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Lieber Phil Geld

01. Mai 2018 15:29; Akt: 01.05.2018 15:29 Print

Wohnungsrückgabe – was muss ich bezahlen?

Marie (36) zieht nach 15 Jahren aus ihrer Wohnung. Im Laufe der Zeit sind Schäden entstanden, etwa am Parkett. Muss Marie dafür aufkommen?

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Wohnung leer, Böden zerkratzt, Wände vergilbt. Wer bezahlt was? (Bild: Szene aus «How I Met Your Mother» / CBS)

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Lieber Phil Geld
Ich habe fast 15 Jahre in der gleichen Wohnung gewohnt. Nun werde ich umziehen. Während dieser Wohndauer sind so einige kleinere Mängel entstanden, wie zum Beispiel Kratzer im Parkett oder Flecken. Muss ich für diese Schäden nun aufkommen? Welche Reparaturen müssen Mieter beim Auszug aus der Wohnung selber bezahlen?

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Liebe Marie

Beim Auszug aus einer Mietwohnung fallen regelmässig Reparaturen und Erneuerungsarbeiten an. Dass Mieterinnen und Mieter finanziell immer dafür aufzukommen haben, ist aber ein weitverbreiteter Irrtum.

Mieterinnen und Mieter haben grundsätzlich nur für Reparaturen und Erneuerungen aufzukommen, die durch übermässige Abnutzung der Wohnung entstanden sind. Die ordentliche, normale Abnutzung der Mietsache ist hingegen mit dem Mietzins abgegolten und geht zu Lasten des Vermieters.

Die Abgrenzung zwischen normaler und übermässiger Abnutzung ist teilweise nicht ganz einfach. Unter normale Abnutzung fallen grundsätzlich kleinere Schäden, die durch die alltägliche Benutzung entstehen. Dazu zählen beispielsweise vergilbte Wände, Abnutzungsspuren an Wänden und Böden sowie Nägel- und Dübellöcher, vorausgesetzt, sie sind fachmännisch zugespachtelt worden. Unter übermässige Abnutzung fallen grundsätzlich alle jene Schäden, die über die normale Benutzung hinausgehen. So zum Beispiel tiefe Kratzer im Parkett und Teppichflecken.

Aber Achtung: Auch bei übermässiger Abnutzung müssen Mieterinnen und Mieter nur noch für den sogenannten Zeit- beziehungsweise Restwert aufkommen. Die Altersentwertung eines Gegenstands wird somit berücksichtigt und der Vermieter muss nur einen entsprechenden Anteil mitbezahlen.

Die Lebensdauer eines Einrichtungsgegenstands fällt teilweise sehr unterschiedlich aus. Mit der Lebensdauertabelle, die der Mieterinnen- und Mieterverband (MV) gemeinsam mit dem Hauseigentümerverband erarbeitet hat, lässt sich die voraussichtliche Lebensdauer einzelner Einrichtungsgegenstände bestimmen.

Für das Abschleifen eines Parketts geht man grundsätzlich von einer Lebensdauer von zehn Jahren aus. Liegt folglich die letzte Behandlung des Parkettbodens mehr als zehn Jahre zurück, musst du für die Kratzer im Parkett nicht mehr aufkommen.

Beim örtlich zuständigen MV kann verlangt werden, dass Expertinnen und Experten bei der Wohnungsabgabe anwesend sind und Ratschläge geben.

Freundlich grüsst

Phil Geld
E-Mail: phil.geld@20minuten.ch

(deg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jurist am 01.05.2018 15:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mein Tipp

    Den wichtigsten Praxistipp hat Phil Geld vergessen: Macht der Vermieter Mängel geltend, welche tatsächlich begründet sind, leitet man diese Schäden gleich der Haftpflichtversicherung weiter. Je nach Versicherungsdeckung bezahlt man damit neben dem Selbstbehalt nur für Vorsatz oder Grobfahrlässigkeit. Der Vorteil dabei: die Versicherung schaut mit dem Vermieter, wieviel etwa das Parkett noch wert hatte und wie gross der Schaden ist. Für etwas hat man ja die Versicherung!

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  • Daniel am 01.05.2018 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgabeprotokoll

    Was auch fehlt: ist man mit einem Mangel im Abnahmeprotokoll nicht einverstanden darf man das auch nicht unterschreiben oder speziell ausklammern.

  • Herr Paternoster Live in der Sonne am 01.05.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    ja gnau

    Liebe Marie nach 15 Jahren ist das alles Normal mit der Abnutzung vermutlich, fragen Sie den Vermieter

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sepp Trub am 05.05.2018 18:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wohnung von Trub's, da gilt Vorsicht

    Der Mieter muss fuer ALLES bezahlen was nicht als "normale Abnuetzung" gilt. Zb. verkrazter Boden wegen Hund Katze oder Kindern, Loecher in den Waenden, Flecken auf Teppich, etc. Mieter muss aber nicht fuer Sachen bezahlen die sich abnuetzen.

  • georgina am 02.05.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    alt versus neu

    Gebt mir eine Wohnung wie auf dem Foto und ich ziehe garantiert nie mehr aus!

  • zerogo am 02.05.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    wie mein Ex-nachbar

    man kanns auch so machen wie mein ex-nachbar. Hausschlüssel in den Briefkasten, Briefakstenschlüssel der Nachbarin geben und abhauen. 2 Container voll müll hat man aus der kleinen 3.5 Zimmerwohnung gebracht.

    • So Eine am 02.05.2018 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      Kaution

      Dieser hat aber sicher auch die Kaution verloren..

    • zerogo am 03.05.2018 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      @so eine

      kommt auf den aufwand/ertrag an. wenn man 2 Container voll müll aus einer Wohnung schafft (der war ein Messie, Kettenraucher und alkoholiker). dann sieht so eine Wohnung auch entsprechend aus, dann ist die Kaution sowieso weg. Wenn man noch den aufwand fürs zügeln des Hausrats mitrechnet und den aufwand zum putzen der Wohnung, ist die Variant meines Ex Nachbarn ziemlich günstig. ach ja, Sozialhilfebezüger ist er auch. weiss also nicht ob er für die Kaution aufkommt.

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  • Bumann am 02.05.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Renovierung

    Muss ich nach 46 Jahren noch was bezahlen in der Mietwohnung keine Ahnung weiss das jemand ??????

    • Andy am 02.05.2018 10:25 Report Diesen Beitrag melden

      ev. JA - siehe Lebensdauertabelle

      Es gibt tatsächlich ganz wenige Dinge mit einer Lebensdauer über 40 Jahren. Aber im Normalfall (bei normaler Benutzung einer Wohnung) sollte nach 46 Jahren wohl kaum mehr etwas anfallen. Im Gegenteil, vermutlich ist der Vermieter froh über Ihren Auszug, da er nun endlich einen zeitgemässen Mietzins für die Wohnung verlangen kann.

    • Butch am 02.05.2018 11:56 Report Diesen Beitrag melden

      @Andy:

      Du meinst einfach "mehr Mietzins" verlangen und nicht "zeitgemässen Mietzins"! Nach 46 Jahren ist ein Haus wohl amortisiert, die Wohnung längst renovationsbedürftig um auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht zu werden. Der Mietzins richtet sich nach der Grösse der Wohnfläche und nicht nach dem Ausbaustandard.

    • Mike am 02.05.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      @Butch

      Wo bitte richtet sich denn der Mietzins nur nach der Grösse und nicht nach dem Ausbaustandard? Der Ausbaustandard hat meiner Erfahrung nach immer massiven Einfluss auf die Miete. Das ist ja auch DER Klassiker: Alle Mieter raus, alles renovieren/veredeln, doppelt so teuer wieder vermieten.

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  • gerald am 02.05.2018 07:26 Report Diesen Beitrag melden

    die Liste beim MV...

    ist ein Witz. Da haben wohl die Leute vom HEV sich durchgesetzt. Die angegebenen Zeiträume sind absolut unrealistisch. Weichholzparkett (was ja schon bald beim anschauen kaputt geht), soll 30 Jahre halten.

    • Marco Weber am 02.05.2018 07:40 Report Diesen Beitrag melden

      @gerald 1/2

      Da haben sich bei einem gewissen Schreiberling wohl die Fantasien durchgesetzt. Der Beschrieb lautet auf "Weichholzriemen". Darüber steht noch als weitere Position "Mehrschichtparkett". Demnach ist davon auszugehen, dass im schlimmsten Fall mit tannigen Massivholzriemen zu rechnen ist. Diese wiederum haben eine Nutzstärke von ca. 8 mm (bei einer Dicke von ca. 23 mm). Mit einem Mal schleifen entfernt man ca. 1 mm. So könnte man die Riemen sogar in einem Rhythmus von sechs Jahren renovieren bis dann mal Ende Gelände ist. Dass es schneller Eindrücke gibt, ist klar.

    • Marco Weber am 02.05.2018 07:43 Report Diesen Beitrag melden

      @gerald 2/2

      Im Normalfall ist dies aber Mieter und Vermieter/Verwaltung bewusst und es wird "kulant" mit Beschädigungen umgegangen. Solchen Riemen trifft man vorallem auch im sozialen Wohnungsbau oder in eher rustikaleren Altbauten an. In diesen Bereichen sind die Standards bei den Mieterwechseln meist eh nicht so hoch.

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