Doktor Sex analysiert

26. Februar 2018 05:44; Akt: 26.02.2018 05:44 Print

So realistisch ist die SRF-Serie «Seitentriebe»

von Catharina Steiner - Was tun, wenn es im Bett nicht mehr läuft? Darum geht es in «Seitentriebe». Sexualberater Bruno Wermuth alias Doktor Sex macht den Reality-Check.

Die neue fiktionale SRF-Serie beschäftigt sich mit dem Liebesleben von Paaren in Langzeitbeziehungen. Hier ist ein Trailer dazu. (Video: SRF)
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Worum es in der neuen SRF-Serie geht, lesen Sie dort nach. Hier unten unterzieht Bruno «Doktor Sex» Wermuth bestimmte Schlüsselszenen einem Realitäts-Check.

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Schlüsselzene 1: Nele und Gianni sind Mitte 30, hatten aber seit zweieinhalb Jahren keinen Sex. Ist das realistisch?
Wenn man unter Sex Penetration versteht, also das Eindringen des Penis in die Vagina, ist dies durchaus realistisch. Ich hatte in meiner Praxis auch schon Paare, die sogar länger keinen Sex mehr hatten. Fasst man den Begriff weiter, finden in den meisten Beziehungen aber Formen der körperlichen Kommunikation statt, die man als Sex bezeichnen kann – und die für die Paare durchaus befriedigend sind.

Schlüsselszene 2: Um seine Ehe zu retten, öffnet das Paar seine Beziehung. Kann das funktionieren?
Eine offene Beziehung ist mit Herausforderungen verbunden. Sie erfordert differenzierte kommunikative und emotionale Kompetenzen. Für die meisten Paare in der Krise eignet sich diese Beziehungsform daher wohl eher nicht, weil die Gefahr besteht, dass man sich in den oder die Erstbeste verliebt und aus der bestehenden Partnerschaft verabschiedet. Für andere kann eine solche Öffnung aber genau die Impulse geben, die für eine Veränderung notwendig sind.

Schlüsselszene 3: Eine Mittvierzigerin gesteht ihrem Mann, noch nie einen Orgasmus gehabt zu haben. Kommt das wirklich vor?
Das ist durchaus möglich. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein. Manche Frauen trauen sich nicht, ihrem Partner zu sagen, was sie beim Sex anmacht oder was sie brauchen, um überhaupt in die Nähe eines Orgasmus zu kommen. Hinzu kommt, dass manche Männer wenig oder kein Feingefühl an den Tag legen, wenn es darum geht, sich auf eine Frau sexuell einzulassen, also andere Formen der körperlichen Begegnung zuzulassen als nur die orgasmusfixierte Penetration.

Schlüsselszene 4: In der Serie hat das älteste Paar (Ende 50) den meisten Sex. Gibt es das perfekte Alter für gute Erotik?
Erotik und Sex sind nicht von einem bestimmten Alter abhängig. Um das körperliche Zusammensein mit einem anderen Menschen geniessen zu können, braucht es die Fähigkeit, sich mit allen Sinnen dem Gegenüber zu öffnen und dem ziellosen Spiel hinzugeben. Alter ist also höchstens insofern ein Vorteil, als dass man möglicherweise bereits etwas mehr Gelassenheit entwickelt hat.

Schlüsselszene 5: Gianni wehrt sich heftig gegen eine Paartherapie. Fällt es Männern wirklich schwerer, über ihre Gefühle zu sprechen?
Männer können sehr gut über ihre Gefühle sprechen. Sie benötigen dafür aber manchmal etwas Zeit und vor allem einen unkomplizierten Rahmen. Was sie nicht mögen, ist Zwang oder das Gefühl, sich entblössen zu müssen. Und auch der Anspruch mancher Frauen oder Therapeuten, auf eine ganz bestimmte Art über ihre Befindlichkeit sprechen zu müssen, ist vielen ein Greuel.

«Seitentriebe» läuft ab Montag, 26. Februar, während vier Wochen jeweils in Doppelfolgen um 20.10 Uhr auf SRF 2.


Und hier ist nochmals ein Trailer zur Serie. (Video: SRF)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • bimbo am 26.02.2018 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist unmöglich

    Ich war zum ersten Mal im Swingerclub, was ich da gesehen habe in zwei Stunden habe ich im ganzen Leben nicht für Möglich gehalten. Von dem her ist vieles Denkbar. Auch dass die 50er es krachen lassen kann ich bestätigen....

  • Simona am 26.02.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sex sells

    Wer braucht so eine Serie? Am ehesten Wohl die Macher selbst.

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  • Kappa77 am 26.02.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel der Zeit

    Ich denke mit der Serie werden sicher die Themen / Tabu Themen angesprochen die unsere Gesellschaft zwischen 30 bis 60+ interessieren.. Denen es nicht passt müssen nicht schauen.. Und Leute die nur dass sehen wollen was ihnen Passt => pay TV

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfred A. am 26.02.2018 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hätte das gedacht

    Angleiten ins Schlüpfrige geht also auch mit Billag. Na ja, vielleicht bringt es ja noch ein paar Nein Stimmen mehr am 4. März.

  • Interessierter am 26.02.2018 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Habe gehört, dass der Sex-Drive bei vielen Frauen um die Menopause massiv nach unten geht. Stimmt das? Und was kann mann/frau machen?

  • Fredy Züllig am 26.02.2018 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lustig

    Ich brauche noch Popcorn für Sonntag/Montag. Da wird die Post abgehen wegen dieser Abstimmung.

    • Tania B. am 26.02.2018 17:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Fredy Züllig

      Leider wird es dann häufig relativ still. Siehe Ecopop und Durchsetzungsinitiative. Aber ich hoffe auf ein angeregtes Kommentare schreiben ;-)

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  • Marie Rufer am 26.02.2018 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    Alle sooo verklemmt??

    Ich denke, es ist ein wichtiges Thema, und ev. kann man hier den einen oder anderen Input mitnehmen, wie bei vielem. Allerdings setzt dies voraus, dass man nicht so verklemmt ist, wie viele hier. Ich schaue mir viele Sendungen zu verschiedenen Themen (Krankheiten/Lebenssituationen etc) an, und lerne so das Eine oder Andere, oder erhalte einen anderen Blickwinkel. Und: Fernseher anschalten heute Abend ist freiwillig

    • Linksaussen am 26.02.2018 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marie Rufer

      Die hier sind aber mit Blümchensex, Bachelor und Dschungelcamp zufrieden. Das sind Sendungen, die ihnen am nächsten Tag von den Experten von 20 Minuten erklärt werden, wenn sie nicht alles geschnallt haben. Ausserdem handelt es sich hier um eine SRF-Produktion, also muss die Sendung einfach heruntergemacht werden, man ist je schliesslich gegen die Billag und gegen die SRG.

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  • Daniel am 26.02.2018 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Service Public muss neu definiert werde

    Es kann nicht sein, dass Leute die keinen TV haben oder nicht Vermögend sind, wie zb. alleinerziehende Mütter, solche TV Sendungen Quersubventionieren müssen. Arena, die Tagesschau, etc. mag in Ordnung sein. Aber das hier ist blanker Hohn gegenüber all solchen Mitbürgern.

    • @Yep am 26.02.2018 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel

      Wieso ? Weil es um Sexualität geht ?

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