Höhlendrama in Thailand

09. Juli 2018 11:28; Akt: 09.07.2018 11:28 Print

Trainer wird gefeiert – und heftig kritisiert

Kritiker geben ihm die Schuld am Höhlendrama. Betroffene Eltern feiern ihn als Helden. Das weiss 20 Minuten über den Trainer der Fussball-Kids.

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In einem neuen Video wird die Rettung der Buben aus der Höhle gezeigt. Mit Tragen werden die Buben aus der Höhle gehieft. Insgesamt waren rund 1000 Helfer im Einsatz, um die Buben aus ihrer misslichen Lage zu retten. Am Mittwoch wurden die ersten Fotos von den geretteten Buben im Spital in Chiang Rai veröffenlicht. Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong hob ihren «sehr guten mentalen Zustand» hervor. «Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft», sagte er. «Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen», sagte Thongchai. Die ganze Gruppe würden bis zu eine Woche im Spital bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen. Die Familienangehörigen können die Buben durch die grossen Fenster sehen. Jetzt besteht Gewissheit: Sie haben es geschafft. Polizisten schirmen die zuletzt aus der Höhle Geretteten mit Schirmen von der Öffentlichkeit ab. Die Buben werden mit dem Helikopter in ein nahes Spital geflogen. (10. Juli 2018) Rettungskräfte laufen zum Höhleneingang. (10. Juli 2018) Pflegekräfte des Spitals, in dem die geretteten Buben versorgt werden, während einer Pressekonferenz. (10. Juli 2018) «Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut»: Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums informieren über den Zustand der Buben nach ihrer Rettung. (10. Juli 2018) Journalisten aus aller Welt berichten über das Höhlendrama in Thailand: Mittlerweile sollen über 1000 Medienvertreter angereist sein. (10. Juli 2018) Thai-Soldaten laufen auf den Höhleneingang zu. (10. Juli 2018) Der thailändische Premierminister Prayut Chan-o-cha besucht Familienangehörige. (9. Juli 2018) «Gebete für eine sichere Rückkehr»: Schulkinder in ganz Thailand hoffen und beten für die noch in der Höhle eingeschlossenen Mitglieder der Fussball-Mannschaft. Polizisten sperren die Zufahrt zu einem Spital in der Nähe des Höhlen-Areals ab. Ein Rettungswagen verlässt das abgesperrte Areal. An Bord soll der fünfte gerettete Junge sein. Einsatzkräfte transportieren eine Trage zum Rettungshelikopter. Der aus der Höhle befreite Junge wird von den Einsatzkräften abgeschirmt. Die nächsten zwei Helikopter stehen schon auf dem Areal nahe der Höhle bereit. Polizisten bewachen den Eingang zum Spital, in dem die ersten geretteten Kinder medizinisch versorgt werden. Ein Mini-U-Boot in «kindgerechter Grösse» aus dem Hause Space X wird in Kalifornien getestet. Firmenchef Elon Musk hat Thailands Behörden Unterstützung angeboten und brachte das U-Boot als Rettungshilfe ins Gespräch. Die Rettungsaktion wird fortgesetzt: Polizisten sperren die Zufahrtsstrasse zur Höhle ab. (9. Juli 2018) Einer der geretteten Buben wird am Sonntag in einer Trage zu einem Helikopter getragen. Rettungskräfte bringen einen der Geretteten zur Ambulanz. Vorerst konnten vier der insgesamt zwölf Buben gerettet werden. Die anderen acht und ihr Trainer mussten weiter in der Höhle verharren. Das Medieninteresse in Nordthailand ist riesig. Über die Rettung der zwölf Buben und ihres Fussballtrainers wird auf der ganzen Welt berichtet. Für medizinische Betreuung ist gesorgt. Zudem hat das ... ... Spital in Chiang Rai eine ganze Etage für die Buben reserviert. Die Rettungsaktion hat am Sonntagmorgen begonnen: Thailandische Polizeibeamte sperren das Gebiet ab. Gemeinsam für die Rettung: «Wir, die Thai- und internationalen Teams, vereinen unsere Kräfte, um die Jungs nach Hause zu holen», heisst es am Sonntag auf der Facebook-Seite Navy Seal Thailand. Thailändische Einsätzkräfte überprüfen eine Ortskarte zur Rettung des Fussballteams und seines Trainers. Sauerstoffflaschen werden zur Höhle gebracht. (8. Juli 2018) Zuvor wurde das Gelände vor der Höhle für alle nicht an der Rettungsaktion beteiligten Personen gesperrt. (8. Juli 2018) In und vor der Höhle tut sich was: Rettungskräfte waten durchs Wasser. (7. Juli 2018) Vom Eingang der Höhle bis zu den eingesperrten Jugendlichen braucht ein erfahrener Taucher fünf Stunden. (7. Juli 2018) Rettungstruppen der Thai Navy Seal versuchen alles, um die eingeschlossenen Jugendlichen und ihren Trainer aus der Höhle zu befreien. Gemäss dem Militär eilt es, die Jungen zu befreien. Ein Ex-Angehöriger der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals sei bei einem Tauchgang aufgrund von Sauerstoffmangel gestorben, teilten die Behörden mit. Rettungsaktion forderte ein Todesopfer: Mitglieder der thailändischen Spezialeinheit Navy Seals. Entspannter als vor einem Tag: Die Fussball-Jungs grüssen in die Kamera. (3. Juli 2018) Einer geht dabei vergessen, was Gelächter auslöst. Die mühsame Rettungsaktion ist mit der Entdeckung der Vermissten aber noch nicht vorbei, weil immer noch Teile der Höhle überflutet sind. Endlich gefunden: Die 13 Jugendlichen harren seit neun Tagen in der Höhle im Norden Thailands aus. (2. Juli 2018) Die Familienangehörigen vor der Höhle sind erleichtert über die frohe Botschaft. (2. Juli 2018) Nach neun Tagen des Bangens sind die in einer überfluteten Höhle vermissten Jungen einer Fussballmannschaft und ihr Trainer «unversehrt» von den Rettungsmannschaften entdeckt worden. (2. Juli 2018) Die thailändische Armee veröffentlichte ein Foto, das die Gesuchten in der Höhle zeigt. (2. Juli 2018) Ein glückliches Familienmitglied zeigt auf einem Tablet ein Bild der gefundenen Mannschaft. Die Retter sind zuversichtlich, dass die Vermissten am Leben sind. Daraufhin wurden vor dem Höhleneingang Schuhe und Velos der Jungen gefunden. Die Velos der Jugendlichen. Angehörige beten vor dem Eingang der Höhle. Auch die Armee ist beteiligt am Rettungseinsatz. In der Region waren in den vergangenen Tagen heftige Monsunregen niedergegangen, so dass die Höhle sich schnell mit Wasser gefüllt hatte. Warum die Gruppe die Höhle in der nordthailändischen Provinz Chiang Rai betrat, ist bisher nicht bekannt. Steigende Wasserstände erschweren die Suche. Eine Woche nach dem Verschwinden der Jugendlichen und deren Trainer machen Taucher Fortschritte bei der Suche. (30. Juni 2018) Der Hightech-Pionier Elon Musk hat seine Hilfe bei der Rettung der Jungen angeboten.

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Warum ging Ekapol Chanthawong mit den Jugendlichen so tief in die Höhle, obwohl am Eingang Warnschilder angebracht sind? Das fragen sich zurzeit viele User in den sozialen Medien und erheben gleichzeitig teils heftige Vorwürfe gegen den Trainer der Buben. Er hätte es besser wissen müssen, so die Kritiker.

Laut thailändischen Medienberichten sehen aber viele Menschen vor Ort den 25-Jährigen eher als Helden. Sie loben ihn als mentale Stütze der in der Höhle festsitzenden Kinder. Dank seiner Hilfe hätten die Buben das Martyrium im Dunkeln bisher überhaupt überlebt, heisst es.

Laut den Rettungskräften ist sein Gesundheitszustand in der gesamten Gruppe mit am schlechtesten. Der Trainer sei stark geschwächt und habe sein gesamtes Essen seinen Schützlingen überlassen, um diese zu retten. Er habe die Jungen auch angeleitet, zu meditieren, um sie mental zu stärken.

«Wenn er nicht mit ihnen gegangen wäre – was wäre dann aus meinem Kind geworden?», äusserte sich eine der betroffenen Mütter gegenüber einem lokalen TV-Sender. Und weiter: «Wenn er wieder rauskommt, werden wir sein Herz heilen müssen. Mein lieber Ek, ich würde dir nie die Schuld geben für das, was passiert ist.»

Assistent des Cheftrainers

Ekapol Chanthawong ist der Assistent des eigentlichen Trainers. Sportlich verantwortlich für das Wild-Boars-Team ist der 37-jährige Nopparat Khanthavong. Da dieser am Tag des Ausflugs des Club-Nachwuchses verhindert war, sollte sein Hilfstrainer mit den Jungs zu einem Fussballfeld am Fuss der Doi-Nang-Non-Berge nahe der Grenze zu Burma radeln.

«Halte dich mit dem Velo immer hinter der Gruppe, so dass du alle im Blick hast. Und nimm zur Sicherheit ein paar der älteren Jungs mit», will Cheftrainer Khanthavong ihm mit auf den Weg gegeben haben. Das teilte der 37-Jährige der «Washington Post» mit.

Waisenkind und Mönch

Es gibt derzeit unterschiedliche Angaben dazu, ob Chanthawong bereits aus der Höhle gerettet wurde. Zu seinem Leben werden jedoch viele Details bekannt: Chanthawong habe bereits im Alter von zehn Jahren seine Eltern und seinen kleinen Bruder verloren, berichten Freunde des 25-Jährigen. Verwandte hätten das Waisenkind den Mönchen übergeben. Später habe er das Kloster aber wieder verlassen müssen, um sich um seine kranke Grossmutter zu kümmern.

Neben seiner Trainertätigkeit habe er auch in der Provinz Chiang Mai im Mae-Sai-Kloster gearbeitet. «Er liebte die Kinder mehr als sich selbst», heisst es von einem Anwohner und Kaffeeverkäufer im Kloster-Komplex. Er sei eine verantwortungsvolle Person gewesen, die sich gut um seine Schützlinge gekümmert habe.

Chanthawong soll unter anderem auch ein erfolgreiches Belohnungssystem mit aufgebaut haben, das Anreize setzte, um die schulischen Leistungen der oft aus armen Familien stammenden Kinder zu verbessern. Für gute Noten bekamen die Jugendlichen neue Shorts, Schuhe oder andere Fussballausrüstung.

(jdr)