Britischer Filmpreis

19. Februar 2018 02:54; Akt: 19.02.2018 08:34 Print

Herzogin Kate hält sich nicht an den Dresscode

Die 71. Bafta-Verleihung stand im Zeichen der «Time's Up»-Initiative. Viele Schauspielerinnen trugen schwarze Kleider. «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» ist der Gewinner.

Muss politisch neutral bleiben: die hochschwangere Herzogin Kate an der Verleihung des britischen Filmpreises Bafta. Video: Tamedia/AP
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«Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» ist mit fünf Auszeichnungen der grosse Gewinner bei der Verleihung der als Baftas bekannten Britischen Filmpreise. Ein Bafta ging auch an den von der Schweiz koproduzierten Dokumentarfilm «I Am Not Your Negro».

Bafta in London verliehen

Das in neun Kategorien nominierte, britisch-amerikanische Drama «Three Billboards» wurde als bester Film ausgezeichnet. Vor den Augen von Prinz William und seiner hochschwangeren Frau Kate erhielt der Streifen in der Londoner Royal Albert Hall insgesamt fünf Trophäen, darunter für das beste Drehbuch, den besten Nebendarsteller (Sam Rockwell) und die beste Hauptdarstellerin (Frances McDormand).

Der britische Schauspieler Gary Oldman erhielt wie erwartet den Bafta als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als früherer britischer Premierminister Winston Churchill in dem Drama «Die dunkelste Stunde». Zur besten Nebendarstellerin wurde Allison Janney («I, Tonya») gewählt.

Der zwölffach nominierte Fantasy-Film «The Shape Of Water» bekam drei Preise. Unter anderem wurden Regisseur Guillermo del Toro als bester Regisseur und der französische Komponist Alexandre Desplat für seine Filmmusik ausgezeichnet.

Schweizer Animationsfilm ging leer aus

Die minoritäre Schweizer Co-Produktion «I Am Not Your Negro» heimste den Preis für den besten Dokumentarfilm ein. Der Beitrag des Haitianers Raoul Peck über die Rassendiskriminierung in den USA, erzählt aus der Sicht vom afroamerikanischen Schriftsteller James Baldwin (1924-1987).

Der Film wurde von den Genfer Produzenten von «Close up Films» und dem Westschweizer Fernsehen RTS co-produziert. Er war im letzten Jahr für einen Oscar nominiert gewesen.

In London leer ausgegangen war dagegen der erfolgsverwöhnte Schweizer Animationsfilm «Ma vie de Courgette» des Wallisers Claude Barras. Der Preis ging an den Hollywood-Fantasyfilm Coco von Pixar, der sich rund um den mexikanischen Feiertag «Tag der Toten» dreht.

Protest in Schwarz

Die 71. Bafta-Verleihung stand im Zeichen der «Time's Up»-Initiative. Die meisten Schauspielerinnen, darunter Angelina Jolie und Jennifer Lawrence, erschienen in schwarzer Kleidung – als Protest gegen sexuelle Übergriffe und ungleiche Bezahlung in der Filmindustrie. Männer trugen dazu passend «Time's Up»-Anstecker. Die schwangere Herzogin Kate kam in einem dunkelgrünen Kleid zur Preisverleihung.

Kristin Scott Thomas, die für ihre Nebenrolle in dem Film «Darkest Hour» für einen Bafta-Preis nominiert war, sagte, es sei gut, dass über Fehlverhalten im Filmgeschäft gesprochen werde. Jetzt müssten aber auch Taten folgen.

Preisträgerin Frances McDormand kam nicht in Schwarz, sondern in Rot, begründete das aber, als sie den Preis für ihre Rolle als trauernde, zu allem entschlossene Mutter einer ermordeten jungen Frau in «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» entgegennahm. «Ich habe ein kleines Problem damit, Regeln zu befolgen. Aber ich möchte, dass ihr wisst, dass ich heute Abend in voller Solidarität zu meinen Schwestern in Schwarz stehe», sagte sie.

Neben Preisträgerin McDormand trug unter anderem auch Herzogin Kate nicht Schwarz. Sie vermeidet es als Mitglied der britischen Königsfamilie, politisch Stellung zu beziehen. Die schwangere Frau von Prinz William kam in einem dunkelgrünen Kleid von Jenny Packham mit einem schwarzen Gürtel. Auf Twitter wird sie dafür kritisiert.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • trulla am 19.02.2018 06:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genug

    Ich finde es reicht mit diesem "me too" Drama! Und die Farbe der Kleidung macht die Geschichte nicht glaubhafter!

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  • Schneeglöggli am 19.02.2018 05:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum soll sie tragen was sie will,

    Kate soll tragen was sie will. Man kann auch ohne farbliche Anzeige zu etwas stehen. Es muss im Inneren stimmen, dann kann man aussen tragen was man will. Sie ist kein Schaf, welches immer der Herde folgt.

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  • Mirko Timm am 19.02.2018 05:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    wenigstens eine normale der Rest hat langsam ein an der klatsche

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandervandorn44 am 20.02.2018 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schluss mit der Debatte

    irgendwann muss mal schluss sein damit. schlimm genug was den frauen passiert ist aber keiner kann sich mehr normal bewegen in der Filmbranche und nun auch noch zu kritisieren weil sie grün getragen hat ja gehts noch.

  • Kürä am 19.02.2018 15:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfröhlich

    Bild sieht schon wieder ähnlich aus, wie die letzten gemeinsamen Aufnahmen von Diana und Charles.

  • Laura am 19.02.2018 15:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marionetten

    Rätselhaft, dass sich jemand für Könige, Prinzen und Herzöge interessiert. Überflüssige Marionetten aus einer längst vergangenen Zeit.

  • laura am 19.02.2018 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gute wahl

    grün ist die farbe der hoffnung. und da sie keine politische stellungnahme nehmen darf, denke ich dass sie mit dieser farbe eine gute wahl getroffen hat.

  • Don Preper am 19.02.2018 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau Hinschauen

    Leider passieren schlechte Sachen auch vielen promi Damen, nur frage ich mich: wie weit zu gehen, waren diese Frauen bereit um eine begehrte Rolle zu bekommen. Jetzt 20 30 40 später, durch die fehlbaren Männer berühmt gemacht, finde ich zumindest bedenklich sich nur als Opfer zu outen. Möchte klar sagen das Gewalt an Frauen keinen Platz in unserer Gesellschaft hat und haben darf. Nur sind viele junge Frauen für eine Karriere Model Schauspielerin oder sonst wie Berühmt zu werden, bereit auch ihre körperliche Reize einzusetzen um ihr Ziel zu erreichen. Darum Bitte beide Aspekte anschauen!!!