Abrechnung im Club

12. März 2018 05:46; Akt: 12.03.2018 05:46 Print

Das Messer trug er immer in der Jackentasche

Im Oktober 2o16 wurde ein junger Mann vor dem Vice Club beinahe getötet. Das Tatmotiv: Eifersucht. Jetzt muss sich der Messerstecher vor Gericht verantworten.

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Der eifersüchtige Marko D.* suchte seinen Nebenbuhler gezielt im Vice Club auf und wollte ihm eine Abreibung verpassen. (Bild: 20 Minuten/fh)

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Der Morgen graut bereits, als sich am 23. Oktober 2016 der damals 20-jährige Marko D.* auf seinen Nebenbuhler stürzt. Das Sicherheitspersonal des Vice Clubs in der Steinentorstrasse in Basel hatte die beiden nach einer verbalen Auseinandersetzung vor die Türe gesetzt. Dort stach Marko zu. Zuerst verpasste er seinem Opfer einen Kopfstoss, dann zog er ein Messer mit 15 Zentimeter langer Klinge aus der Jackentasche. Dort trug er es immer bei sich, heisst es der Anklageschrift der Staatsanwältin.

Seinem Widersacher rammte er die Klinge mehrmals in die linke Brust- und Bauchregion. Damit habe er – «wenn er es nicht gar direkt anstrebte – in Kauf genommen, dass sein Opfer stirbt», heisst es in der Anklage. Gemäss medizinischem Gutachter war bei den Verletzungen, die das Opfer erlitt, durchaus von einer potentiellen Lebensgefahr auszugehen. «Messerstiche in den Brustbereich sind immer lebensgefährlich.»

Eine weitere potentiell lebensbedrohliche Kopfverletzung erlitt der junge Mann durch eine abgebrochene Flasche, die ihm Marko über den Kopf zog. Sein Gesicht ist durch die davon zurückgebliebene Narbe bleibend entstellt.

Schon Freundin mit Messer bedroht

Der Grund für die Tat: Eifersucht. Seine Beziehung war kurze Zeit zuvor in die Brüche gegangen, Caroline B.* gab ihm den Laufpass. Die über zwei Jahre währende Beziehung soll von Markos Eifersucht geprägt gewesen sein. Mindestens einmal bedrohte der Schweizer mit kroatischen Wurzeln laut Staatsanwaltschaft seine Freundin mit einem Messer. Weiter soll er sie auch betrogen haben. Dennoch konnte er die Trennung nicht akzeptieren.

Aufgepeitscht vom Alkohol und Kokain, das er im Club Fame konsumiert hatte, steuerte er am frühen Morgen des 23. Oktober 2016 den Vice Club an der Heuwaage an. Ein Kollege hatte ihm zuvor geschrieben, dass seine Ex-Freundin mit einem anderen Mann dort aufhalte. Das brachte Marko in Rage. «Kleine Nutte, ehrenlose Hure», schrieb er seiner Ex sogleich.

Diese flüchtete in die Damentoilette, als Marko im Vice Club auftauchte und den Nebenbuhler suchte, dem er eine gehörige Abreibung verpassen wollte. Dann kam es zur Tat.

Strafantrag über fünf Jahre Gefängnis

Der heute 22-jährige muss sich wegen versuchter vorsätzlicher Tötung und schwerer Körperverletzung ab Montag vor der Fünferkammer des Basler Strafgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wird eine Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren für den vorbestraften Logistiker-Lehrling fordern. Der gelegentliche Kokain-Konsument wurde am 7. Juni 2016 bereits wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Der Gewaltexzess vor dem Vice Club fällt in die Probezeit.

*Namen der Redaktion bekannt

(lha)