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01. Juni 2018 14:49; Akt: 01.06.2018 14:49 Print

Weshalb es mit den Netz-Tipps nicht immer klappt

von Jonas Caflisch - Stars, Blogger und selbsternannte Experten posten sich im Netz fit. Doch längst nicht alle Tipps funktionieren.

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Viele Trainingstipps sind gut gemeint, funktionieren aber längst nicht für alle. (Bild: South_agency)

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In der heutigen multimedialen Welt sind Ratschläge zu Trainings-, Ernährungs- oder generellen Fitnessthemen nur einen Klick entfernt. Viele Fitnesstrainer oder Influencer teilen auf diversen Kanälen eifrig ihr Wissen und ihre Erfahrung mit Ihnen. Oft werden Sie Sätze hören wie: «Ich habe mit dieser speziellen Diät in sechs Monaten zehn Kilogramm abgenommen» oder «Ich habe mit diesem Krafttrainingsprogramm fünf Kilogramm Muskeln aufgebaut».

Seit ich diese Kolumne für 20 Minuten schreibe, werde auch ich in meinem Bekanntenkreis immer wieder gefragt: «Was machst du, damit du immer noch so schlank und definiert bist?» oder «Was für ein Trainingsprogramm befolgst du, um deine Kraft zu steigern?».

Auf den ersten Blick erscheint es für die oben genannten Trainer und Influencer, und auch für mich, sinnvoll, unsere positiven Erfahrungen mit einer Diät oder einem Trainingsprogramm zu propagieren. Auf den zweiten Blick jedoch nicht.

Nur weil eine Ernährungsform oder ein Trainingsprogramm für einen Fitnesstrainer oder für mich die gewünschten Resultate bringt, heisst das noch lange nicht, dass es auch für Sie, liebe Leserinnen und Leser, funktioniert!

Je mehr ich über Sport- und Ernährungswissenschaften lerne, desto mehr wird mir bewusst, wie individuell jeder Mensch ist, was Training und Ernährung angeht. Wir alle, Sie und ich, bringen einen ganzen Rucksack mit Genen, sportlicher Betätigung in der Kindheit, sportlicher Vergangenheit (Spitzensport), Nahrungsunverträglichkeiten, Stoffwechseleigenheiten und vielen weiteren Faktoren mit.

Es kann also gut sein, dass eine «Low Carb»-Ernährungsweise für Sie wunderbare Ergebnisse bringt, während ich viele Kohlenhydrate brauche, um mich fit zu fühlen. Ich persönlich könnte nie regelmässig nur ein leichtes Abendessen einnehmen (ich führe am Abend einen Grossteil meiner Energie zu), während ich viele Leute kenne, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Das Gleiche gilt auch fürs Training: Ich erziele die besten Resultate mit kurzen, hochintensiven Trainings, während andere auf lange Trainings schwören.

Fazit: Nur Sie selber können herausfinden, was für Sie in Bezug auf Ernährung, Training, Schlaf und Erholung funktioniert und was nicht.

Hören Sie folglich nicht zu sehr auf Empfehlungen à la «Ich trainiere schon seit zehn Jahren so und habe grossartige Erfolge damit erzielt, also ist es auch für dich das richtige Training» oder «Wenn ich es mit dieser Diät geschafft habe, dann schaffen Sie es auch».

Probieren Sie neue Trainingsformen und Ernährungsprogramme aus und entdecken Sie, was Ihrem Körper guttut und was nicht. Und seien Sie geduldig. Seinen Körper kennen zu lernen braucht Zeit. Ich gebe Ihnen gern ein Beispiel von mir selber: Es gibt Abende, an denen ich richtigen Heisshunger auf Salziges habe, dann verschwindet eine ganze Packung Chips sehr rasch, während ich Netflix schaue. Ich habe mittlerweile gelernt, dass mein Körper in so einem Moment danach verlangt und es in Ordnung ist, wenn ich diesem Verlangen nachgebe. Genauso, wie ich gelernt habe, dass ich ein «Carb»-Typ bin.

Mein Rat: Hören Sie auf Ihren Körper, betreiben Sie die Sportarten, die Ihnen Spass machen, und essen Sie abwechslungsreich und das, was Ihnen guttut.

Haben Sie Ihren ganz eigenen Ernährungs- und Trainingsstil schon gefunden? Lassen Sie mich wissen, wie es Ihnen geht.

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

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