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Lieber Phil Geld

07. Juli 2018 08:08; Akt: 07.07.2018 08:08 Print

Wegen Krankheit keinen Lohn?

David (24) ist krankgeschrieben. Sein Arbeitgeber hat seither den Lohn eingestellt. Ist das in Ordnung?

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Hat man Anspruch auf Lohn, auch wenn man krank ist? (Bild: Michael Yarish/Warner Bros.)

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Lieber Phil Geld
Ich bin seit Anfang Juni krankgeschrieben. Nun hat mir mein Arbeitgeber im Juni keinen Lohn ausbezahlt. Darf er das?

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Lieber David

Arbeitnehmende haben bei Krankheit für eine bestimmte Dauer Anspruch auf Lohnfortzahlung. Wie lange der Arbeitgeber zahlen muss, hängt von den geleisteten Dienstjahren sowie den von den Gerichten ausgearbeiteten regional gültigen Skalen ab.

Von Gesetzes wegen hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden im Krankheitsfall für eine beschränkte Zeit den darauf entfallenden Lohn zu entrichten – vorausgesetzt, das Arbeitsverhältnis hat mehr als drei Monate gedauert oder ist für mehr als drei Monate eingegangen worden.

Art. 324a Abs. 2 OR legt als Mindestleistung zwingend fest, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmenden im ersten Dienstjahr den Lohn für mindestens drei Wochen und in den folgenden Dienstjahren für eine angemessene längere Zeit zu entrichten hat, je nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses und den Umständen des Einzelfalles.

Sofern durch schriftliche Abrede, Normalarbeitsvertrag (NAV) oder Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für den Arbeitnehmenden keine günstigere Regelung vorgesehen ist, ist gemäss der Zürcher Skala im ersten Dienstjahr Lohn während drei Wochen zu zahlen. Im zweiten Dienstjahr steigt der Anspruch auf acht Wochen. Danach gibt es für jedes weitere geleistete Dienstjahr eine Woche mehr.

Das Gesetz lässt aber gemäss Art. 324a Abs. 4 OR eine abweichende Regelung zu, sofern diese für den Arbeitnehmenden mindestens gleichwertig ist. Gestützt auf diese Bestimmung schliessen daher viele Arbeitgeber für ihre Arbeitnehmenden eine Krankentaggeldversicherung ab. Die meisten Krankentaggeldversicherungen zahlen in der Regel 80 Prozent des Lohns während 720 Tagen.

Der Arbeitgeber ist von seiner gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht befreit, wenn die Versicherungsdeckung mindestens gleichwertig ist. Die Gerichte erachten eine Lohnfortzahlung von mindestens 80 Prozent während 720 Tagen mit der gesetzlichen Lohnfortzahlung gemäss Art. 324a Abs. 1 OR, die zwar 100 Prozent vorsieht, jedoch für eine viel kürzere Dauer als gleichwertig.

Hat dein Arbeitgeber eine mindestens gleichwertige Versicherungsdeckung abgeschlossen, hast du Anspruch auf ein Krankentaggeld, lieber David. Wurde keine Taggeldversicherung abgeschlossen, hat er dir im Rahmen der gesetzlichen Lohnfortzahlungspflicht den normalen Lohn zu 100 Prozent zu zahlen.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(deg/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner Wenger am 07.07.2018 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurück auf Feld 1

    Erste Frage: ist das Arztzeugnis beim Arbeitgeber? Zweite Frage: was steht über Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfall, öffentliche Dienste im Anstellungsvertrag? Die Beratung des Kranken muss mit diesen Fragen beginnen und nicht mit den gesetzlichen Grundlagen.

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  • Kurt am 07.07.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Man hat das Gefühl, hier werden Fragen von Laien beantwortet.

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  • Briede am 07.07.2018 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fest/Anstellung

    Kommt noch drauf an ob man im Stundenlohn oder eine Festanstellung hat.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Herr Paternoster Live us de Chnelle am 07.07.2018 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Lieber Phil Geld sind Ihre schönen Geschichten aus den Fingern gezogen worden, vielleicht sogar ?

  • Auch ein Opfer von Arbeitgeber am 07.07.2018 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Schweiz

    Ich war vier Wochen Krank, habe die Kündigung bekommen. Anschliessend beim Arbeitsgericht, der Richter gab dem Arbeitgeber Recht. So sieht es heute aus. Die Rechte der Arbeitnehmer ist auch auf dem Papier geduldig. Sogar das RAV hat meinen Ehemaligen Arbeitgeber angerufen und der hat Behauptet und Geschichten erzählt, die er nicht beweisen konnte. Das RAV wusste nicht blöder als mir dann noch 20 Einstelltage zu verdonnern. Wieder vor Gericht und wieder verloren. Gekaufte Demokratie so wie mein Anwalt schilderte. Meine Unschuld konnte ich beweisen von A-Z. Kein Richter ging darauf ein.

    • Berater am 07.07.2018 14:26 Report Diesen Beitrag melden

      @ Opfer

      Es bringt nichts, Einzelfälle in Kommentarspalten anzusprechen, aber nicht genau zu schildern, wo das Problem lag. Sicher ist: Es gibt gute und schlechte Anwälte. Sicher ist aber auch, dass Arbeitsrichter grundsätzlich einen guten Job machen und dass der Instanzenweg offen bleibt. Ein generelles Pöbeln gegen die Institutionen ist nicht zielführend, zumal es kein generelles Problem gibt. Es gibt unentgeltliche Beratungsstellen; dort kann man sich einen ersten Eindruck holen, wie gut die Chancen stehen.

    • Valiant Thor am 07.07.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Berater mit sind auch mehrere solcher

      Fälle bekannt, sicher ich war nicht dabei und kenne auch nicht alle Fakten. Aber etwas ähnliches habe ich selbst erlebt z. Bsp. wenn es Arbeitszeugnisse und Zwischenzeugnisse geht. Die Arbeitgeber machen mit einem was sie wollen. Einfach die Augen zu verschliessen und dann zu Behaupten dass es sowas nicht gibt und geben darf sowie alles als ein "generelles Pöbeln" gegen die ach so heiligen und Fehlerfreien Institutionen abzutun, bestätigt einfach nur die heutige Unfähigkeit vieler Instanzen.

    • Berater am 07.07.2018 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      @ Valiant Thor

      Klar gibt es Arbeitgeber, die in solchen Fragen schlicht inkompetent sind (dafür ist die deutsche HR-Frau billig) oder desinteressiert. Aber die Gerichte korrigieren auch Arbeitszeugnisse, wenn es etwas zu korrigieren gibt. Arbeitszeugnisse gehören sogar in die Top 5 der Fälle vor Arbeitsgerichten.

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  • Alpöhi am 07.07.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer drei Monatslöhne auf der hohen Kante haben

    Das Klären der rechtlichen Situation wird Zeit brauchen. Bis du deinen Lohn hast, kann es also dauern... Daher ist es eine gute Idee, immer drei Monatslöhne im Sparschwein zu haben, als Reserve für Unvorhergesehenes.

    • Sab S am 08.07.2018 23:22 Report Diesen Beitrag melden

      Schön wenns möglich ist

      Tolle Idee jedoch gibt es in der Schweiz zu viele Familen und Haushalte wo von Lohn zu Lohn leben und knapp über die Runden kommen.

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  • Besserwisser am 07.07.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    es geht um Arbeitsunfähigkeit

    Der Satz "Arbeitnehmende haben bei Krankheit für eine bestimmte Dauer Anspruch auf Lohnfortzahlung." ist so nicht richtig. Richtig wäre: "Arbeitnehmende haben bei Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit für eine bestimmte Dauer Anspruch auf Lohnfortzahlung." Nicht jede Krankheit hat eine Arbeitsunfähigkeit zur Folge. Und es ist die Arbeitsunfähigkeit, die massgebend ist für die Lohnfortzahlung, nicht die Krankheit. Es gibt viele Leute, die krank sind (von Schnupfen bis HIV), aber dennoch problemlos arbeiten können.

  • Kurt am 07.07.2018 12:40 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Man hat das Gefühl, hier werden Fragen von Laien beantwortet.

    • HRmensch am 07.07.2018 13:03 Report Diesen Beitrag melden

      ja, unglaublich

      Die Laien sind eher in den Leser-Kommentaren zu finden. Unglaublich ist, was hier teilweise behauptet wird - ganz offenbar ohne jegliche Sachkenntnisse. Nur weil ihr mal einen Arbeitsvertrag unterschrieben habt, seid ihr noch keine Arbeitsrechts-Spezialisten!

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