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Eat this!

02. Juni 2018 16:14; Akt: 02.06.2018 16:14 Print

«Ja, Zucker! Ich meine nicht Vollkornwasser»

von Jürg Hösli - Böser, böser Zucker. Doch ein Training ohne Zucker ist wie ein Auto ohne Benzin. Beiden fehle der treibende Motor.

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Zucker bedeutet in erster Linie Kohlenhydrate. Und die sind für Leistungsfähigkeit und Regeneration entscheidend. (Bild: Mihailomilovanovic)

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Ich werde in den Beratungen oft ganz erstaunt und ungläubig angeschaut, wenn ich den Kundinnen erzähle, dass sie zum intensiven Training Zucker brauchen. Oft kommt dann die Aussage: Aber du meinst sicher nicht «den Zucker».

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Trinken Sie Apfelschorle oder Sportgetränke zum Training?

Doch, genau diesen meine ich. Denn ohne Zucker zum intensiven Training gibt es deutlich weniger Anpassungen im anaeroben System. Und es ist genau dieses System, welches uns fit für Stress macht, unseren Körper weniger entzünden lässt, unser Schmerzempfinden senkt und uns psychologisch stabilisiert!

Süsser Helfer gegen Stress

Warum ist das so? Wenn dem Körper mehr Zucker zum Training zugeführt wird, werden in der Muskulatur mehr Säuren produziert. Und genau dies wollen wir, denn der Körper lernt dadurch mit ihnen umzugehen und Stoffwechsel-Abbauprodukte dieser Säuren besser zu verarbeiten oder sogar als Energiequelle zu rezyklieren – genau das bringt uns sehr viel in unserem stressigen Alltag!

Wenn wir keinen Zucker zum Training aufnehmen, haben wir all diese Anpassungseffekte eben deutlich weniger und dafür brauchen wir dann auch nicht hart zu trainieren. Säuren werden nun einmal aus Glukose gemacht – und nicht aus Vollkornwasser. Wo aber keine Säuren sind, ist der Körper auch nicht motiviert, mit diesen umgehen zu lernen.

Sechs Bananen pro halbe Stunde

Nun höre ich immer wieder, dass jemand «nur ein kurzes, intensives Training» mache, darum müsse er kein Sportgetränk nehmen. Diese Aussage ist leider falsch. Nehmen wir die Leistungsdaten eines guten Athleten, dann verbrennt dieser in einem intensiven Training pro Stunde rund 250 Gramm Kohlenhydrate! In einer halben Stunde sind das noch 125 Gramm oder eben sechs Bananen.

Die Grafik zeigt die Kohlenhydrate- und Fettverbrennung eines Spitzensportlers (oben) und einer Spitzensportlerin (unten).

Wenn wir die (vom Körper auch benötigte) Energie nicht zuführen, ruft uns später umso mehr der Kühlschrank. Wer zu intensiveren Training nie Kohlenhydrate nimmt, der senkt längerfristig den anaeroben Stoffwechsel, entzündliche Prozesse im Bereich der Lunge und Darm treten dann immer mehr auf. Weizen-, Laktose- oder Fruktoseintoleranz können folgen. Passen wir Ernährung und Training wieder einem sinnvollen Rhythmus an, sind die Intoleranzen meist oft wie weggeblasen, was wir in unseren Praxen fast täglich feststellen.

Apfelschorle, Sportgetränk oder Raketenglacé

Wir sehen heute übrigens immer mehr Menschen, die leider schon so unfit sind, dass für sie bereits Spazieren eine intensive Belastung darstellt. Auch Übergewicht ist ein Faktor. Selbst dann sind Kohlenhydrate zu empfehlen. Sonst folgt später Heisshunger nach Süssem oder Schlafstörungen, weil der Körper selber neue Kohlenhydrate machen muss und diesen in einen Stresszustand versetzt.

Wer unsicher ist, ab wann eine Belastung intensiv ist, wendet sich an eine Leistungsdiagnostik und lernt hier, ab wann Zucker verbrannt wird. Empfehlenswert sind während des Trainings eine Apfelschorle oder ein isotonisches Sportgetränk mit Natrium und Kalium, bei einer Radtour darf es aber auch einmal eine Raketenglace sein.

Extensive Trainings können von fitten Sportlern auch mit Fett gemacht werden, aber darüber in einem nächsten Beitrag.

Typische Fehler bei der Argumentation rund um Zucker:

Während des Trainings nehme ich keinen Zucker, weil sonst der Insulinspiegel die Fettverbrennung stört. Das ist falsch, während des Trainings geht der Insulinspiegel nicht hoch!

Wenn ich während eines Ausdauertrainings Kohlenhydrate nehme, stört das den Fettstoffwechsel Das ist zwar richtig, aber wenn ich nicht optimal regeneriert bin, dann sorgt es für eine bessere Regeneration und somit einen besseren Sauerstofftransport, was wiederum eine bessere Fettverbrennung ermöglicht.

Ich trinke viel Wasser, wenn ich längere Zeit trainiere. Erst das sorgt für eine gute Fettverbrennung. Das ist leider ebenfalls falsch, denn der Körper braucht genügend Kalorien, um den Stoffwechsel auszubauen. Bei einem extensiven Ausdauertraining ist die Aufnahme von Fett sinnvoller, sonst sind zum Beispiel Schlafstörungen leider an der Tagesordnung.

Zucker ist ungesund Über den Tag richtig, während des Trainings trifft genau das Gegenteil zu!

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bedexx am 02.06.2018 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte!

    Bitte redet von Kohlenhydraten und nicht von Zucker! Sonst haben die Leute noch das Gefühl sie müssten Nutella zum Training löffeln. Der Körper braucht Kohlenhydrate und die kannst du auch mit gesunder Ernährung zu dir nehmen und brauchst kein Gatorade oder sonst was..

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  • Bündner am 02.06.2018 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht auch ohne Zucker

    Diabetes 2. Mittlerweile 25 Kilo abgenommen. 15 müssen noch. Umstellung der Ernährung. Drei, viermal Sport pro Woche. Ich werde bestimmt kein Zucker zu mir nehmen. Habe andere Tricks. Mir fehlt gar nichts. Bin 44 und in der Form meines Lebens.

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  • Jürg am 02.06.2018 18:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompletter Quatsch

    Jedem seine Meinung. Lustig wie sich jeder seine Ernährung rechtfertigt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pesche FR am 02.06.2018 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zucker ist gut, Zucker ist schlecht.

    Je mehr ich Artikel lese oder Vlogs schaue, desto mehr fällt mir auf dass diese immer gegensätzlicher werden - ich weiss langsam nicht mehr was ich glauben soll. Auf den eigenen Körper zu hören ist mittlerweile mein bester Ratgeber und ich lebe gut damit.

  • Qwertz am 02.06.2018 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umstände

    Es ja nie jemand mit gesundem Menschenverstand geglaubt, dass Zucker Teufelszeug ist. Nur gepredigt und unter die Nase gerieben wird es einem dauernd. Ihren Artikel weiss ich deshalb echt zu schätzen, weil er signalisiert, dass Zucker - wie so vieles - nicht im s/w-Modus zu beurteilen ist. Wann, wie viel, unter welchen Umständen muss man abwägen, wenns einem wichtig ist.

  • Sportler am 02.06.2018 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Info

    Wenn der Insulinspiegel während des Trainings nicht hoch geht kann der Blutzucker nicht abgebaut werden, ergo bringt das Zuführen von Zucker nichts. Widersprüchliche Info.

  • Land Lehrling am 02.06.2018 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zucker= Energie

    Also, ich mache nicht gerade gross Sport ausser Fechten. Aber vor allem bei der Arbeit ( Landwirt) merke ich, vor allem jetzt. Wie sehr mir Zuckergetränke helfen. Wenn ich einfach Wasser trinke, bin ich zwar erfrischt, aber habe nicht an Energie gewonnen. Wenn ich aber jetzt zum beispiel Rivella trinke, trotze nur so vor Energie. Ausser dem stillt es den Durst besser beiner meinung nach. Und einfach als Anhang: Ich wiege 55kg und bin recht Dünn. ( Einfach mal so gesagt weil ich schon mal als Übergewicht geschätzt wirde bei dieser Aussage).

  • Sumawuki am 02.06.2018 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser

    Genügend Wasser reicht absolut. Alles andere ist Show. Ich konzentriere mich auf meine Leistung.