Stimmen zur Miss-Schweiz-Wahl

12. März 2018 11:30; Akt: 12.03.2018 17:55 Print

«Die Sendung hatte die Atmosphäre einer Messe»

Ein PR-Experte hat sich für uns die Liveshow zur Miss-Schweiz-Wahl von A bis Z angesehen. Er ist enttäuscht.

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Mit einer Präsentation der Miss-Schweiz-Finalistinnen auf dem Catwalk und mit Jury-Statements begann die diesjährige Miss-Schweiz-Wahl. Für PR-Profi Ferris Bühler, dessen Agentur einst die Mister-Schweiz-Wahl vermarktete, ist ein ... ... solcher Einstieg «ein Garant dafür, dass die Leute sofort wegzappen». Von der Show hat sich der Experte generell mehr erhofft. «Vom heimischen Sofa aus wirkte alles kalt und unemotional, eine Atmosphäre wie an einer Messe», sagt er im 20-Minuten-Interview. Organisatorin Angela Fuchs zieht hingegen ... ... eine positive Bilanz: «Natürlich gibt es da und dort noch Verbesserungspotenzial», sagt sie. Dennoch sei die «toll choreografierte Show» gut beim Live-Publikum angekommen. Jastina Doreen Riederer ist die neue Miss Schweiz. Laetitia Guarino, ihre Vor-vor-Gängerin, setzte ihr am Samstagabend kurz vor 22.30 Uhr in Baden AG die Krone auf. Ein Heimspiel für die Siegerin: Jastina Doreen kommt aus Spreitenbach AG. Ihre Mutter gehörte zu den ersten Gratulanten. Mit ihren 19 Jahren zählte Jastina Doreen zu den jüngsten Kandidatinnen. Die Aargauerin ist Detailhandelsfachfrau, hat aber schon vor der Wahl gekündigt, wie sie im Interview mit 20 Minuten sagt. In ihrer Freizeit betreibt sie einen aussergewöhnlichen Sport: Luftring-Akrobatik. In der Liveshow konnte sie sich gegen zehn Kandidatinnen durchsetzen. Bis ins Finale geschafft haben es ... ... Michela Russo aus Mendrisio TI ... ... und Karen Molinari aus dem Kanton Waadt. Jastina Doreen Riederer 19 1,70 m Aargau

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Zweieinhalb Jahre sind seit der letzten Miss-Schweiz-Wahl vergangen. Eine lange Zeit, in der auch oft die Frage nach dem Sinn und Unsinn der Veranstaltung gestellt wurde. Braucht es die Miss Schweiz überhaupt noch? «Ja, unbedingt», findet PR-Profi Ferris Bühler, dessen Agentur einst die Mister-Schweiz-Wahl vermarktete. «Die Schweiz braucht Prominente wie eine Miss.»

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Mit Spannung hat er deshalb die Neulancierung des Wettbewerbs verfolgt und sich am Samstagabend die Sat.1-Liveshow zu Hause angesehen, und zwar «von der ersten bis zu der letzten Sekunde», wie Bühler sagt. Sein Fazit: Langeweile.

Holpriger Start

Gleich zu Beginn gabs den ersten Dämpfer. Moderator Patrick Hässig befragte jedes einzelne Jury-Mitglied: Mit minutenlangen Statements in eine Show einzusteigen, sei «ein Garant dafür, dass die Leute sofort wegzappen», sagt Bühler.

Nach wenigen Minuten schienen sich auch die Zuschauer vor Ort schon ausgeklinkt zu haben. Model Tamy Glauser (32) und Dominique Rinderknecht (28) jedenfalls fanden den Inhalt ihres Smartphones spannender:


Unglamouröse Kulisse

Eine Industrie-Halle, ein Baugerüst und ein Beton-Catwalk, der quer durch die Location in Baden führte – das klingt nach einer modernen Fashion-Inszenierung. Funktionierte aber nicht: «Vom heimischen Sofa aus wirkte alles kalt und unemotional, eine Atmosphäre wie an einer Messe», urteilt Bühler. «Und dann die filigranen Mädchen, die durch die Baustelle schritten. Wie die Faust aufs Auge.»

Eine «Designer-Show» lebe zudem von der Front Row. «Heidi aus Nussbaumen, deren Sitzplatz daneben erst noch mit einer weissen Sponsoren-Tüte belegt ist, passt da nicht hin.»

Keine Überraschungen

Das sei sowieso das Hauptproblem der Show gewesen: Sie sei wie eine altbackene Sendung dahergekommen. Laut Bühler waren die Talkblöcke zu lang, das Lichtdesign und die Musik langweilig, die Einspieler wirkten billig. «Die Sendung war von Unauffälligkeit und Durchschnittlichkeit geprägt», fasst er zusammen. «Es gab keine Überraschungen, keine Innovationen.»

Dass zu den Hauptpreisen der neuen Miss Schweiz Gratis-Mineralwasser für ein Jahr gehöre, sei sinnbildlich. «Die Show war wie ein Schluck Wasser, aber ohne Sprudel.»

Immerhin: Die Einspieler des Moderationstrainings und des Social-Media-Workshops lobt der Experte. «Da habe ich die Kandidatinnen gespürt.»

Die Reaktionen auf Twitter fielen ähnlich gelangweilt aus:



Nach dem Konfettiregen das Standbild

Selbst der Höhepunkt, die Krönung der Siegerin Jastina Doreen, vermochte bei Bühler den Spannungsbogen nicht anzuheben. Nach dem Konfettiregen wurde das Bild eingefroren und «der Zuschauer allein gelassen», erklärt er. «Was sagt sie zu ihrem Sieg? Ich hätte mir einen O-Ton gewünscht.»

Der entscheidende Moment: Ex-Miss-Schweiz Laetitia Guarino übergibt die Krone Jastina Doreen Riederer. (Video: Tamedia/SDA)

Die Miss-Schweiz-Organisation zieht dagegen eine positive Bilanz. Die «toll choreografierte Show» sei beim Live-Publikum gut angekommen, sagt Veranstalterin Angela Fuchs auf Anfrage. Es habe zahlreiche positive Feedbacks – unter anderem von TV-Experten – gegeben. «Natürlich gibt es da und dort noch Verbesserungspotenzial», räumt sie ein. Nun hätten sie ein Jahr Zeit, um daran zu arbeiten.

Ferris Bühler will der Veranstaltung denn auch eine zweite Chance geben. Für die nächste Austragung wünscht er sich «mehr Drive». Sein Tipp an die Organisatoren: Sie sollen sich von Formaten wie «Germany's Next Topmodel» eine Scheibe abschneiden.


(kfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marco am 12.03.2018 11:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemand braucht...

    ...Promis wie eine Miss Schweiz! das sind doch keine Promis? halloooooo...wo sind wir angekommen!? traurige Gesellschaft! diese Mädchen sehen alle aus wie sie Werbung für Kosmetik machen würden.eine Miss Schweiz soll ungeschminkt die wahre Schönheit zeigen..

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  • Svenja. S am 12.03.2018 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jemand anders

    Es hat viel schönere Frauen gegeben. Diese Miss Schweiz finde ich zu viel geschminkt und zu unsympatisch.

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  • John Free am 12.03.2018 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Menschen

    Komisches Statement: Warum ist es wichtig für die Schweiz Promis zu haben? Warum sollen irgendwelche Menschen aufgrund von ihrem schönen Aussehen angehimmelt werden? Warum können wir nicht einfach alles Menschen sein und uns die ganzen Instagram Starartikel, Promi Artikel und sonstigen Möchtegernen Artikel in der Zeitung sparen? Für mich wär das ein Riesen Fortschritt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Karli am 13.03.2018 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    versteh' ich nicht

    In Zeiten wo Frauen wegen Sexualisierung aufschreien (Was ja auch gut ist), gibt es immernoch Wahlen wo sie auf Äusserlichkeiten reduziert werden. Soll das mal einer verstehen...

  • Kayleigh am 13.03.2018 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dominique Rinderknecht-Nachahmerin...

    ...hat sich selbst ins Abseits geschossen. Die Idee, Dominique Rinderknecht nachzueifern, weil die mal die Krone gewann, war ein grosser Fehler! Logisch wurde sie nicht gewählt, man will ja etwas anderes! Strategisch voll daneben.

  • Linksaussen am 13.03.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannender

    Die Viehschau in Allenlüften ist spannender als diese Misswahl.

    • marko 33 am 13.03.2018 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Linksaussen

      Super

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  • Patricia am 13.03.2018 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zu fake...

    Ist eigentlich jemandem schon aufgefallen dass wir jetzt eine 19jährige Miss Schweiz mit Silikon Brüsten und falschen Wimpern haben? Jedem das seine, aber für mich sollte eine Miss Schweiz eine Vorbildsfunktion haben, auch für die Jugend... ein natürliches Vorbild wenn möglich sonst werden falsche Signale gesendet... Finde es echt schade und bin enttäuscht dass die Schweiz nicht durch eine natürliche Miss Schweiz vertreten wird... schockiert, dass die Miss Scheiz Orgsnisation das nicht zu sehen glaubt...

  • Mike Zac am 13.03.2018 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mister Schweiz?

    findet dieser Unsinn eigentlich auch noch statt?