen natürlich gerne die hochrentablen Strecken und lassen die SBB auf den Strecken mit Negativ-Ergebnis sitzen. Dies führt zu einer Verschlechterung des Services, sowie einem Kostenanstieg. Diese Konzessionen hätten niemals erteilt werden dürfen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Steuerzahler ZH am 15.06.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Die BLS und die SOB sind ein alter Zopf!

    Betriebswirtschaftlich ist die Aufteilung der grösseren Schweizer Normalspurbahnen ein einziger Witz! In Wirklichkeit geht es bei BLS und SOB allein um "demografische Befindlichkeiten". Im Kanton Bern resp. in einigen Ostschweizer Kantonen ist man halt unglaublich stolz darauf, nebst Landwirtschaft und Kühen auch noch ein eigenes Bahnunternehmen zu besitzen, das der bösen SBB jetzt auch noch Konkurrenz macht. Dieser alte Zopf gehörte längst abgeschnitten!

  • Undertaker am 13.06.2018 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt

    Das der BLS wenn sie immer noch mit veralteten ex SBB Rollmaterial unterwegs sind. Beispiel Strecke Bern Luzern. Noch dazu fuhren sie ja auf intercity Strecken mit eigenem Material bevor sie alles abgestossen und die dafür Beschafften Loks in den Güterverkehr überführt haben! Aber das ist Jahre her und für heutige Verhältnisse ein klarer Fehlentscheid. Denn hätte man dies nicht gemacht, müsste man jetzt nicht darüber Diskutieren!

  • Hermine am 13.06.2018 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    BLS = unzuverlässig

    Noch mehr strecken, auf denen Unpünktlichkeit normal ist....

  • christoph am 13.06.2018 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    nicht wie bei der Post

    Ich möchte dass das ganze der sbb zukommt und mit einem service public auftrag ausgeführt wird. Man sieht es ja jetzt bei der Post was passiert wenn man alles Rentable weg nimmt (Telefonie) und der Rest halbstaatlich bleibt. Bähnlinien/höfe werden geschlossen so wie jetzt Poststellen.

  • Rabea am 13.06.2018 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber SBB

    Ich bin früher 4 Jahre täglich gependelt, ohne Verspätung. Seit ich in Bern wohne erlebe ich jede Woche mal mindestens ein par Minuten Verspätung.

    • Bahnfan am 13.06.2018 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rabea

      Ein paar Minuten ist nichts. Das gibt es bei jedem EVU.

    • Bob der Baumeister am 13.06.2018 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rabea

      Der Bahnhof Bern wird übrigens vollständig Infrastrukturseitig von der SBB betrieben. Ebenso die Pannen NBS, welche nahezu jedes Wochenende geschlossen ist und für schweizweite Verspätungen sorgt. Ebenso das Bauprojekt "Wylerentflechtung" welche ein enormer Verspätungstreiber ist, hat die SBB zu verantworten. Übrigens, viel Vergnügen! Diese Bauarbeiten dauern noch bis 2025 an.

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