Chevrolet Nomad

07. Juli 2018 08:08; Akt: 07.07.2018 08:08 Print

Ein Kombi nicht wie alle anderen

von B. v. Rotz - 1955 baute Chevrolet erstmals einen Kombi namens Nomad und gab damit den Startschuss für eine der kultigsten Modellreihen der Autogeschichte.

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In einer Zeit als Geländewagen und Pick-Ups noch fast ausschliesslich von Förstern, Bauern und Handwerkern gekauft wurden, erfreuten sich Kombis in den USA einiger Beliebtheit. Mitte der 1950er-Jahre machte sich General Motors deshalb daran, den Kombi-Markt neu aufzumischen. Im Jahr 1954 wurde dem Publikum erstmals ein Nomad gezeigt. Dabei handelte es sich um ein reines Showcar mit Kombiheck auf Basis der Corvette.

Aus der Kombi-Corvette mit Kunststoffkleid wurde dann doch nichts, der Name Nomad aber überlebte und erschien ein Jahr später auf Basis des Chevrolet Bel Air als dreitüriger Kombi. Und sah immer noch sehr schnittig aus.

Der spezielle Heckaufbau wirkte deutlich sportlicher als andere Kombis. Und der Bel Air als Basis stellte Synergien mit den übrigen Modellen sicher. Von 1955 bis 1957 wurde der Wagen mit jeweils jährlichen Anpassungen so gebaut.

Von drei zu fünf Türen

Für das Modelljahr 1958 wechselte der Nomad auf die neue Bel-Air-Plattform, die 22 cm länger als der Vorgänger war. Statt drei hatte der Kombi nun fünf Türen. Das Chassis der Neukonstruktion hatte einen x-förmigen Grundriss. Die Räder waren vorne einzeln an Trapez-Dreieckslenkern aufgehängt, hinten sorgte eine Starrachse mit Schraubenfedern für die Radführung.

Das Styling zeigte die Einflüsse der Showcars auf das Serienautomobil: geschweifte Heckflossen, Doppelscheinwerfer, Kühler über die gesamte Wagenfront. Mit 5,31 Metern Länge und 1,97 Metern Aussenbreite war der neue Chevrolet ein wirklich ausgewachsenes Automobil, was auch durch den Radstand von 2,98 Meter dokumentiert wurde.

Für das zweite Baujahr 1959 wechselte der Nomad auf die noch luxuriösere Impala-Plattform. Im Jahr darauf wurde das Styling umgestaltet, wirkte nun etwas konventioneller. Auffallend war zudem die Rückkehr seitlicher Ornamente auf den Karosserieflanken. 1961 war das letzte Jahr für den Nomad der bisherigen Ausprägung, erst 1968 gab es dann wieder Kombi-Varianten, die Nomad hiessen.

Viel Eisen

Mindestens 1,8 Tonnen schwer war der fünftürige Kombi mit der nach unten öffnenden Heckklappe, die nach oben durch eine rahmenlose Scheibe abgeschlossen wurde. Gegen dieses Gewicht liess der V8-Motor rund 172 SAE-Pferdchen anrennen, die bei 4200 Umdrehungen zur Höchstform aufliefen. Immerhin war so auch eine Spitzengeschwindigkeit von gegen 160 km/h möglich, zu den Langsamen gehörte man also auch mit dem Kombi nicht im Jahr 1960.

Ein grosses Auto

Dass der Nomad ein mächtiges Auto ist, sieht man nicht nur von aussen, sondern spürt es auch hinter dem Lenkrad. So weit weg erscheint einem die rechte Seitentüre oder die hintere dem Strassenrand zugeordnete Wagenecke selten. Dabei ist der Chevy durchaus übersichtlich und einfach zu fahren.

Gestartet wird ganz normal mit Zündschlüssel, die Automatik per Wählhebel an der Lenksäule bedient. Die Federung ist amerikanisch-typisch weich, der Vortrieb erweist sich für alle Verkehrsverhältnisse als ausreichend. Sparsamkeit sollte man nicht erwarten, aber dank 81-Liter-Tank muss man trotzdem nicht ständig an der Tankstelle vorbeifahren.

1960 gab es in Europa noch kaum Kombis. Die Amerikaner aber hatten diese Art Fahrzeuggattung bereits schätzen gelernt und Chevrolet lieferte mit dem Nomad ein überzeugendes Angebot. Und heute wirkt der Nomad richtig cool mit seinen interessanten Karosseriedetails.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster gibt es auf www.zwischengas.com.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Küse am 07.07.2018 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Da fragt man sich schon was aus der Autoindustrie geworden ist. Heute sehen sie alle gleich aus, egal ob Audi A6, 5er BMW, E Klasse Mercedes oder VW. Einfach traurig.

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  • M.P.H. am 07.07.2018 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    NOSTALGISCHER KOMBI.

    Eine Augenweide, dieser Kombi! -- Einfach schön & Nostalgie pur. Übrigens: "Der allerletzte Wagen ist IMMER ein Kombi!"

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  • Romanshorner am 07.07.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Klassiker

    Ein wirklich schönes Auto mit viel Liebe zum Detail. Wäre heute wohl kaum bezahlbar nur schon wegen Materialien (Chrom). Autos haben sich mehr zu Modeartikel entwickelt, etwas was max. 4-5 Jahre fährt und dann wieder ein neues holen. Schade, aber meist liegt es auch einfach daran dass die Reparaturen einfach zu teuer werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Evem. Ford Comet- Lernfahrer am 08.07.2018 23:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne all den Schnickschnack?

    Schrecklich! - Dieses Auto hat ja weder Gurten, noch Kopfstützen, noch Airbag, noch innenbelüftete Scheibenbremsen, noch LED-Licht, noch TFL, noch Runflat-Reifen, noch Kat, noch Abgasrückführung, noch zig Plastikabdeckungen im Motorraum, noch Navi, noch ..., noch ... - Wie konnte man früher nur so Auto fahren und es auch noch überleben? Oder konnte man das früher besser und heute kann man es ohne all die vielen Hilfsmittel nicht mehr?

  • Autospezialist am 08.07.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Katastrophaler Abfall

    Ein Geschwür dieser Nomad, so wie alle Autos die aus dem Yankee Land kommen. Direkt für in die Müllpresse beim Schrotthändler.

    • Im Zweifel am 08.07.2018 23:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autospezialist

      Mehr Auto oder mehr Spezialist?

    • Sternenrost am 08.07.2018 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autospezialist

      Das Geschwür läuft aber offenbar immer noch. Tut es ihr hiesiges Auto von damals auch noch?

    • Eidg. dipl. Betrugsdiesler am 09.07.2018 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Autospezialist

      Ob die heutige Plastikwertarbeit in 50 Jahren wohl auch noch fährt, wenn die Elektronik irgendwann nicht mehr will und alle Weichmacher verdunstet sind? Ein berufener Autospezialist wie sie, kann da sicher eine verlässliche Prognose machen und mir noch einen Tipp für den nächsten Autokauf geben.

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  • Alder Ego am 08.07.2018 08:24 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ein Auto / Kombi !

    Mh, plane Ladefläche, das bringt heute komischerweise kaum mehr eine Autohersteller hin bei einem Kombi. Platz zu Abwinken, tja, weil man auch sonst Platz hat, nicht wie hier wo jeder einen Smart oder gar kein Auto haben sollte gemäss diverser sagen wir mal speziellen Leute...Wenn ich in den Staaten leben würde hätte ich wohl so was in der Art oder noch grösser :-) Wobei mir der Chevy Corvette 1957 Cabrio auch sehr gefallen würde, so neben dem Kombi ;-)

    • Realist am 08.07.2018 20:22 Report Diesen Beitrag melden

      Was ist das für schäbiger Rost ?

      es gibt wohl nicht viele ätzendere Kisten als diese Rostlaube. In so eine Kiste würde ich micht nicht hineinsetzen, da muss man sich ja schämen.

    • Illumination am 08.07.2018 20:41 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Beruht vermutlich auf Gegenseitigkeit - aber das Auto fragt ja niemand.. ;-)

    • Baldrian Tropfen am 09.07.2018 00:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Keine Sorge, der lässt sich mit ihrem fancy Smartphone auch nicht öffnen.

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  • where wolves fear to prey am 07.07.2018 21:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man Geschichte schreibt

    Kann man also sagen, dass Nomad ein Meilenstein der Autogeschichte ist?

  • Willi Joller am 07.07.2018 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes altes Suto

    Die früheren Autos waren viel schöner als die heutigen, da konnte man jeden noch von weitem erkennen und auseinander halten, selbst jene der gleichen Marke. Heute sehen alle mehr oder weniger gleich langweilig aus, fern von eigencharakter, schönheit und Eleganz.