Amt wird aktiv

16. Mai 2018 05:50; Akt: 16.05.2018 07:00 Print

Thuner wegen illegalem Töff-Unterstand verpfiffen

Der Thuner Marc U. baute ohne Bewilligung einen Töff-Abstellplatz. Einem Unbekannten passte dies nicht: Er gelangte in U.s Garten, schoss Fotos und beschwerte sich bei der Stadt.

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Der Schreck war gross, als Marc U.* Mitte Mai einen Brief vom Amt für Stadtliegenschaften erhielt. Sein kürzlich errichteter Töff-Unterstand, den er an sein Gartenhaus angehängt hatte, sei widerrechtlich, da Parkplätze auf Rasenflächen unzulässig seien. Bis Ende Mai müsse der Rückbau erfolgen, so die Behörden.

Ausserdem lagen dem Brief Beweisfotos bei. Ein Unbekannter war aufs U.s Grundstück geschlichen, um den illegalen Abstellplatz abzulichten. Dieser Unbekannte musste den 22-Jährigen später bei den Behörden verpetzt haben.

«Frechheit, in einen Garten einzudringen»

Da das Zusatzdach weder anbetoniert ist noch in irgendeiner Weise über U.s Gartengrenze hinausragt, versteht der junge Mann die Aufregung des unbekannten Fotografen nicht. Mit einem Facebookpost in der Gruppe «Du bisch vo Thun, wenn...» machte U. seinem Ärger Luft: Er finde es zwar schön, dass sich der selbsternannte «Hilfssheriff» so für seinen Garten interessiere, beginnt er in sarkastischem Ton, «aber einfach so in meinen Garten reinzulatschen, um Fotos zu machen, das ist nicht die feine Art». Auf Anfrage von 20 Minuten findet U. klarere Worte für den Unbekannten: «Es ist eine Frechheit, in einen Garten einzudringen und Fotos zu schiessen.»

Er wisse übrigens haargenau, wo der ungebetene Paparazzo gestanden habe, denn die Stadt habe ihm die Fotos zugeschickt.
Er sei sich im Klaren, dass es Regeln brauche und dennoch hoffe er, «dass Missgunst und Bünzlitum in unserer schönen Stadt (Thun) nicht überhandnehmen». Mittlerweile reagierten über hundert Leute auf den Post und 44 Kommentare gingen ein. Die meisten äussern sich pro U.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Der Illegalität seines Vorhabens war sich U. nicht bewusst, denn er klärte im Vorfeld ab, dass das Bauwerk weder die erlaubte Höhe noch die zugelassene Fläche überschreite. U. hat inzwischen schon ein Idee, wie er das Problem lösen könnte: «Ich werde vier Räder montieren und schauen, ob ich den Anbau als Mobil deklarieren kann», schreibt er auf Facebook.

Gegenüber 20 Minuten sagt der gelernte Sanitärinstallateur, dass das weitere Vorgehen noch nicht ganz klar sei. «Vielleicht kommt in nächster Zeit jemand von der Stadt vorbei, dann schauen wir weiter.» Das letzte Wort im Knatsch um den fraglichen Töff-Unterstand ist also noch nicht gesprochen.

* Name der Redaktion bekannt

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bänz am 16.05.2018 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir Verblöden

    Es ist doch Traurig das es immer wieder Leute gibt die keine andere Aufgabe finden als Mitmenschen zu Ärgern!!! Wehren sie sich Herr U.

  • Death Parade am 16.05.2018 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    typisch schweizer man gönnt seinen nachbarn nichts mehr....

    einklappen einklappen
  • fhgzuf am 16.05.2018 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne worte

    die schweiz vom feinsten...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ketzer am 16.05.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Die Antwort

    Ich habe mich oft gefragt wieso, für jeden noch so kleinen Umbau, ein Baugesuch im Amtsblatt eingereicht werden muss? Jetzt weiss ich es!

  • Anonym am 16.05.2018 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Bünzli Schwizer

    Alle die meinen das Petzen wäre typisch Bünzli Schwizer und dann Herr U. noch raten eine Anzeige zu erstatten. Sorry Leute, wegen Kleinigkeiten immer Anzeige zu erstatten, dann wenn es sein muss sogar noch den Anwalt einbeziehen, das ist genau so Bünzli Schwizer. Früher klärte man solche Nachbarkonflikte noch bei Kaffee oder Bier. Gilt übrigens für den Fotografen sowie für Herr U. Mit reden kann man einiges erreichen, versucht es mal ;)

  • t.räumer am 16.05.2018 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    realistisch bleiben

    man zeigt doch niemanden an wenn nichts zu schaden kommt...ausser bei neid,unzufriedenheit oder gebrochenem stolz! seid lieb miteinander!

  • Loreley am 16.05.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bünzlischwiizer

    Missgunst und Bünzlitum sind nicht nur in Thun angekommen. Hab mich schon oft gefragt, warum Herr und Frau Schweizer so ticken. Drn Typ würde ich anzeigen wegen Hausfriedensbruch. Hat auf einem privaten Grundstück nux verloren. Und die Behörden sollten sich endlich mal um das immer schlimmer werdende Littering-Problem kümmern, als anständigen Bürgern das Leben schwer zu machen. Der Unterstand sieht top aus!

  • Hans Peter Frehner am 16.05.2018 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reagieren

    Dies ist wirklich kleinlich und auch schikanös. Die Behörde musste reagieren, aber ich rate zum Gespräch es wird eine Lösung geben. Ja ein mobiler Unterstand braucht keine Bewilligung. Ich rate zu einer Anzeige gegen unbekannt wegen Eindringen in privates Eigentum und auch unerlaubtem fotografieren.. Dieser Tipp wird garantiert verurteilt und es muss ihn mögen wenn der Unterstand bleiben darf. Da geht dann die Post ab da durch die Anzeige bekannt werden dürfte wer der freundliche Verpatzer ist.