Hollywood-Propaganda

13. Juni 2018 14:03; Akt: 13.06.2018 14:03 Print

Mit diesem Video will Trump Kim verführen

«Zwei Männer, zwei Führer, ein Schicksal»: US-Präsident Trump versuchte Kim Jong-un in Singapur mit einem Video von einer Öffnung Nordkoreas zu überzeugen.

Dieses Video wurde an der Pressekonferenz von Donald Trump und Kim Jong-un in Singapur gezeigt.
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Bei der gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag in Singapur liess US-Präsident Donald Trump ein Video abspielen – für die Reporter. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un sah den Kurzfilm bereits im Einzelgespräch.

«Sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Nur eine kleine Zahl wird einen dauerhaften Einfluss haben.» So beginnt Trumps Kurzfilm, mit dem er Kim von einer Öffnung Nordkoreas überzeugen will. Das vierminütige Video wurde mittlerweile vom Weissen Haus im Internet veröffentlicht und erntet international viel Hohn.

Auch die «New York Times» griff den Kurzfilm auf und erstellte eine Parodie:

«Zwei Männer, zwei Führer, ein Schicksal»

Bilder von Schnellzügen, lachenden Kindern, applaudierenden Mengen und forschenden Wissenschaftlern jagen über den Bildschirm. Im Film wird hastig Filmmaterial aus den USA, Nordkorea und Südkorea zusammengeschnitten. «Destiny Pictures präsentiert eine Geschichte von Möglichkeiten. Eine neue Geschichte, ein Neuanfang, eine von Frieden. Zwei Männer, zwei Führer, ein Schicksal», erzählt die Stimme aus dem Off.

Trump richtet sich an Kim Jong-un. Dieser müsse entscheiden: «Was wird er zeigen: Vision und Führung, oder nichts davon?» Es könne nur zwei Ergebnisse geben: Ein Schritt zurück – das Bild wird schwarz-weiss, Kampfjets fliegen vorbei – oder ein Schritt nach vorne – neue Wolkenkratzer, neue Autos, durchs Wasser galoppierende weisse Pferde erscheinen im Bild. «Sei Teil dieser Welt, wo die Türen der Möglichkeiten bereit zum Öffnen sind.»

Was sagt Kim Jong-un zum Video?

Nach dem Abspielen des Kurzfilms an der Pressekonferenz richtet sich Trump an die anwesenden Journalisten. Einige glaubten zuerst, gerade einen nordkoreanischen Propagandafilm gesehen zu haben. Doch das Video wurde vom Weissen Haus in Auftrag gegeben. Zielgruppe sei Kim Jong-un persönlich gewesen, damit dieser den Deal mit Trump abschliesst.

«Ich denke, er hat es geliebt», sagt Trump über Kim Jong-un. Und er erklärt weiter: «Es war ein Elevator Pitch.» Also eine kurze Zusammenfassung einer Idee, mit der man das Gegenüber davon überzeugen will. Er habe den Kurzfilm gezeigt, weil er «wirklich» wolle, dass Kim das Richtige tue.

(sil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claudio Deruso am 13.06.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Also ich finde es gut gemacht

    Was ist falsch daran neue, positive Wege einzuschlagen. Wir wollen ja alle, dass die Nordkoreaner auch zur Weltgemeinschaft gehören. Ein bisschen Motivation aus der Konserve ist doch ein passendes Medium um eine Vision auszudrücken.

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  • Damita am 13.06.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sensationell

    Einfach grossartig! Ich hoffe, Kim wird über seinen überdimensionalen Schatten springen können und mit Trumps Hilfe, seiner armen Bevölkerung eine menschenwürdige Zukunft bieten!

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  • Bobby am 13.06.2018 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    US Medien

    Wie die Meiden in den USA einfach grundsätzlich ALLES was irgendwie von Trump kommt versuchen schlecht zu reden. Reduktion der Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum, Friedenskonferenz...völlig egal. Alles schlecht. Wer soll das noch ernst nehmen? Die Liberalen in den USA erweisen sich mit dieser Radikalisierung hin zur totalen und sachpolitikbefreiten Opposition einen Bärendienst.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • asdf am 14.06.2018 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    auch wenn's nicht viel gebracht hat

    es war ein historischer Moment. Nie zuvor haben sich ein US-Präsident und ein nordkoreanischer Machthaber persönlich getroffen und von Angesicht zu Angesicht miteinander gesprochen. Ein Schritt in die richtige Richtung, hin zur Beendigung einer jahrzehntelangen Feindschaft. Alles beginnt mit kleinen Schritten.

  • insert name am 14.06.2018 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    realistisch bleiben

    Es wurde nichts Verbindliches vereinbart. Denuklearisierung, ja, aber nirgendwo wurde festgehalten bis wann. Es ist eine reine PR-Show, Kim Jong Un will sein Image in der Weltgemeinschaft aufbessern, das ist alles. Nordkorea ist nach wie vor eine totalitäre Diktatur mit allem was dazu gehört: Polizeistaat, Militarismus, Feindbilder, der Führer und die Partei haben immer recht, ein falsches Wort und man landet im Konzentrationslager. Es dürfte noch sehr lange dauern bis NK in der zivilisierten Moderne ankommt.

  • Friedenstaube am 14.06.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Kim

    Genial was da D Trump dem Kim offeriert hat. Kim ist ja schliesslich in der Schweiz zur Schule gegangen, und hat in diesen Jugenderinnerungen ohne Atomwaffendrohungen leben duerfen. Er hat dann ein schwieriges Erbe angetreten, aber er ist nun alt genug um zu waehlen wie es weiter gehen soll. Alte Gewohnheiten durch neue ersetzen!! So einfach geht's doch.

  • Trustin T. am 14.06.2018 08:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr (w)irr als witzig

    Wie kommen Sie nur dazu, dieses Video als "irrwitzig" abzuwerten? Die Welt kann sich ja ausnahmsweise (?) auch einmal in eine positive Richtung entwickeln. dieses "Propagandavideo" kommt mindestens bei mir sehr gut an.

  • Kim Chi Sandwich am 14.06.2018 06:49 Report Diesen Beitrag melden

    Laender des Laechelns

    Meisterhafte Diplomatie der beiden Koreas und China. Man hat die USA vorgefuehrt und sie an den Tisch gebracht, da wo man sie haben wollte. Etwas abruesten, damit die US Truppen aus der Gegend verschwinden und die Sanktionen verschwinden und die Koreas und China haben das was sie wollen. Der Aufbau kann beginnen. Wenn die USA zurueckkommen sollten, waere man gegen den Agressor stark genug. Fuer mich: So wie es sein muss. Asien den Asiaten....