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11. Juni 2018 17:24; Akt: 13.06.2018 14:17 Print

Ein Dorf inmitten einer Stadt

Im Quartier Prélaz-Valency mitten in der Stadt Lausanne lebt es sich wie in einem Dorf. Die Generationen unterstützen einander, Velos werden gratis repariert und im Sommer trifft sich die Nachbarschaft unter anderem zum Yoga.

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Jedes Mal, wenn Montserrat Fernandez-Bolanos mit ihrer Familie ihre 85-jährige Nachbarin Margarite im Haus nebenan besucht, schneidet sie ihr aus ihrem Garten frische Blumen, bindet sie zu einem Strauss und bringt sie der älteren Dame mit. «Sie liebt den Duft von frischen Blumen über alles und freut sich jedes Mal darüber», erklärt Montserrat. Das Quartier Prélaz-Valency nennen Montserrat und ihre Familie seit knapp vier Jahren ihr zu Hause.

Generationen leben zusammen
Gleich zu Beginn ist ihnen die familiäre Stimmung im Quartier aufgefallen. «Viele unserer Nachbarn sind schon etwas älter, leben seit über 50 Jahren hier und kennen sich alle untereinander. Es ist als ob wir mitten in Lausanne in einem Dorf leben würden.» So gehört auch Marcel, ein 92-jähriger Nachbar, der von seinem Balkon auf ihren Garten sieht, irgendwie mit zur Familie Fernandez-Bolanos. «Marcel ist nicht mehr der mobilste, fragt uns aber immer vom Balkon herab wie es uns geht und was wir so vorhaben. Er ist sozusagen bestens in unserem Alltag integriert.» In den letzten Jahren sind viele weitere Familien mit Kindern hierhergezogen. Und die ältere Generation freut sich über den neuen Schwung, welche die jungen Familien mitbringen.

Baden und Feiern im Park
Im Sommer spielt sich das Quartierleben vor allem im Parc de Valency ab. Hier gibt es einen öffentlichen Pool, einen grossen Kinderspielplatz und einen Platz zum Pétanque spielen. So zieht es die gesamte Nachbarschaft nach der Arbeit, dem Kindergarten und der Schule in den Schatten der Bäume und ins kühle Nass. Auch Montserrat und ihre Familie verbringen die lauen Sommerabende hier – für sie sind es nur zwei Minuten Fussmarsch von zu Hause. Montserrat kommt ins Schwärmen: «Es ist der perfekte Ort. Egal an welchem Tag wir gehen, wir begegnen immer jemandem und müssen nie extra abmachen.» Die Kinder baden und spielen miteinander und die Eltern gönnen sich ein Glas Wein oder ein Bier.

Dank Freiwilligen lebt die Quartierbeiz
In der Nähe gibt es auch mehrere Feuerstellen, wo die Familien alle zusammen grillieren oder auch mal Feste feiern. Eine kleine Quartierbeiz, die von einem Verein geführt wird, sorgt für die kulinarische Verpflegung. Fast die ganze Nachbarschaft hilft bei der Beiz mit, alle machen das freiwillig. Mit dabei ist auch Montserrat, die wegen ihrer beruflichen Tätigkeit aber nur unregelmässig mithilft. «Wenn ich mal Zeit habe, macht es mir grossen Spass die Barkeeperin zu spielen.»

Gratis Veloreparatur
Der Verein organisiert noch viele weitere Aktivitäten wie zum Beispiel einen Flohmarkt, ein Pétanque-Turnier, Konzerte und Yoga-Stunden. Aber nicht nur im Parc de Valéncy werden gemeinschaftliche Aktivitäten grossgeschrieben, sondern überall im Quartier. So gibt es am Ende der Strasse einen Veloladen, der gratis Velo repariert und den Velofahrern auch gleich noch zeigt, wie sie kleine Dinge selber flicken können. «Auch dort herrscht immer eine tolle Stimmung und wir treffen meistens jemanden, den wir kennen», sagt Montserrat. Wie das in einem Dorf halt so ist.

Die grosse Umfrage von UBS und 20 Minuten
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