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Energy Challenge

08. Juli 2018 11:25; Akt: 08.07.2018 11:25 Print

Johannisbeere, die lokale Superfood-Alternative

Von weither importierte Superfrüchte schaden der Umwelt. Regionale Johannisbeeren haben die gleiche Wirkung und sind umweltschonender.

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In den letzten Jahren entstand ein regelrechter Hype um sogenannte Superfoods wie Goji-Beeren, Avocados oder Matcha-Tee. Sie sollen unter anderem schlank machen und jung halten. Diese exotischen Lebensmittel sind für unseren Planeten jedoch alles andere als super, da ein ressourcenintensiver Anbau und Transporte um die halbe Welt die Umweltbilanz negativ beeinflussen. Es gibt heimische Alternativen zu Superfood, die genauso gesund und lecker sind, der Umwelt aber deutlich weniger schaden. Ein Beispiel für lokale Superfrüchte sind Johannisbeeren, die in der Schweiz von Mitte Juni bis Mitte August geerntet werden können.

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Achten Sie darauf, welche Lebensmittel Saison haben?

Pflanzliche Produkte aus der Region sind umweltfreundlicher, wenn sie auch Saison haben. Dies ist vor allem auf die graue Energie zurückzuführen. Dabei handelt es sich um die Energiemenge, die auf dem Lebensweg der Produkte benötigt wird. Sie steckt zum Beispiel im Wärme- und Strombedarf bei der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln, im verbrauchten Treibstoff für den Transport, in der Produkteverpackung, sowie Strom- und Wärmebedarf bei Lagerung, Verkauf und Zubereitung. Wenn Obst und Gemüse in beheizten Gewächshäusern produziert wird, macht die Heizenergie den grössten Teil der grauen Energie aus. Deswegen sollten umweltbewusste Konsumenten auf Saisonfrüchte und -gemüse aus Freilandanbau setzen.

Dreimal mehr Vitamin C als Zitronen

Gemäss dem Schweizer Obstverband gibt es über 50 Johannisbeeren-Sorten. Ihnen allen ist ein hoher Anteil an Vitamin C gemeinsam. Schwarze Johannisbeeren, die hierzulande auch Cassis genannt werden, enthalten im Durchschnitt rund 180 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm – das ist über dreimal mehr als Zitronen mit gut 50 Milligramm auf 100 Gramm. Bereits eine Handvoll Cassis deckt den praktisch den ganzen Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen.

Rote Johannisbeeren kommen immerhin auf knapp 40 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm. Der farb- und geruchlose Feststoff sorgt unter anderem für die Bildung von Kollagenfasern im Körper, wodurch das Bindegewebe gestärkt und beispielsweise Cellulite entgegengewirkt wird. In Kombination mit den ebenfalls in Johannisbeeren enthaltenen Phenolsäuren und Flavonoiden beugt Vitamin C zudem der Ablagerung von Cholesterin an den Arterienwänden vor. Dadurch wird das Risiko von Bluthochdruck und Herzinfarkten reduziert.

Cholesterinspiegel senken und Verdauung fördern

Im Vergleich zu anderen Früchten enthalten Johannisbeeren zudem einen höheren Anteil an Ballaststoffen, die ebenfalls den Cholesterinspiegel senken und die Verdauung fördern. Nach einer anstrengenden Trainingseinheit hilft das Stachelbeergewächs mit bis zu 280 Milligramm Kalium pro 100 Gramm, den Elektrolythaushalt zu kontrollieren.

Johannisbeeren werden am besten frisch gegessen oder innerhalb von drei Tagen nach der Ernte zu Gelee, Konfitüre, Sirup oder Likör verarbeitet, da sie nicht lange haltbar sind und schnell zu saften sowie schimmeln beginnen. Möchte man sie einfrieren, sollten die Beeren zuerst mit einer Gabel von den Rispen entfernt werden.

(sts)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Butterfly am 08.07.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grossmutters Küche

    Esst und kocht doch wie früher unsere Grossmütter! Dann brauchen wir kein Superfood!

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  • Amina123 am 08.07.2018 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ch frucht&gemüse zu 90%

    ich achte meistens schon auf früchte und gemüse,dass hier saisonal gedeiht.aber manchmal überkommt mich einfach der gluscht nach mango oder avocado.und die wachsen hier leider nicht,wie auch bananen,ananas und kokosnüsse.

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  • Peter Franz am 08.07.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Ökobilanz?

    Naja, solange man ins Ausland zum Einkaufen fährt, muss man sich über die Ökobilanz eh nicht auslassen! Da haben bei der Umfrage vermutlich einige nicht die Wahrheit gesagt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs am 09.07.2018 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saison

    "umweltfreundlicher, wenn sie auch Saison haben": ist schon zutreffend. Aber : zB. Äpfel/Birnen haben hier Saison von September bis ca. Oktober, Tomaten Juli/August, etc. Alles ausserhalb ist nicht Saison, auch wenn Schweiz drauf steht. Entweder wird dann geheizt produziert, oder zu Tode gelagert, wie zB. Äpfel über 6 Monate. Das hat dann mit der genannten Umweltfreundlichkeit nichts mehr zu tun, und ist möglicherweise energieeffizienter von Orten zu importiren wo wirklich Saison ist. Aber das will man bei uns natürlich nicht hören, weils nicht passt. Mit reinen lokalen Saisonprodukten, ohne heizen bzw. lagern, wäre die Auswahl auf ziemlich kurze Zeiten beschränkt.

  • Désy am 08.07.2018 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Désy

    Was mich am meisten aufregt ist das die armen Bauern aus den fernen Ländern aus denen die importieren Früchte stammen praktisch keinen Cent von den Einnahmen die ihre mit seiner gefaltet angepflanzten Früchte und Gemüse sehen.

    • Fernfahrer am 08.07.2018 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      Maut

      Benzin- und Krankenkassenpreise treiben die Welt in ins Sportballstadion, den ganzjährigen Saisonausverkauf, oder ins Vereins-Lotto des Kleintierzüchter.

    • Fernseher am 08.07.2018 23:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Fernfahrer

      Gefährlich. Du sollst dir Johannisbeeren nicht gleichzeitig in die Ohren und in die Nase stecken :-/

    • usr am 09.07.2018 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Désy

      aber sie können dort davon leben, und das ist gut. Bitte nicht mit unserer Höchstpreisinsel vergleichen, das ist nicht der Massstab. Ohne unsere Importe hätten sie allenfalls gar kein Einkommen um davon leben zu können.

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  • A Beeren Man am 08.07.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Beeren und Obst, feiiin

    Ich hab einen Garten, mehrere Sorten Beeren, einige Obstbäumchen und viel Gemüse, speziell 30 Sorten Tomaten und Paprika, einfach köstlich und fantastisch, klar gibt viel Arbeit, aber unbezahlbar für mich und die Natur, dieses sogenannte Superfood wo tausende Kilometer herangekarrt wird finde ich unmöglich und unnötig, wer hat noch den Bezug zu seinem Essen, und das schlimmste, die Grossverteiler machen es uns leicht dies zu akzeptieren.

    • Johnny am 08.07.2018 23:34 Report Diesen Beitrag melden

      Schön für dich

      Hat halt leider nicht jeder so viel Zeit und andere Hobbies. Musst du auch bedenken.

    • PatMag am 08.07.2018 23:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Johnny

      Ein Johannisbeerbusch musst du einmal im Jahr schneiden, düngen und ernten und mit einer automatischen Bewässerung hast du gar keine Ausrede mehr...

    • Fakt am 09.07.2018 16:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @A Beeren Man

      korrekt. Aber der Zeiraum wo das bei uns so verfügbar ist, ist recht kurz. Danach ist Schluss mit lokal.

    • PatMag am 09.07.2018 20:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fakt

      Äh, einmachen? Eine super Alternative!

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  • Alternative für die Schweiz am 08.07.2018 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio und so...

    Es gibt so viele Möglichkeiten, beim Biobauer einzukaufen, oder sich im Reformhaus einzudecken... Man ist was man isst...!

  • Eckzahn am 08.07.2018 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Supersauer

    Vor allem sind sie supersauer!