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Fotograf Michael Martins

12. Oktober 2017 21:18; Akt: 12.10.2017 21:18 Print

«Wüstenreisen sind bis heute ein Abenteuer»

Fotograf Michael Martins Leidenschaft sind die unwirtlichsten Orte der Welt: Wüsten. Im Interview erzählt er von seinen über 200 Reisen.

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Michael Martin, woher kommt Ihre Faszination für Wüsten?
Ich reiste als 17-Jähriger mit einem Töffli nach Marokko, um die Sterne zu beobachten – und sah zum ersten Mal die Wüste. Damals wie heute faszinieren mich die intensiven Farben und die reduzierten Formen. Dazu kommt mein Faible für Geografie, die gerade in den Wüsten so interessant ist. Zudem sind Wüstenreisen bis heute ein Abenteuer.

Was ist das grösste Missverständnis, das zu dem Thema existiert?
Dass Wüsten nichts als Sand sind und es dort immer sehr heiss ist. Beides ist falsch.

Welches ist denn die extremste Wettersituation, die Sie je erlebt haben?
Ich erlebte zweimal über 50 Grad im Schatten, einmal in Djibouti und einmal in Mauretanien, dazu ein heisser Wind. Aber minus 48 Grad in der winterlichen Gobi waren auch extrem. Hitze ist mir ganz klar lieber. Kälte ist noch viel aggressiver, auch wenn man sich dagegen besser schützen kann.

Wie muss man sich Ihren Alltag in der Wüste vorstellen?
Wüsten nehmen riesige Räume ein, deshalb bin ich die meiste Zeit unterwegs, um meine Fotoziele zu erreichen – oft mit dem Motorrad, im Eis auch mit Hundeschlitten oder Motorschlitten. Das bedeutet auf jeden Fall sehr früh aufstehen, im ersten Licht mit der Kamera losziehen, dann Frühstück, dann zusammenpacken und losfahren. Am späten Nachmittag beginnt wieder das gute Fotolicht, das bis nach Sonnenuntergang anhalten kann. Man ist gut beraten, dann schon einen Platz für die Nacht gefunden zu haben.

Genug Wüste für ein ganzes Fotografenleben

Was war auf Ihren Reisen die grösste Herausforderung?
Jeden Tag aufs Neue den Reiseablauf neu zu organisieren, für Menschen dabei offen zu bleiben und immer den Blick für das Besondere zu behalten.

Was braucht es für ein gutes Foto?
Die richtige Jahreszeit, die richtige Tageszeit, eine gute Kamera, Einfühlungsvermögen, den richtigen Blick und Glück.

Welcher Moment hat Sie während Ihren Reisen am meisten beeindruckt?
Oh Gott, nach über 200 Wüstenreisen kann ich mich auf keinen Moment festlegen. Meine besten Erlebnisse hatte ich sicher in der Sahara und mit den Menschen dort.

Sie sind bekannt für Ihre Porträts. Wie gewinnen Sie das Vertrauen der lokalen Bevölkerung?
Indem ich die Kamera zunächst weglasse und Vertrauen durch ein Gespräch oder durch Gesten aufbaue. Zudem bescheiden auftreten, ohne Sonnenbrille, ohne Helm, besser allein oder zu zweit als in der Gruppe. Dann kann man nach einer gewissen Zeit auch um eine Fotoerlaubnis fragen.

Wie stark hat die Moderne in der Wüste Einzug gehalten?
In Ländern mit wirtschaftlicher Entwicklung ist diese natürlich spürbar. In den armen Ländern haben sich dagegen die Lebensweisen erstaunlich wenig geändert.

Inwiefern ist der Klimawandel spürbar?
In den heissen Wüsten durch unregelmässige, teilweise extreme Niederschläge, in den Eisregionen natürlich durch das Abschmelzen der Gletscher und den Rückgang des Meereseises. Deutlich massiver als derzeit noch der Klimawandel wirkt sich aber heute der Kulturwandel auf die Lebenswelten der Wüstenbewohner aus.

Hat man nicht irgendwann genug von der Wüste?
Nach 30 Jahren Trockenwüsten habe ich ja bei «Planet Wüste» auch das Eis noch hinzugenommen, das war spannend und neu. Wüsten nehmen ein Drittel der Landoberfläche ein, das reicht für ein Fotografenleben.

Sie haben für «Planet Wüste» viermal die Welt umrundet. Gibt es noch Orte, die Sie besuchen möchten?
Ja, klar. Ich möchte gern ins Transantarktische Gebirge und endlich auch wieder in die Sahara – dort ist es derzeit leider zu gefährlich.

(sei)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rainer SG am 12.10.2017 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr empfehlenswert

    Die Vorträge von Michael Martin sind absolut empfehlenswert und einmalig. Die Art des Vortrages ist spannend und kurzweilig und packend. Ein absolutes Must-do!

  • Remo (LU) am 13.10.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe solche Multivisions-Shows

    Wow, ich kannte seine Explora-Show noch nicht, aber hört sich sehr vielversprechend an :) Leider kein Termin in Luzern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Remo (LU) am 13.10.2017 16:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ich liebe solche Multivisions-Shows

    Wow, ich kannte seine Explora-Show noch nicht, aber hört sich sehr vielversprechend an :) Leider kein Termin in Luzern.

  • Rainer SG am 12.10.2017 22:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr empfehlenswert

    Die Vorträge von Michael Martin sind absolut empfehlenswert und einmalig. Die Art des Vortrages ist spannend und kurzweilig und packend. Ein absolutes Must-do!

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