Wahlkampf

09. März 2018 16:58; Akt: 11.03.2018 13:21 Print

Jusos ziehen sich bis auf die Unterhosen aus

Die Juso Bern wettern gegen die Berner Polizei. Nun veröffentlichen sie während des Grossratswahlkampfs ein Video einer nachgestellten Leibesvisitation.

Eine Leibesvisitation, nachgestellt von der Juso Bern. (Video: JUSO Bern)
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Die Berner Jungsozialisten stören sich an den Polizeipraktiken. In einem Video stellen sie eine Leibesvisitation nach, wie sie laut eigener Aussage gang und gäbe ist.

«Sicherheit statt Repression», so lautet eins der vier Themen, die sich die Juso für den Grossratswahlkampf ausgesucht haben. Die Partei wirft der Kantonspolizei vor, jeweils zu drastisch einzuschreiten, wie auch dem Wahlkampf-Programm der Jungpartei zu entnehmen ist. Dort steht: «Es werden bewusst unverhältnismässige Polizeidispositive aufgefahren, die als Provokation verstanden werden und Gewalteskalationen fördern.»

Kapo: «Fantasievideo für politische Stimmungsmache»

Speziell an den Pranger stellt die Juso die Leibesvisitationen der Kapo. Eine solche Durchsuchung, bei der sich der Verdächtige oft nackt ausziehen müsse, stellt sie in einem Video nach. Auch bei friedlichen Demonstrationen müssten stets viele Demonstranten mit auf den Polizeiposten, erklärt Barbara Keller, Co-Präsidentin Juso Kanton Bern. «Sicher gibt es Momente, wo eine solche Durchsuchung angebracht ist, aber in einer so grossen Zahl dient das nur noch der Einschüchterung der Bevölkerung.»

Auf Anfrage von 20 Minuten äussert sich die Medienstelle der Kantonspolizei wie folgt: «Das Video entspricht weder der reellen Polizeiarbeit noch unseren Werten. Vor dem Hintergrund, dass es sich bei diesem Fantasievideo um eine politische Stimmungsmache für ein Abstimmungsanliegen handelt, nehmen wir dazu grundsätzlich nicht weiter Stellung.»

Quittung für die Angehaltenen

Dass die Polizei ihre Praxis ändert, davon geht die Juso nicht aus. Keller: «Unser Ziel ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren und genauer hinzuschauen.» Ein erster Schritt in die richtige Richtung sei die Schaffung einer Stadtpolizei, sodass die Beamten nur noch in einer Region eingesetzt würden und dadurch ein feineres Gespür für diese entwickeln könnten.

Ein weiterer Ansatz der Juso sei ein Ticketsystem, erklärt Keller. «Jedes Mal wenn jemand auf den Posten mitgenommen wird, erhält er eine Quittung, sodass endlich bewiesen werden kann, dass manche Leute viel öfter von der Polizei mitgenommen werden als andere.» Vor allem dunkelhäutige Personen hätten nach eigener Erfahrung oft einen schweren Stand, wenn sie von Polizisten angehalten würden.

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gonzo am 09.03.2018 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesicht

    Sie können bei jeder Aktion nur Ihre Kleider verlieren ohne zu merken, dass sie scho längst ihr Gesicht verloren haben. Mich habt ihr damit jedenfalls nicht beeindruckt....

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  • Fraz am 09.03.2018 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie heisst das?

    Woher die Jusos wohl so genau wissen wie eine Leibesvisitation abläuft? Also ich hatte keine Ahnung das sich die Leute dabei nackt ausziehen müssen. Im Übrigen zeigen die jungen Linken offenbar gerne ihre eigene nackte Haut in der Öffentlichkeit. Funnycello hat's vorgemacht. Etwas problematisch finde ich. Dafür gibt es doch eine wissenschaftliche Bezeichnung? Es gibt Menschen die sich wegen solchen Neigungen behandeln lassen müssen...

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  • Janl99 am 09.03.2018 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer alleine...

    ...kann nicht streiten. Ich denke mal, dass die Polizei weiss was sie macht, sonst wäre etwas ganz falsch in diesem Land.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jannick am 10.03.2018 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hmm, Kleinhirn an Grosshirn

    «Jedes Mal wenn jemand auf den Posten mitgenommen wird, erhält er eine Quittung, sodass endlich bewiesen werden kann, dass manche Leute viel öfter von der Polizei mitgenommen werden als andere.» Ja, vielleicht liegt das ja daran, dass manche Leute viel krimineller sind als andere?!

  • Manorom am 10.03.2018 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Chaoten halt...

    Ich glaube nicht, dass "DIE Polizei" so wie im Film dargestellt handelt, auch wenn es Ausnahmen geben wird. Aber wie "DIE Chaoten" agieren, das wissen wir wohl alle, auch wenn es auch hier Ausnahmen gibt. Die Staatsgewalt wird von einigen Menschen nicht mehr respektiert und da soll die Polizei ruhig auch mal etwas härter durchgreifen dürfen, das erwarte ich sogar, schliesslich verrichten sie ihren Dienst unter Einsatz von Leib und Leben zu unserem Schutz. Das dürfen wir nicht vergessen. Danke an alle Polizisten!!

  • dave am 09.03.2018 23:55 Report Diesen Beitrag melden

    hmmmmm...

    Gibt es einen Gund dass sie einen Mann in Frauenunterwäsche gesteckt haben? Soziales statement obendrauf?

  • ps am 09.03.2018 22:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hosen

    ja dann macht doch das wenns euch guttut. jeder lässt heute die hosen runter, mal freiwillig und mal etwas weniger. das ist kein hingucker mehr

  • Klugscheisser am 09.03.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Polizei

    Danke Polizei für euer Dienst! Weiter so! Wenn man was ändern muss dann die Gerichtshöfe. Wieder Recht statt Geld!