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Energy Challenge

10. Mai 2018 09:33; Akt: 11.05.2018 17:30 Print

So reduzieren Sie Food-Waste

von Stephanie Sigrist - Freie Tage bedeuten vielfach gemütliche Grillabende und Essen mit den Liebsten. Hier gibt es Tipps gegen Food-Waste.

Eine der Massnahmen gegen Food-Waste ist, Lebensmittel nicht nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu beurteilen und vorschnell zu entsorgen. In der Infografik wird aufgezeigt, wie lange Essen wirklich haltbar ist.

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Je nach Quelle geht bis zu einem Drittel aller in der Schweiz produzierten Lebensmittel auf dem Weg zum Teller verloren oder wird verschwendet. Das sind pro Jahr rund zwei Millionen Tonnen Nahrungsmittel. Die Verluste über die ganze Lebensmittelkette sind laut dem Verein Foodwaste.ch in den meisten Ländern ungefähr gleich hoch. Sie unterscheiden sich allerdings in der Verteilung über die gesamte Lebensmittelkette. Während in Industrieländern rund die Hälfte der Lebensmittelverschwendungen auf die Endkonsumenten zurückzuführen ist, landet in Schwellen- und Entwicklungsländern in privaten Haushalten sehr wenig im Abfall. In den ärmeren Regionen der Welt sind dafür die Verluste bei der Ernte, in der Lagerung und der Verarbeitung höher, da vielfach effiziente Technologien und das nötige Wissen fehlen.

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Wie oft müssen Sie Lebensmittel wegschmeissen?

Hierzulande wird fast die Hälfte der Abfälle in Haushalten und in der Gastronomie verursacht: Pro Person landen in der Schweiz gemäss dem Verein Foodwaste.ch täglich 320 Gramm geniessbare Lebensmittel im Abfall. Dies entspricht fast einer ganzen Mahlzeit! Weggeworfene Lebensmittel verursachen schweizweit Mehrkosten in Milliardenhöhe und belasten Haushaltsbudgets unnötig.

Wegwerfen von Essen erhöht die weltweite Ernährungsunsicherheit

Food-Waste hat weitreichende Auswirkungen auf die Umwelt. Die Produktion von Lebensmitteln ist weltweit für rund 30 Prozent aller Umweltbelastungen verantwortlich. Werfen wir einwandfreies Essen in den Abfall, werden knappe Ressourcen wie Wasser, Böden und fossile Energieträger also vergebens belastet oder verbraucht. Gleichzeitig verknappt eine durch Verluste erhöhte Nachfrage das weltweite Angebot an Lebensmitteln – während die Ernährungssicherheit vieler Menschen nicht garantiert ist.

Nachfolgende Tipps helfen dabei, dass Sie weniger Lebensmittel entsorgen müssen.

Einkaufen: Ein häufiges Problem ist, dass zu viel eingekauft wird. Deshalb sollte man sich vor dem Wocheneinkauf fragen, wie oft in der darauf folgenden Woche wie viele Personen zu Hause essen werden, was zurzeit im Kühlschrank steht und wie man bereits gekaufte Lebensmittel mit Frischprodukten ergänzen möchte. Menüpläne und darauf basierende Einkaufszettel helfen dabei, bewusster einzukaufen.

Vermeidung von Rüstabfällen: In unseren Breitengraden werden viele Früchte- und Gemüsesorten geschält. Dies produziert vielfach bloss unnötigen Abfall und reduziert den Vitaminanteil des Lebensmittels, da ein grosser Teil der Vitamine diversen Untersuchungen zufolge direkt unter der Schale steckt. Die Schale von Äpfeln, Birnen, Gurken, Kartoffeln oder Rüebli beispielsweise ist gesund, die Frucht oder das Gemüse muss vor dem Verzehr allerdings gut gewaschen werden.

Aufbewahren: Wurden trotz des bedachten Lebensmitteleinkaufs doch mal zu viele Frischprodukte gekauft, lassen sich die meisten davon problemlos einfrieren. Bei Fleisch und Fisch hängt es vom Fettgehalt ab, wie lange die Produkte eingefroren werden können. Rind- und Kalbfleisch kann im Tiefkühler bis zu einem Jahr aufbewahrt werden, beim Geflügel sind es vier bis sechs Monate. Hart- und Scheibenkäse kann ebenfalls eingefroren werden, Weich- und Streichkäse hingegen nicht. Zahlreiche Gemüsesorten wie beispielsweise Bohnen, Erbsen oder Lauch sind tiefgekühlt mehrere Monate haltbar. Ein kleiner Tipp für Alleinlebende, die mit grossen Packungen zu kämpfen haben: Viele Lebensmittel wie etwa Reibkäse, Butter, frische Tortellini und Spätzle lassen sich portioniert einfrieren. Dies gilt auch für bereits gekochtes Essen: Nudeln, Reis oder Gemüse nach dem Kochen und Abkühlen in Gefrierbeutel geben und ab in den Tiefkühler damit. Frisches Obst und Gemüse ist eingemacht oder eingekocht maximal drei Monate haltbar. Aus den meisten Beeren lassen sich leckere Konfitüren zubereiten, sodass der Sommergeschmack bis nach Ende der Beerensaison anhält.

Vorräte: Auch wenn ein kleiner Notvorrat an lange haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln, Reis, eingemachtem Gemüse oder Fertigsaucen in Gläsern und Konservendosen eine beruhigende Wirkung haben mögen, sollte das Verfalldatum der Vorräte regelmässig überprüft und die Lebensmittel aufgebraucht werden, bevor der Vorrat wieder aufgestockt wird.

Nachdenken: Das Verfalldatum bringt uns gleich zum nächsten Punkt: Lebensmittel sollten nicht nur nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum beurteilt werden. Es ist besser, das Produkt genau zu betrachten, daran zu riechen und es zu betasten. Hat die Milch noch keine Klumpen oder riecht sie noch nicht sauer? Ist die geöffnete Fertig-Sauce nicht mit Schimmel überzogen und riecht normal? Ist der etwas welk gewordene Salat tatsächlich nicht mehr essbar? Oft können Produkte auch nach Ablauf des Verfalldatums noch ohne Gesundheitsrisiko oder Geschmackseinbussen konsumiert werden.

Resteverwertung: Vom Grillabend sind noch zwei Wienerli, etwas Gemüse und wenige Scheiben Brot übriggeblieben. Was macht man damit? Aus den Essensresten lassen sich zahlreiche Suppen zubereiten, mit den Resten aus unserem Beispiel beispielsweise eine Gerstensuppe mit Wurst- und Gemüseeinlage. Dazu passt bereits hart gewordenes Brot, das in die Suppe getunkt werden kann. Nudelsalat oder die aus Klassenlagern bekannte Fotzelschnitte eignen sich ebenfalls gut zur Resteverwertung.

Teilen: Eine Alternative zum Einmachen, Einfrieren und zur Resteverwertung stellt Food Sharing dar. In vielen Städten gibt es inzwischen Initiativen gegen Food Waste, wobei Lebensmittel, die zwar noch geniessbar sind, aber das offizielle Verfallsdatum bereits überschritten haben, getauscht oder verschenkt werden.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jürg K am 10.05.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das beste Rezept gegen Food Waste....

    ....ist schlicht und einfach, keine Esswaren weg zu werfen. Ganz einfach und genau so mache ich es. Ich werfe KEINE ESSWAREN WEG. Wenn ich beispielsweise Reis mache, dann wir jedes Korn gegessen und kein Einziges bleibt beim Abwasch in der Schüssel zurück. Resten werden bei der nächsten Malzeit gegessen. Im Laden kaufe ich, wenn immer möglich die reduzierten Waren, nicht um Geld zu sparen, sondern, um sie vor dem Wegwerfen zu retten. Das mache ich schon mein Leben lang so.

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  • Martial2 am 10.05.2018 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wiederverwertung wäre intelligent...

    Früher wurden Speiseresten gesammelt und den Saumästereien abgegeben, das war eine gute Sache... Heute landet alles im Container resp. Abfallkübel. Schade...!

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  • Jacqueline am 10.05.2018 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Welker Salat

    Den Strunk des Salats frisch anschneiden und für ein paar Stunden in ein mit Wasser gefülltes Suppenteller legen und schon ist er wieder knackig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Iri am 12.05.2018 00:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Resteverwertung

    Russischer Salat aus Resten: Kartoffeln, Karotten, Mais, Erbsen, würstchen, käse, eier, zwiebeln, Sauergurken. Alles aufkochen, schneiden, mit Majonäse und Naturejoghurt würzen.

  • Blerim Blero am 11.05.2018 22:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wurst

    Und warum sollte ich essen nicht wegschmeissen? Wenns abgelaufen ist oder das essen mir nicht schmeckt (selten der fall) dann schmeisse ichs weg! Mir doch wurst! Im tiefkühler reintun ist nicht so mein ding. Ich bezahle es also darf ich mit essen machen was ich will! Wir sind doch nicht im kindergarten das ihr erwachsene belehren müsst was sie dürfen und was nicht!

    • Jerim Jero am 14.05.2018 08:34 Report Diesen Beitrag melden

      Interessant...

      ... also ich habe bereits im Kindergarten gelernt, dass man aufessen soll. Anscheinend bedarf es also trotzdem einiger Belehrungen.

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  • Christofferus am 11.05.2018 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klappt meistens...

    Rechtzeitig in den Tiefkühler und dort nicht vergessen, dann klappts!

  • June am 11.05.2018 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klein anfangen

    Ich gebe mir Mühe, wo immer möglich die hässlichen Entlein zu kaufen. Seien es zweibeinige Rüebli (Coop Ünique), nicht perfekt rote Tomaten oder Ware mit 50%-Kleber. Ich esse es im Endeffekt, dann sehen sie auch nicht mehr nach Hochglanzfoto aus ;-) und wenn ich es nicht kaufe, tut es evtl. kei er und das qualitativ einwandfreie Essen landet im Abfall. Das letzte Mal Essen weggeworfen habe ich Mitte April: ich hatte eine Kiwi vergessen und sie war ganz weich (innen fast flüssig) und roch nach Schnaps. Wäre ich Schwarzbrenner, hätte ich sie verwenden können - so ernährt sie den Komposthaufen.

  • Nurijah am 11.05.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Foodshelf

    Foodshelf gibt es schon länger, ist übersichtlicher und komplett gratis. (Nix mit "mach ein Angebot")