Gesichtserkennung

08. Mai 2018 20:45; Akt: 09.05.2018 08:29 Print

Bei Rot über die Strasse? Kameras erwischen dich

Wer bei Rot über die Strasse geht, verstösst gegen das Gesetz – auch in China. Die lokalen Behörden wollen Fussgänger nun per SMS büssen.

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Während Australien High-Tech-Kameras testet, die erkennen können, ob Autofahrer ihr Handy am Steuer nutzen, geht China noch einen Schritt weiter. In der Tech-Metropole Shenzhen soll nun ein neues System Fussgänger automatisch büssen, wenn sie gegen die Verkehrsregeln verstossen.

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Sollen Gesichtserkennung und Bussen via SMS auch bei uns eingeführt werden?

Schon jetzt haben die Behörden ihr Überwachungskamerasystem mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, um gegen Fussgänger vorzugehen, die ohne Rücksicht auf den Verkehr die Strasse überqueren – meist bei Rot oder abseits des Zebrastreifens. Vor allem bei grossen und dicht befahrenen Kreuzungen verursachen sie regelmässig Unfälle.

Als Nächstes kommen Bestrafungs-SMS

Die Identifikaiton der Personen mittels Gesichtserkennung ermöglicht es, gezielt Bussen zu verhängen. Wie Newsweek.com berichtet, hat die Verkehrspolizei von Shenzhen in den letzten zehn Monaten seit der Installation über 13'930 Straftäter an einer belebten Kreuzung identifizieren können. Vor allem Wiederholungstäter seien davon abgeschreckt worden.

Der nächste Schritt seien nun Bussen via SMS. Sobald ein Fussgänger die Strasse bei Rot kreuzt, soll er eine solche Textnachricht erhalten. Intellifusion, ein in Shenzhen ansässiges Unternehmen für künstliche Intelligenz, arbeite bereits mit lokalen Telefonanbietern und Social-Media-Plattformen wie Wechat und Weibo zusammen, um eine solche Technologie zu entwickeln.

Identifikation mit Hilfe von Gesichtserkennung

Bisher versuchte man das Problem mit einem Pranger zu lösen: Lief ein Fussgänger rücksichtslos über die Strasse, so haben die Verkehrskameras sein Gesicht erfasst und projizieren es auf einen öffentlichen LED-Bildschirm. So ist sichtbar für alle, wer die Verkehrsregeln missachtet hat.

Leider löste diese Vorgehensweise das Problem in China nicht wirklich. Deshalb hat die Verkehrspolizei von Shenzhen nun die Gesichtserkennung eingeführt.

Dies ermöglicht den 7-Millionen-Pixel-Kameras nicht nur das Erstellen von Bildern der Menschen, die illegal über die Strasse laufen, sondern auch deren Identifikation. Indem sie die Fotos der Passanten mit einer Datenbank abgleichen, wissen sie, um wen es sich handelt. So werden fortan nicht nur Bilder, sondern auch Familienname und Regierungsidentifikationsnummer auf den LED-Bildschirmen angezeigt.

(vhu)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Herr Paternoster Live in der Schleiferei am 08.05.2018 21:01 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    George Orwell 1984 lässt aber schön grüssen

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  • Will doch nur in ruhe leben und abdanken am 08.05.2018 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine falsche bewegung, immer mehr überwachung wir

    Ach macht doch was ihr wollt, wir sind nur noch Spielfiguren. Was ist der Mensch noch wert. Ich höre und lese das Wort büsen zu oft in letzter Zeit...

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  • s.e. am 08.05.2018 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überwachung

    und ich dachte, es geht noch lange, bis "black mirror" real wird :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • MadChengi Ghost in the Machine am 11.05.2018 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Das beste kommt noch

    Das Endziel ist und bleibt den RFID-Chip direkt in die Rübe rein in den Hypothalamus zu implantieren! Es geht einfach nichts über ferngesteuerte Bürger! Obwohl i.d. Schweiz gehorchen sie ja freiwillig.

  • Mad Orwell Chengi am 11.05.2018 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Straftaten verhindern

    Na endlich, und bitte auch mehr Sicherheit in privaten Wohnbereichen, Smart TV Bild & Ton Überwachung wäre wünschenswert um Kinder vor Rauchern zu schützen, korrekte Abfall-Entsorgung, und häusliche Gewalt könnte man besser vorbeugen! Brave systemtreue Bürger wie die Schweizer verdienen das und nichts anderes!

  • H.O.A.X am 11.05.2018 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit geht vor Freiheit

    Nennt mich Paranoid, aber totale Überwachung mit Sicherheit zu verbinden ist Nonsens, London 4 Millionen Kameras, Gewalttaten gehen nicht gerade zurück. Es ist traurig wenn Staaten die totale Kontrolle wollen, es noch schmackhaft machen für die Bevölkerung, aber es nur darum geht zum Polizeistaat zu werden.

  • Bebbi am 11.05.2018 03:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das System muss sich amortisieren

    Und wenn es keine Terroristen mehr hat, gibt es immer noch die eigene Bevölkerun die zur Kasse gebeten werden kann. Rotlichtpartisane bringen auch Kohle

    • Lansam dämmert's euch schon oder? am 11.05.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Bebbi

      Die Terroristen sind nur die Rechtfertigung für die Totale Überwachung der eigenen Bürger!

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  • Realist am 10.05.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Velo

    Für das Ahnden der Verfehlungen unserer Radfahrer wäre das System Gold wert.