Feuer in Bern

09. Juli 2018 23:56; Akt: 10.07.2018 12:08 Print

Zwei Personen im Spital nach Brand in Altstadt

In der Berner Altstadt ist am Montagabend im Dachstock eines unbewohntem Patrizierhaus ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehr stand die ganze Nacht im Einsatz.

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In der Berner Altstadt ist am Montagabend der Dachstock eines Hauses in Brand geraten. Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot zum Einsatz ausgerückt. Zwei Personen sind zur Kontrolle ins Spital eingeliefert worden. Ernsthaft verletzt wurde niemand.

Bei einer Person bestand laut Staatsanwaltschaft der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung, die andere wies andere gesundheitliche Beschwerden auf. Sechs Personen aus einem Nachbargebäude wurden vorsorglich evakuiert. Ob sie alle in ihrer Wohnungen zurückkehren konnten, war am Abend noch unklar.

Wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Bern zum «Bund» sagte, ist der Brand im Dachstock des Morell-Hauses in der Postgasse in der Nähe des Rathauses ausgebrochen. Dort befindet sich eine Baustelle.


Mehrere Dutzend Angehörige der Feuerwehr hätten das Feuer bekämpft. Ein Übergreifen auf andere Häuser habe offenbar verhindert werden können. Kurz vor 20 Uhr seien kaum noch Flammen sichtbar gewesen. Die Löscharbeiten dauerten allerdings bis in die Nacht an.


Laut einem Leserreporter zeichnet sich ein sehr grosser Sachschaden ab: «Es sieht schlimm aus. Nur noch ein schwarzes Gerippe ist übrig», schildert der Zeuge.

Die Altstadt war in Rauch gehüllt. «Er brannte stark in den Augen und Atemwegen», so ein weiterer Leserreporter.
Das Gebiet war zeitweise grossräumig abgesperrt worden. Später waren noch die Buslinien 12 und 30 eingeschränkt, die Strecke zwischen der Unteren Gerechtigkeitsgasse und der Nydeggbrücke war gesperrt. Über die Brandursache wurde noch nichts bekannt gegeben.

Eine Anwohnerin hat den Feuerwehreinsatz gefilmt:



Leserreporter filmen den Brand in der Unteren Berner Altstadt.

Das Morell-Haus ist denkmalgeschützt und seit 1861 im Besitz der Stadt Bern. Zuletzt war hier das Ratssekretariat des Stadtparlaments untergebracht.

Nach dessen Umzug an die Predigergasse wurde entschieden, das Haus umzunutzen und einer Gesamtsanierung zu unterziehen.
Geplant waren total sieben 2- und 3-Zimmerwohnungen, die bis Mitte 2019 entstehen sollten.

Die Sanierung des Patrizierhauses hatte unerwartete historische Bauelemente zum Vorschein gebracht, wie es in einem Bericht vom «Bund» heisst. Fachleute würden diese als Sensation bezeichnen. Die bunt gefärbten Deckenverzierungen im Stil des Frühbarocks etwa würden aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert stammen und seien gut erhalten.


(kaf)