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Energy Challenge

02. Juli 2018 06:50; Akt: 03.07.2018 08:48 Print

Wieso müssen wir in der Schweiz Wasser sparen?

Die Schweiz wird oft als Wasserschloss Europas bezeichnet. Dr. Energy erklärt, weshalb sich ein sorgfältiger Umgang mit Trinkwasser trotzdem lohnt.

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In der Wärmebilanz eines durchschnittlichen Haushaltes werden 20 bis 50 Prozent für die Wassererwärmung genutzt. Kurz zu duschen, anstatt regelmässig zu baden, macht sich daher auf der Stromrechnung bemerkbar (Bild: Flickr.com)

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In der Schweiz regnet es im Vergleich zu anderen Ländern oft und stark. In den letzten Jahren herrschte auch in heissen Sommern keine Wasserknappheit. Wieso werden wir nach wie vor zum Wassersparen angeregt?

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Auch in der Schweiz lohnt es sich, über Wassersparen nachzudenken. Dabei muss aber unterschieden werden, ob es um kaltes oder um warmes Wasser geht. Im Warmwasser ist viel Energie enthalten und es gibt einfache Möglichkeiten, ohne Komfortverlust einiges an Energie- und Energiekosten einzusparen.

Das Thema Wassersparen wird in der Schweiz sehr kontrovers diskutiert. Die Schweiz ist ein eigentliches Wasserschloss und Wasser ist fast in Übermass vorhanden. Wieso soll man damit sparsam umgehen? Es lohnt sich aber, hier genauer hinzuschauen. Es gibt tatsächlich Gemeinden – wie zum Beispiel Altdorf – in denen die gesamte Menge des Trinkwassers aus höher gelegen Quellen kommt. Das Gefälle kann genau gleich wie bei einem normalen Wasserkraftwerk für die Stromproduktion genutzt werden. Altdorf ist aber eine Ausnahme. Wenn das Trinkwasser im Grundwasser gefasst wird, muss es mit Pumpen gefördert werden.

Deutlich mehr Energie wird benötigt, wenn Trinkwasser aus Seewasser gewonnen werden muss. Insgesamt ist der Energieverbrauch für das Trinkwasser in der Schweiz ungefähr doppelt so hoch, wie der Energieverbrauch für die gesamte öffentliche Beleuchtung. Aus diesem Grund investieren die Wasserversorgungen Zeit und Geld in die Verminderung der Wasserverluste, in hocheffiziente Förderpumpen und ein ausgeklügeltes Wassermanagement. Auch du kannst hier einen kleinen Beitrag mit dem bewussten Umgang mit Trinkwasser leisten.

Bis zur Hälfte des Stromverbrauchs in einem Haushalt für Warmwasser

Im warmen Wasser ist unvergleichbar mehr Energie enthalten, als in kaltem Wasser. In der Wärmebilanz eines durchschnittlichen Haushaltes werden 20 bis 50 Prozent für die Wassererwärmung genutzt. Das Sparpotential ist darum enorm und wirkt sich unmittelbar auf den Energieverbrauch aus. Wenn das Wasser in einem Elektroboiler erwärmt wird, macht dies sogar meist mehr als die Hälfte des Stromverbrauches eines Haushaltes aus. Ein tropfender Wasserhahn kann darum schnell dazu führen, dass sich die Stromrechnung verdoppelt.

Es ist sehr einfach, den Warmwasserverbrauch zu vermindern und es gibt unendlich viele einfache Möglichkeiten. Hier ein paar Tipps:

1. Hände mit kaltem Wasser waschen.
2. Beim Kauf von Duschbrausen Produkte mit der Energieetikette A kaufen.
3. Produkte aus dem Tiefkühler nicht unter laufendem Wasserhahn auftauen lassen.
4. Geschirrspüler verwenden, statt von Hand abwaschen.
5. Duschen statt baden.

Nicht ganz unwesentlich ist auch, wie das Wasser erwärmt wird. Zuerst sollte darauf geachtet werden, die Wassertemperatur im Boiler nicht zu hoch einzustellen, 60 Grad Celsius genügen. Diese Temperatur ist aber erforderlich, um sicher zu sein, dass sich keine Legionellen bilden. Mit einem Wärmepumpenboiler kann der Energieverbrauch etwa um das Dreifache vermindert werden.

Noch besser ist es, auf dem Dach einer Solaranlage zu montieren, die für die Wassererwärmung verwendet wird: Mit einer solchen kannst du insbesondere im Sommer beliebig lang duschen, ohne dich um den Energieverbrauch kümmern zu müssen.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Myriam am 02.07.2018 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser, Abwasser, Dachwasser kostet

    Nicht nur das Wasser kostet, auch das Abwasser kostet, und zwar nicht wenig. Das wissen die wenigsten Leute. Sogar das Dachwasser (Abwasser) kostet!

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  • Peter M am 02.07.2018 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Falsches Thema

    Hier geht es wieder nur um den Strom, statt um das kostbare Gut selbst. Langsam reicht es. Es soll doch der BR mal vorne ranstehen und sagen was wirklich Sache ist: mit der Es2050 haben wir uns einige Probleme geschaffen, welche mit dem ewigen Wachstum nicht vereinbaren lässt. Darum soll jetzt jeder Bürger sparen, auch mit Komforteinbussen.

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  • W. Meier am 02.07.2018 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunftsproblem Nr. 1

    Ja ohne Wasser kein Leben. Aber gewisse Leute wollen ja die ganze Welt in die Schweiz holen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kleingärtner am 03.07.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Kannste alles vergessen

    Herrliche Ratschläge ! Da spart man mal eben einen Liter beim Waschen und haut am Abend mal locker 100 L über den Rasensprinkler raus.

  • M. Giger am 03.07.2018 19:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwasserkanäle brauchen Wasser

    Spaten ist ja gut, da es in der Kanalisation zu wenig Wasser hat, müssen die Kanäle vermehrt gespült werden, damit alle Festen Bestandteil bis in die Kläranlage kommen. Unter dem Strich bringt es gar nichts kaltes Wasser zu sparen. Wenn es der Verbraucher nicht macht, bringen es die Kanalreiniger in die Abwasserrohre. Ich

  • Fritz Rammstein am 03.07.2018 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wasser sparen für Reiche

    Sollen wir für die Hallenbäder der Reichen Wasser sparen ? - Nur blöd.

    • Bade Ente am 03.07.2018 19:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Fritz

      Genau so ist es. Sie drehen den Hahn während dem Zähne putzen zu und ich fülle meinen 20 Meter Pool. Finde es auch nicht richtig aber zu behaupten in der Schweiz müsse man Wasser sparen ist noch weniger korrekt. Seewasser zum aufbereiten ist beinahe unbeschränkt vorhanden.

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  • Moritz am 03.07.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie üblich

    Klare Antwort: Damit die Reichen auch in Zukunft genug davon haben.

  • Übermut tut selten gut am 03.07.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    über den Tellerrand blicken

    Wer einmal Äthiopien bereiste, weiss wie kostbar Wasser ist. Oft von Frauen, Mädchen weit herangeschleppt. Es hat noch nicht genug Brunnen nahe den Dörfern. Und hier dreht unsereiner in jedem Haushalt den Hahn auf und lässt es fliessen.

    • Delphin am 03.07.2018 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      Wir ertrinken eher als verdursten

      Wenn Menschen an Orten leben an denen ein Leben eigentlich nicht möglich ist passiert genau das. Alles ist wertvoll was es nur in geringen Mengen gibt. Die Schweiz hat aber mehr Süsswasserseen als jedes andere Land und dieses Wasser kann problemlos zu Trinlwasser aufbereitet werden.

    • Gina am 03.07.2018 19:26 Report Diesen Beitrag melden

      Danke für die logische Schlussfolgerung

      Wenn Sie nicht so viel Sauerstoff mit reden verbrauchen würde hätte der Mond vielleicht noch eine Atmosphäre.

    • Dd am 03.07.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

      Würden manche verzichten gäbe es da auch wasser

      Würden Superreiche oder Reiche solche Geld spenden hätten die schon lange alle Wasser. Aber gibt ja soviele die sehr viel haben und die andere kommen so aus

    • Moni am 03.07.2018 22:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dd

      Ja klar. Spenden! Super Idee! Dabei sind solche Länder voll mit Korruption . Am meisten nehmen nimmt die Tegierung!

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