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Lieber Phil Geld

09. Mai 2018 15:59; Akt: 12.05.2018 10:34 Print

Unfall mit dem Firmenauto – wer bezahlt?

Timo (19) hat mit dem Geschäftswagen einen Unfall verursacht. Muss er nun für den Schaden am Auto aufkommen?

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Ob der «Transporter» wohl für die zahlreichen geschrotteten Dienstwagen aufkommen musste? (Bild: EuropaCorp)

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Lieber Phil Geld
Ich bin Kurier und habe unglücklicherweise während einer Fahrt einen Unfall mit dem Geschäftswagen verursacht. Wer bezahlt nun den Schaden?

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Lieber Timo

Ob und in welchem Umfang ein Arbeitnehmer für Schäden, die er dem Arbeitgeber zugefügt hat, haftbar gemacht werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem vom Verschulden des Arbeitnehmers, dessen Fähigkeiten, einem allfälligen Mitverschulden des Arbeitgebers und dem Berufsrisiko (Art. 321e Abs. 2 OR).

Grundsätzlich aber haftet der Arbeitnehmende nur für Schäden, die er seinem Arbeitgeber absichtlich oder fahrlässig zufügt (Art. 321e Abs. 1 OR). Bei der Beurteilung der Fahrlässigkeit wird zwischen der leichten, mittleren und groben Fahrlässigkeit unterschieden.

Bei leichter Fahrlässigkeit kann die Haftung des Arbeitnehmenden stark verringert oder sogar ganz ausgeschlossen werden. Bei mittlerer Fahrlässigkeit sind sowohl Arbeitgeber als auch -nehmer an der Schadensdeckung beteiligt. Die Haftungsreduktion fällt jedoch bereits wesentlich geringer aus. Bei grober Fahrlässigkeit können Arbeitnehmende unter Umständen für den gesamten Schaden haftbar gemacht werden.

Bei Schäden an Geschäftsfahrzeugen ist dem Aspekt des Berufsrisikos besondere Bedeutung zuzumessen, zumal das berufliche Autofahren als risikobehaftete, «schadensgeneigte» Tätigkeit gilt. Unter Berufsrisiko wird allgemein die erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts bei gewissen Berufen verstanden.

Tritt ein Schaden am Geschäftsfahrzeug ein, muss zunächst die Schadenshöhe bestimmt werden. Hat der Arbeitgeber für das betreffende Fahrzeug eine Versicherung abgeschlossen, haftet der Arbeitnehmende grundsätzlich nur noch, wenn ein Selbstbehalt zu bezahlen ist, mögliche Regressansprüche der Versicherung anfallen oder eine erhöhte Versicherungsprämie durch Bonusverlust entsteht.

Bei keinem Verschulden oder lediglich leichter Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmende nicht. Liegt mittlere Fahrlässigkeit vor, reduziert sich die Haftung zumindest deutlich.

In welchem Umfang du für den Schaden aufkommen musst, lieber Timo, hängt somit von deinem Verschulden sowie der von deinem Arbeitgeber abgeschlossenen Versicherung ab.

Freundlich grüsst

Phil Geld

Phil Geld E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(20 Minuten)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lore am 12.05.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war bei mir

    auch so! ging vor arbeitsgericht und bekam recht! der arbeitgeber muss dann beweisen, dass es mutwillig war .dazu hatte mein ehemaliger arbeitgeber mir die schadenssumme vom 13. abgezogen dazu die versicherungsgelder eingezogen und der schaden wurde nicht mahl repariert!! meine frage war damals, wie doof darf man als chef sein und für wie doofer hielt er micht. die justiz hatte ihm dann mal erklärt wie der wagen rollt. mein dank gilt dem arbeitsgericht.

  • Herr Paternoster Live im Anker am 12.05.2018 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Lieber Timo, rufen Sie die Versicherung an da Wissen Sie es sofort, vermutlich

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  • Te Rasse am 12.05.2018 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also ich würde

    Erst mal das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Faaa Biiii am 13.05.2018 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Karma

    Ich habe schon 2x absichtlich das Auto geschrottet, weil ich früher nach hause wollte und ohne Auto konnte ich meine Tätigkeit nicht ausüben. Mein chef wusste das, konnte es aber nicht beweisen, und er musste den Schaden bezahlen. Heute bin ich Stv des Chefs, also alles kommt gut, nur keine Panik

    • Dein Chef am 14.05.2018 15:09 Report Diesen Beitrag melden

      @Faaa Biii

      Mach nur weiter so. Aber ich kriege Dich noch, und mit 80% ist dann auch bald Schluss, verlass Dich drauf!

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  • Unfallfrei am 12.05.2018 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleiche Probleme

    Bei mir ist das gleiche Problem im gang, nur ich hab gekündigt und hab meinen Arbeitgeber gesagt er soll vor Arbeitsgericht gehen, da ich nicht aus meiner Sicht ein 13 jähriges Auto wo verschiedene Arbeitnehmer gefahren sind nicht die hälfte des Schadens übernehme, da unser Auto auf 3000 .- mindestwert abgesteppelt worden ist.

  • Nala am 12.05.2018 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechtsanwalt einschalten

    Unbedingt Rechtsschutz einschalten. Verlange aber einen aussenstehenden Rechtsanwalt. Ich spreche selber aus Erfahrung. Viel Glück

    • Te Rasse am 12.05.2018 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nala

      Dank dem Rechtsschutz glaubt jeder gleich immer sich einen Anwalt leisten zu können. Probleme kann man auch vorerst mal bilateral (versuchen) zu lösen.

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  • Heulsuse am 12.05.2018 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Problemlösung

    Timo kauf deinem Arbeitgeber ein neues Geschäftsauto. Das entspannt die Situation und dein Arbeitgeber wird dich dafür sehr mögen.

    • Te Rasse am 14.05.2018 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Heulsuse

      Guter Vorschlag ;-))

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  • lore am 12.05.2018 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war bei mir

    auch so! ging vor arbeitsgericht und bekam recht! der arbeitgeber muss dann beweisen, dass es mutwillig war .dazu hatte mein ehemaliger arbeitgeber mir die schadenssumme vom 13. abgezogen dazu die versicherungsgelder eingezogen und der schaden wurde nicht mahl repariert!! meine frage war damals, wie doof darf man als chef sein und für wie doofer hielt er micht. die justiz hatte ihm dann mal erklärt wie der wagen rollt. mein dank gilt dem arbeitsgericht.

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