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Extremläuferin

10. Juni 2018 21:51; Akt: 11.06.2018 09:21 Print

«Der Kopf ist der entscheidende Motor»

von Sulamith Ehrensperger - Anne-Marie Flammersfeld ist eine der erfolgreichsten Ultraläuferinnen. Hier verrät sie ihre Motivationstipps.

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Anne-Marie Flammersfeld, Sie sind die erste Frau weltweit, welche die «4 Deserts Race Series» gewonnen hat, das sind vier 250-Kilometer-Rennen rund um den Globus. Was treibt Sie an, immer wieder Grenzen zu überschreiten?
Es ist das Neue zu entdecken: unbekanntes Terrain, verschiedene Klimazonen, neue Distanzen. Alles muss bei mir immer neu sein, damit ich Strapazen auf mich nehme. Auch ich als Ultratrail-Läuferin stosse immer wieder an Grenzen. Sie fordern mich heraus. Ich weiss bis heute nicht, wo meine Grenzen körperlich und mental sind.

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Wie schwer fällt es Ihnen, sich zum Sport zu motivieren?

Welches sind Ihre Motivationstipps für Trailrunning-Neulinge – wie ich einer bin?
Es lohnt sich immer rauszugehen, egal wie Sie sich fühlen. Bewegung an der frischen Luft macht glücklich. Die Hürde ist sich aufzuraffen nach Draussen zu gehen und dranzubleiben. Dies gelingt leichter, wenn Sie wissen, wie gut Ihnen das Training im Freien tut. Beim Laufen werden Sie immer wieder Krisen haben. Doch wie im täglichen Leben, gehen diese wieder vorbei. Viele tendieren heute dazu, schneller aufzugeben. Beim Laufen lernen Sie dranzubleiben, Krisen zu überwinden und sich zu freuen, wenn Sie es geschafft haben.

Als Utratrail-Läuferin überwinden Sie extreme Distanzen und Gelände. Kann das jeder lernen oder braucht es dazu spezifische Fähigkeiten oder die richtigen Gene?
Wir sind früher täglich mehr als 40 Kilometer gelaufen. Ich glaube, das steckt in jedem von uns. Wenn Sie sich Schritt für Schritt vorbereiten, Ihren Muskeln, Bändern, Gelenken und dem Herzkreislaufsystem Zeit geben, sich ans Bewegungsmuster zu gewöhnen, können Sie ihr Ziel erreichen. Mein wichtigster Tipp ist, auf den eigenen Körper zu hören.

«Du musst im Moment bleiben. Das Schlimmste ist, wenn du gedanklich schon 50 Kilometer weiter bist als deine Füsse», haben Sie mal in einem Interview gesagt. Wie viel von Ihrer Leistung ist mental, wie viel davon körperliche Fitness und Vorbereitung?
Diese Frage habe ich mir schon häufig gestellt. Eine genaue Antwort darauf habe ich nicht. Es braucht eine Grundfitness, zirka 100 bis 150 Kilometer pro Woche, müssten Sie rennen können. Doch der entscheidende Motor ist der Kopf: Er treibt voran oder rennt Sie ins Verderben. Sie fühlen sich so, wie es der Kopf sagt. Mit positiven Bildern, wie «federleicht» oder «Sprungfedern an den Füssen», läuft sich leichter. Wenn der Kopf gut eingestellt ist, können Sie Berge versetzen. Krisen gehören zum Laufen dazu, sie zu überwinden ebenso.

Sie sind Präsidentin des Engadiner Sommerlaufs, der in zweieinhalb Monaten ist, und coachen alle, die bis dahin lauf-fit werden möchten. Welche Herausforderungen bringt der Lauf?

Die einzige Hürde ist die Höhe von 1800 Meter über dem Meeresspiegel. Wer sich die Höhe nicht gewohnt ist, hat vielleicht das Gefühl, seine Lunge sei auf dem Weg ins Engadin auf halber Strecke verloren gegangen. Ich empfehle daher zwei bis drei Tage vor dem Lauf anzureisen. Ansonsten bietet der Engadiner Sommerlauf eine abwechslungsreiche Landschaft in einem langgezogenen Hochtal. Die Strecke ist relativ flach, mit 25 Kilometern aber eine schöne Herausforderung.

Verraten Sie mir noch Ihre Best-of Flammersfeld’schen Lauftipps?
Wie laufe ich richtig, werde ich immer wieder gefragt. Die Antwort ist einfach: den einen Laufstil gibt es nicht. Jeder läuft anders, weil er das mal als Kind so gelernt hat. Dasselbe beim Atmen. Denken Sie nicht darüber nach, atmen Sie, vor allem durch den Mund ein und aus. Bringen Sie Abwechslung ins Training, damit der Organismus sich immer wieder anpassen muss: mal schnell und kurz, dann etwas länger und langsam oder auch mal ein «Bergauftraining». In Städten kann man sich auch eine lange Treppe suchen. Das wichtigste ist die Freude am Laufen! Mit einem Ziel läuft sich leichter: fit werden, zusammen Spass haben, Gewicht verlieren oder eine Stadt laufend entdecken.


Sommerlauf-Kick-Off Training mit Anne-Marie Flammersfeld vom 21. bis 24. Juni.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Zac am 11.06.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat recht

    "Wenn der Kopf gut eingestellt ist, können Sie Berge versetzen." - ist so! Nicht um sonst sagt man, dass der Wille Berge versetzen kann. Alles ist machbar.

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  • Ziegler am 10.06.2018 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gewusst wie

    Kopfsache, Ehrgeiz und Wille verhelfen meist zum Erfolg

  • Sport-Enthusiast am 10.06.2018 22:29 Report Diesen Beitrag melden

    Klar, nichts einfacher als das..

    150km pro Woche? Also 21.5km pro Tag?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • weiss ich schon lange am 11.06.2018 19:30 Report Diesen Beitrag melden

    Bei der Arbeit

    fragte mich mal ein Kollege, woher ich die Energie nehme immer fit zu sein. Ich sagte mein Kopf ist richtig eingestellt:-)

  • Sonne19 am 11.06.2018 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    motivation

    inneren schweinehund bekämpfen und spass muss es machen,dann funktionierts auch ohne zwang

  • maman am 11.06.2018 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hilfe

    ich renne auch. aber diesen kopf habe ich leider noch nicht gefunden

  • Nadja am 11.06.2018 12:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild / Inspiration

    Danke für den super Beitrag. Sie ist ein Vorbild :-).

    • Susanna am 12.06.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Vorbild

      find ich auch :)

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  • Mike Zac am 11.06.2018 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sie hat recht

    "Wenn der Kopf gut eingestellt ist, können Sie Berge versetzen." - ist so! Nicht um sonst sagt man, dass der Wille Berge versetzen kann. Alles ist machbar.

    • Marathonläufer am 11.06.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Kopf ist ein Teil, aber nicht alles

      Vielleicht, es gehört aber auch das entsprechende Training dazu. Nur mit dem Kopf geht es auch nicht, der Körper muss für diese Leistung vorbereitet werden.

    • Praktiker am 12.06.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

      Schoenes Bild aber...

      Auch den versetzten Berg muessen Sie immer noch hinauf laufen! :-P

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