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Lieber Phil Geld

14. Juni 2018 13:20; Akt: 14.06.2018 13:20 Print

Freigestellt – erhalte ich dennoch Lohn?

Philipp (32) hat seine Arbeitsstelle gekündigt und wurde von seinem Arbeitgeber freigestellt. Hat er dennoch Anspruch auf seinen Lohn?

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«Show me the money!» Tom Cruise kann das auch nach einer Freistellung fordern. (Bild: Jerry Maguire / Tristar)

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Lieber Phil Geld
Ich habe meinen Job auf Ende September gekündigt. Mein Chef stellte mich daraufhin umgehend frei. Erhalte ich dennoch meinen Lohn bis Ende September? Was ist, wenn ich vorher eine neue Arbeitsstelle antrete?

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Was würdest du tun, wenn dein Chef dich freistellen würde?

Lieber Philipp

Mit der Freistellung verzichtet der Arbeitgeber freiwillig auf die (Arbeits-)Leistung des Arbeitnehmers. Folglich wird der Arbeitnehmer von seiner Arbeitspflicht, nicht aber von seinen Nebenpflichten wie der Treue- oder der Herausgabepflicht befreit. Das Arbeitsverhältnis wird demzufolge noch nicht beendet, sondern besteht bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist fort.

Die Freistellung ist nicht zu verwechseln mit der fristlosen Entlassung, die ein Arbeitsverhältnis, und damit auch die Lohnzahlung, per sofort beendet (vgl. hierzu Art. 337 OR). Die fristlose Entlassung ist im Gegensatz zur Freistellung nur aus einem wichtigen Grund möglich. Als wichtiger Grund gilt namentlich jeder Umstand, bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden darf (Art. 337 Abs. 2 OR). Das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer muss derart gestört sein, dass die sofortige und fristlose Auflösung des Arbeitsverhältnisses als einziger Ausweg erscheint.

Während der Freistellung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf den vollen Lohn. Das heisst, er ist so zu stellen, wie wenn er arbeiten würde. Ebenfalls geschuldet sind Umsatz- oder Gewinnbeteiligungen, Provisionen sowie Zulagen, die in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsleistung stehen und keinen Spesencharakter aufweisen.

Freigestellte dürfen während der Freistellung eine neue Arbeitsstelle antreten, sofern diese den alten Arbeitgeber nicht konkurrenziert. Ein Anspruch auf doppelte Lohnzahlung besteht jedoch nicht. Anderweitig erzielter Lohn beziehungsweise Verdienst ist an den Lohn anzurechnen.

Nach dem Gesagten, hast du also bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist Anspruch auf Lohn. Solltest du eine neue Arbeitsstelle antreten, muss der dafür erhaltene Verdienst an den Lohn angerechnet werden.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-MAIL: phil.geld@20minuten.ch

(deg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 14.06.2018 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Meinung

    Etwas besseres hätte dir nicht passieren können. Geniess den Sommer!

  • Büezer am 14.06.2018 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Nimm was Du kannst

    Soll die Bude Zahlen und Du hast frei. Die sagen auch nicht Danke.

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  • Joel am 14.06.2018 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geil!

    Na dann geniess deine Freizeit ;)

Die neusten Leser-Kommentare

  • René Piller am 15.06.2018 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Zustehen würde ihnen derLohn während der Freistellung schon; -- theoretisch. Sie beanspruchen etwas, das ihnen zusteht. Der Arbeitgeber aber will sie schikanieren und rückt nichts heraus. Ein Fall für das Gericht also. Und da steht ihre Forderung auf wackligen Füssen. und es kann dauerm. Das lausige, Schweizer Arbeitsrecht steht fast durchwegs auf Arbeitgeberseite. Einer Kollegin half ich bei der Freistellung und nachher (sie erhielt keinen Lohn) über die Runden. Schliesslich musste der Arbeitgeber alles samt Anwaltskosten bezahlen. Aber es dauerte und kostete -- Geld, Zeit und Nerven.

  • Amsel am 15.06.2018 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer kontrolliert das..?

    Und was passiert, wenn er trotzdem eine neue Stelle antritt und dies nicht meldet? Kommt er damit durch? Nach dem Motto wo kein Kläger, kein Richter?

    • Jos am 15.06.2018 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Amsel

      Würde ich sein lassen: der Kläger kommt. BVG Beiträge werden überwiesen und der ehemalige AG bekommt dies auf jeden Fall mit!

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  • a.s. am 15.06.2018 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    hatte ich auch mal...

    ... 3 Monate bezahlt Urlaub & dass im Hochsommer, besser gings nicht ;)

  • Ausgetretener am 14.06.2018 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitguthaben?

    Interessant und praxisrelevant wäre noch gewesen, inwieweit Überstunden- und Ferienguthaben an die Freistellung angerechnet werden können. Dass bei einer Freistellung der volle Lohn weiterbezahlt wird, ist ja wohl jedem klar.

    • Timo am 15.06.2018 01:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ausgetretener

      Würde ich auch gerne wissen, was passiert mit den offenen Ferien zBsp. 15 Tage Ferien ? Wird es angehöbgt oder ausbezahlt ? Kann dies jemand beantworten? Danke

    • Jos am 15.06.2018 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ausgetretener

      Freistellung unter Anrechnung des Ferienguthabens und der Ueberzeit. Diese werden zuerst bezogen und erst danach gibts den Lohn ohne Leistung

    • Sabrina am 15.06.2018 10:53 Report Diesen Beitrag melden

      Mir wurde es ausbezahlt

      Bei mir wurde damals das Ferienguthaben ausbezahlt. Weiss auch nicht warum aber hatte mich natürlich nicht darüber beschwert.

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  • Roli Bolli am 14.06.2018 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krank wird

    und wie ist es bei Freistellung wenn man Krank wird ?

    • Jos am 15.06.2018 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Roli Bolli

      Dann kommt es darauf an, wer gekündet hat. Bei Kündigung AN: Pech gehabt und gute Besserung. Bei Kündigung AG : Verlängerung der Kündigungsfrist um die Tage der Krankheit, jedoch längstens 3 Monate.

    • Laila am 15.06.2018 19:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Jos

      Bei sehr langen Arbeitsverhältnissen kann die Frist auch 180 Tage betragen.

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