Basel

14. Mai 2018 09:45; Akt: 14.05.2018 09:54 Print

Prestige-Neubau der Uni wird zum Debakel

Drei Jahre Verspätung und Mehrkosten in Millionenhöhe: Beim Neubau des Biozentrums der Uni Basel häufen sich Pleiten, Pech und Pannen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Schon vor einem Jahr hätte die Universität Basel das neue Biozentrum beziehen sollen – heute ist es noch immer eine Baustelle. Der 330 Millionen Franken teure, 73 Meter hohe Turm wird voraussichtlich erst im Herbst 2019 bezugsbereit sein.

Dass es auf der Baustelle Probleme gibt, ist schon länger bekannt. Etwa mit der Elektrofirma und dem Sanitärplaner. Doch das ist längst nicht alles. Ein vertraulicher Bericht der Regierungen beider Basel, der dem SRF-«Regionaljournal» vorliegt, zeigt erstmals das ganze Ausmass des Bionzentrum-Debakels.


Im April 2016 kam es zu diesem spektakulären Kurzschluss auf der Baustelle des Biozentrums. (Video: Leser-Reporter)

Beim Prestige-Neubau der Universität folgt eine Panne der nächsten. Der Konkurs der Elektrofirma Ende 2016 verursachte demnach «massive Störungen, die bis heute andauern», heisst es darin. Die Fehlplanungen bei den Sanitärarbeiten Mitte 2017 hatten eine Verzögerung von einem halben Jahr und Mehrkosten über vier Millionen Franken zur Folge. Die Brandschutzfirma musste wegen unqualifiziertem Personal und Pfusch Ende 2017 ebenfalls ausgewechselt werden.

Reserven schon seit Janaur aufgebraucht

Der Bericht schiebt den Schwarzen Peter dem Generalplaner zu. Dieser habe «die Komplexität des Projekts unterschätzt». Die Reserven beim 330-Millionen-Projekt sind laut dem Bericht des «Regionaljournals» seit Januar aufgebraucht. Seitens Baudepartement ist zurzeit die Rede von Mehrkosten in der Höhe von rund 20 Millionen Franken.

Leidtragende des Baudebakels ist die Universität. Sie ist die künftige Nutzerin und Eigentümerin, aber nicht die Bauherrin. Welche Kosten die dreijährige Verzögerung dort verursacht, ist nicht bekannt. Die «BZ Basel» schreibt in einem Bericht über die Kostenexplosion bei Biozentrum, dass die Uni «not amused» sei, zur aktuellen Lage aber noch nicht Stellung genommen habe.

(lha)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Free am 14.05.2018 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum?

    Warum passiert das praktisch bei jedem von Staat oder der Stadt finanzierten Bau? Wie ist das möglich. Ich kenne diverse Leute welche schon Häuser bauen liessen. Aber bei keinem wurde so massiv falsch kalkuliert. Nur jedesmal wenn der Staat oder die Stadt einen Bau in Auftrag gibt kommt es zu immensen Mehrkosten. Warum?

    einklappen einklappen
  • Philipp Baer am 14.05.2018 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Absicht - fatale Folgen

    Das Submissionsgesetz, das die Vergabestelle zwingt, das wirtschaftlich günstigste (billigste) Angebot zu wählen, wird hier zum fatalen Bumerang.

    einklappen einklappen
  • timbukto am 14.05.2018 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rechenschaft steuerlast

    hauptsache man vergibt immer dem günstigsten anbieter! traurig in dem fall, dass wieder der steuerzahler mittragen darf. bravo schweiz

Die neusten Leser-Kommentare

  • deb_ch am 14.05.2018 11:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundsatz.

    In der Baubranche darf man getrost für Unvorhersehbares mindestens 30 % zum offerierten Preis dazu rechnen! Und bei aktuellen Bauprojekten zusätzlich weitere 50 % für die Instandhaltung über die nächsten 10-15 Jahre. Nach 15-20 Jahren fallen dann Abbruch-, oder Teilabbruchkosten an. Für diese Kalkulation muss man kein Genie sein, sondern nur die diversen Bauszenarien ein bisschen beobachten..

  • Matt18 am 14.05.2018 11:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld

    Das war ja klar. Hauptsache man stellt eine Sicherheitsfirma vor der Baustelle und man kontrolliert due BAUARBEITER etc. und Hauptsache wird da Geld in den Wind geschleudert. Übrigens,das da so eine Falsche und unprofessionelle Sicherheitsfirma steht ist eine schande.

  • Mr. Spock am 14.05.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So so

    Leidtragende ist also die Universität die den Bau erst 3 Jahre später nutzen kann. Der Steuerzahler der das ganze bezahlt, wird mal wieder aussen vor gelassen

  • Nach Denklich am 14.05.2018 11:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unqualifiziertes Personal

    bei einer Brandschutzfirma. Wurde wieder Billiglohnarbeitet aus dem Osten geholt?

  • Ueli am 14.05.2018 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Steckt dieses Geld lieber in die AHV wo es gebraucht wird!