Freiburger Gerichtsfall

13. März 2018 15:21; Akt: 13.03.2018 15:21 Print

Mann (29) besass 1752 Nacktbilder von Kindern

Ein 29-jähriger Freiburger beging sexuelle Handlungen mit Minderjährigen und liess sich Nacktbilder zuschicken. Seit Dienstag steht er vor dem Strafgericht in Tafers.

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Wegen sexuellen Handlungen mit Kindern und Pornografie in 80 Fällen steht ein Freiburger vor dem Strafgericht in Tafers. (Bild: tafers.ch)

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Um Nacktfotos und -videos mit jungen Knaben auszutauschen, bewirtschaftete ein 29-jähriger Freiburger über 70 E-Mail- und Facebook-Konten als Pseudonyme. Mit mindestens acht Fake-Profilen gab er sich zudem als Mädchen aus. Seit Dienstag steht der Mann nun vor dem Strafgericht in Tafers, wie die «Freiburger Nachrichten» schreiben. Angeklagt ist er wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern und Pornografie, Verleumdung, versuchte Drohung sowie Nötigung.

Durch Opfer auf die Spur gekommen

Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde die Berner Staatsanwaltschaft durch ein Opfer auf den Beschuldigten aufmerksam. Der damals 17-Jährige hatte sich bei der Polizei gemeldet und angegeben, er sei von einem Mädchen aufgefordert worden, diesem Nacktbilder von sich zukommen zu lassen. Sein damals 13-jähriger Bruder sei mit der jüngeren Schwester des Mädchens in Kontakt gestanden. Beide Knaben verschickten mehrmals Nacktfotos von sich.

Ein damals 26-jähriger Freund habe ihnen zudem bestätigt, dass die Mädchen existierten. Dieser Freund habe sie täglich besucht und habe manchmal beim älteren Bruder im Bett geschlafen. Dabei habe der Freund ihn auch hin und wieder im Genitalbereich berührt. Wie sich später herausstellte, handelte es sich beim Freund um den Angeklagten, der sich hinter den Mädchen-Profilen verbarg.

1752 pornografische Inhalte erhalten

Gemäss den Ermittlungen, die im Zuge der Verfahrenseröffnung im Dezember 2015 eingeleitet worden waren, schädigte der Angeklagte während dreieinhalb Jahren 80 Minderjährige, 50 darunter waren jünger als 16 Jahre. In 58 Fällen machte sich der Angeklagte der Pornografie schuldig. 1752 pornografische Inhalte erhielt der Angeklagte von seinen Opfern. In zwölf Fällen brachte der Beschuldigte Mindejährige dazu, sich beim Masturbieren zu filmen oder zu fotografieren und ihm die Inhalte zu schicken. In zwei Fällen kam es zu direkten Kontakten und sexuellen Handlungen mit Kindern.

Ende 2015 kam der Angeklagte für drei Monate in Untersuchungshaft. Seit 2017 sitzt er erneut im Gefängnis, weil er erneut straffällig geworden ist.


(sul)