ETH-Professorin

06. Juni 2018 18:03; Akt: 07.06.2018 08:36 Print

Schweizer Physikerin für Erfinderpreis nominiert

von Valérie Hug - Am Donnerstag werden fünf Personen mit dem Europäischen Erfinderpreis geehrt. Ursula Keller ist eine von 15 Finalisten.

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Ursula Keller ist in der Kategorie Lebenswerk des Europäischen Erfinderpreises 2018 nominiert. Geehrt werden soll sie für ihre mehr als 30 Jahre lange Forschungsarbeit auf dem Gebiet der Lasertechnik. Ihre Erfindung SESAM (Semiconductor Saturable Absorber Mirror), eine Methode zur Erzeugung von ultraschnellen Lichtimpulsen mittels Laser, ist mittlerweile zum weltweiten Industriestandard avanciert. Sie findet in den verschiedensten Bereichen Anwendung, so zum Beispiel in der Medizintechnik, in Smartphones, Computern oder Fahrzeugen. Neben Keller sind in der Kategorie Lebenswerk noch zwei weitere Personen für den Erfinderpreis nominiert. Eine von ihnen ist der Franzose Jaques Lewiner. Ihm werden Hunderte Erfindungen zugeschrieben, unter anderem der Rauchmelder, Internetverbindungen und sichere Schlüsselkarten. Für seine zahlreichen Anwendungen und weltweit mehr als 1000 Patentanmeldungen soll der Erfinder und Dekan für Innovation und Unternehmertum der Universität PSL in Paris nun geehrt werden. Der Dritte im Bunde ist Henrik Stiesdal aus Dänemark. Sein Lebenswerk ist im Bereich der Windkraft-Industrie angesiedelt. Schon in seiner Jugend widmete er seine Freizeit dem Entwerfen von Windrädern, so zum Beispiel für den Hof seiner Eltern. Später entwickelte er das sogenannte «Dänische Konzept», das in der Industrie über Jahrzehnte weg als Konstruktionsstandard galt. Zu seinen weiteren Erfindungen zählen das Rotorblatt-Design und Offshore-Plattformen. 2017 wurde der Italiener Rino Rappuoli für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Erfinderpreis geehrt. Dem Mikrobiologen und seiner mehr als vier Jahrzehnte umspannenden Forschungstätigkeit ist es zu verdanken, dass Infektionskrankheiten wie Diphtherie, bakterielle Hirnhautentzündungen (Meningitis) und Keuchhusten in den Industrieländern praktisch ausgerottet sind.

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Die Schweizer Physikerin und ETH-Professorin Ursula Keller ist dieses Jahr für den Europäischen Erfinderpreis in der Kategorie Lebenswerk nominiert. Die 58-Jährige gilt auf dem Gebiet der Ultrakurzpuls-Laserphysik als absolute Pionierin. In den frühen 90er-Jahren erfand sie SESAM, eine Methode zur Erzeugung von ultraschnellen Lichtimpulsen mittels Laser. Seinerzeit als wissenschaftliche Sensation gefeiert, wurde Keller daraufhin mit nur 33 Jahren als erste Frau auf einen naturwissenschaftlichen Lehrstuhl der ETH berufen. Dort forscht und lehrt sie auch heute noch.

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Wer soll den Erfinderpreis 2018 für sein Lebenswerk bekommen?

Für ihre mehr als 30 Jahre umfassende Forschungsarbeit soll sie nun geehrt werden. Keller ist eine von insgesamt sechs Frauen, die für den diesjährigen Erfinderpreis nominiert wurden. Das sind so viele Frauen wie noch nie seit der ersten Vergabe des Preises im Jahr 2006.

Preis für Bahnbrechendes

Verliehen wird der Europäische Erfinderpreis vom Europäischen Patentamt (EPO). In seiner Eröffnungsrede des diesjährigen Events macht der EPO-Präsident klar, dass der Preis «nicht einfach nur ein weiterer Wissenschaftspreis ist», sondern einer der renommiertesten Innovationspreise, der sich speziell an Erfinder und Erfinderinnen richtet. Ausgezeichnet werden sollen Personen, die mit ihren Erfindungen Bahnbrechendes geleistet haben und zum technischen Fortschritt, zur sozialen Entwicklung und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa beigetragen haben.

Die Finalisten werden aber nicht vom Europäischen Patentamt selbst, sondern von einer Jury ausgewählt. Insgesamt gibt es fünf Kategorien mit je drei Nominierten. Für den Preis in der Kategorie Lebenswerk sind neben Keller auch der Franzose Jaques Lewiner (Rauchmelder, Internetverbindungen, sichere Schlüsselkarten, etc.) und der Däne Henrik Stiesdal (Offshore-Windfarmen) nominiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniel Düsentrieb am 06.06.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Good Job

    Hast du gut gemacht Ursi, bin stolz auf dich!

  • BZ am 06.06.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ewige Studenten-Hater

    nur zur info: die tolle Frau war einst Studentin, denn das ist es was Studierende am Ende zu tage fördern, deshalb geht man an ein Studium.

  • marko 33 am 06.06.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jürg am 06.06.2018 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich kannte bessere Professoren

    Ich habe damals an der ETH Elektrotechnik studiert, als Ursula Keller neu Physik Professorin wurde. Leider war sie in der Vorlesung weit weniger erfinderisch, sondern nur streng. Erklären konnte sie auch nicht, das konnten ihre Assistenten deutlich besser. Bis zu Frau Keller war Physik mein Lieblingsfach gewesen. Nach Frau Keller dann nicht mehr....

  • BZ am 06.06.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ewige Studenten-Hater

    nur zur info: die tolle Frau war einst Studentin, denn das ist es was Studierende am Ende zu tage fördern, deshalb geht man an ein Studium.

  • marko 33 am 06.06.2018 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch

  • Juppala am 06.06.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Sache aber

    Und für das gibt es nicht mal den Nobelpreis, der wurde ja ausgesetzt.

  • Rolf W. am 06.06.2018 18:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ach schön

    Erwähnt nicht das Männerteam hinter den Erfindungen welches die eigentliche Arbeit geleistet hat, wäre dann wohl nicht mehr politisch korrekt.