Sally Jones

12. Oktober 2017 18:14; Akt: 12.10.2017 21:05 Print

Die Punk-Jihadistin des IS soll tot sein

Sie schrieb Botschaften wie: «Ihr Christen solltet mit einem stumpfen Messer geköpft werden.» Nun wurde die Britin Sally Jones, die zum IS gereist war, angeblich getötet.

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Die Britin Sally Jones (50) wird in ihrer Heimat «weisse Witwe» oder, unter Anspielung auf ihre musikalische Vergangenheit, auch «Punk-Jihadistin» genannt. Die Frau aus Kent, die hauptsächlich von der Sozialhilfe lebte, war eine der bekanntesten ausländischen Anwerberinnen für die Terrororganisation Islamischen Staat (IS).

Auf Social Media verfasste Jones hasserfüllte Botschaften wie: «Ihr Christen solltet alle mit einem stumpfen Messer geköpft und an den Geländern von Raqqa aufgeknüpft werden. Kommt her, ich erledige das für euch.» Bereits 2013 war sie in das syrische Herrschaftsgebiet des IS gereist. Und kam dort offenbar ums Leben.

Keine Bestätigung aus dem Pentagon

Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Jones bereits im Juni durch eine amerikanische Predator-Drohne im irakisch-syrischen Grenzgebiet getötet worden sein, wie die britische «Sun» berichtet. Das Pentagon hat den Tod der Konvertitin bislang aber nicht bestätigt.

Sky News zufolge hielten die Amerikaner und Briten den Tod der Britin unter Verschluss – nicht zuletzt weil man befürchtet habe, dass bei dem Angriff auch ihr Kind, der zwölfjährige Jojo, getötet wurde.

Der Verbleib des Sohnes, der 2016 angeblich in einem Propaganda-Video des IS zu sehen war, wie er einen Gefangenen exekutiert, bleibt unklar.

Umm Hussain al-Britani rief zu Anschlägen auf

Das letzte Mal wurde Jones gesehen, als sie aus Raqqa, der «Hauptstadt» des IS, floh. Sie sei auf dem Weg in die Grenzstadt Mayadin gewesen, wo sich eine Reihe hochrangiger IS-Mitglieder versteckt halten sollen, berichtet der «Guardian».

Jones war ihrem Mann, dem 21-jährigen Junaid Hussain, nach Syrien gefolgt. Das Ehepaar warb von dort aus aktiv um Kämpfer in Grossbritannien und rief zu Anschlägen in Europa auf. Hussain kam 2015 ums Leben.

Adressen von US-Militärs veröffentlicht

Jones Aktivitäten auf Social Media tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil. Sie hatte mehrere Konten auf Twitter. Unter dem Namen Umm Hussain al-Britani wandte sie sich gern an Frauen, um sie für den IS zu gewinnen. Zudem gab sie Anweisungen zum Bau von Sprengsätzen.

Auch drohte sie offen Veteranen wie Robert O'Neill, dem Navy Seal, der 2011 al-Qaida-Kopf Osama Bin Laden getötet haben will. Sie veröffentlichte im Internet nicht nur seine, sondern die Adressen von über 1000 Mitgliedern des US-Militärs, die ihr Ehemann zuvor gehackt hatte.

Als Mitglied der weiblichen Sektion des Anwar-al-Awlaki-Bataillons soll Jones zudem europäische Rekrutinnen im Umgang mit Waffen und Kampftechniken ausgebildet haben. Später sollten diese «Muhajirat» als Selbstmordattentäterinnen in den Westen geschickt werden.

Auf Listen der UNO und der USA

2015 wurde Jones auf die UNO-Sanktionen-Liste gesetzt: Sie konnte nicht mehr reisen, ihre Vermögenswerte, sofern vorhanden, wurden eingefroren. Zudem wurde sie von den USA als Zielperson bei Luftschlägen freigegeben.


(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mira am 12.10.2017 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fassunglos

    Wie kann man seinem Kind sowas antun? Nur schon dies alleine zu tun ist schlimm aber dann noch sein Kimd mitnehmen als wären es Ferien im Disneyland gehts noch?

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  • C.c am 12.10.2017 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es sind Kinder!!

    So viel Hass und dann noch die eigenen Kinder Integrieren. Ich tschegg die Welt nicht mehr.

  • mawa am 12.10.2017 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sollte ...

    ... man keiner Träne nachweinen! Im Gegenteil! Zum Glück ... wieder eine weniger! Wo soll ich hier bitte, erbarmen oder entsetzen zeigen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • OmEn am 13.10.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Erdrohnt

    Drohnen sei dank! Etwas besseres hat sie nicht verdient.

  • Denise am 13.10.2017 14:22 Report Diesen Beitrag melden

    Und jetzt?

    Was soll der Artikel bei mir als Leser bewirken? - Soll ich ob diesem Tod traurig sein oder vielleicht glücklich ?? - Fragen über Fragen.......

  • Daniel am 13.10.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Jungfrauen?

    Wie ist das jetzt? Warten auf die auch 70 Jungfrauen drüben?

  • Spaniel am 13.10.2017 13:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Kind

    Und nur das Kind tut mir Leid.

  • R.H am 13.10.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zaubertricks

    Hmm komisch immer mehr wird klar das die Drahtzieher fast nur aus Europäer bei den is besteht, nun meine Frage an euch kann es sein das der IS eine Organisation ist das nichts mit Glauben zu tun hat sondern von einer Organisation geführt wird das absichtlich den Chaos im Osten fördert um sie ihren Ressourcen zu stehlen oder billiger bekommen ?????

    • Schuldig am 13.10.2017 19:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @R.H

      Das wäre etwas was Sinn machen würde und die Mehrheit weiss es. Hassgebilde der rechte würde so in Scherben zerbrechen. Lieber eine ganze Religion dafür verantwortlich machen. Mache ich neu eben auch so, da habe ich meinen Frieden mit. Dass eben am 1. 2. Weltkrieg Bosnienmassaker, Hiroshima/Nagasaki das Christentum Schuld ist!

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