Afghanistan-Strategie

23. August 2017 04:05; Akt: 23.08.2017 04:39 Print

US-Aussenminister droht Pakistan

Die USA überdenken im Zusammenhang mit der Afghanistan-Strategie ihr Verhältnis zu Pakistan. Ein Kommandeur erwartet eine schnelle Truppenaufstockung im Mittleren Osten.

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Die USA überdenken im Zuge der von Präsident Donald Trump verkündeten neuen Afghanistan-Strategie auch ihr Verhältnis zu Pakistan. Aussenminister Rex Tillerson sagte am Dienstag, von dem Nachbarland Afghanistans werde ein entschiedenes Vorgehen gegen die Taliban und andere extremistische Organisationen erwartet, die dort Unterschlupf gesucht hätten.

Sollte das nicht geschehen, würden die USA erwägen, Pakistans Status als wichtiger US-Verbündeter ausserhalb der Nato zu überdenken. Auch Optionen für andere Strafmassnahmen lägen «auf dem Tisch».

Schnelle Umsetzung erwartet

Der Kommandeur der US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten erwartet eine sehr schnelle Umsetzung der von Präsident Donald Trump verkündeten neuen Afghanistan-Strategie. Truppenverstärkungen könnten schon in den nächsten Tagen oder in wenigen Wochen auf den Weg geschickt werden, sagte General Joseph Votel am Dienstag.

Es sei von grösster Wichtigkeit für die US-Streitkräfte, noch «in der derzeitigen Kampfsaison» die militärischen Fähigkeiten zu vergrössern, um eine Wirkung zu erzielen, sagte er. In Afghanistan sind die Taliban meist vom Frühjahr bis Herbst in der Offensive, im Winter flauen die Kämpfe in der Regel ab.

Die von Trump in seiner Grundsatzrede am Montagabend offen gelassene Frage, wie viele US-Soldaten zusätzlich in Afghanistan stationiert werden sollen, war am Dienstag eine der meistdiskutierten in der US-Öffentlichkeit.

Pence weicht aus

Vizepräsident Mike Pence wich in Fernseinterviews einer klaren Antwort aus. Er erwähnte aber ein Papier des Verteitigungsministeriums vom Juni, in dem für die Stationierung zusätzlicher 3900 Soldaten plädiert wurde. «Die Truppenstärke ist wesentlich und wir werden in dieser Frage auf unsere Militärkommandeure hören», sagte Pence. «Und der Präsident wird in den nächsten Tagen eine Entscheidung dazu treffen.»

In einer Abkehr von seiner bisherigen Haltung hatte Trump einen raschen Abzug aus Afghanistan verworfen und erklärt, die US-Truppen dort müssten «kämpfen, um zu gewinnen». Aus US-Regierungskreisen verlautete, es gebe keine fixierte Zahl der dafür zusätzlich benötigten US-Truppen. Auch sie verwiesen auf das Pentagon-Papier, in dem 3900 Soldaten zur Verstärkung der derzeit rund 8400 Mann in Afghanistan empfohlen worden waren. Verteidigungsminister Jime Mattis lehnte es am Dienstag ab, eine genaue Zahl zu nennen.

(chk/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Doktor am 23.08.2017 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nichts neues...

    Ach jetzt auch noch Pakistan? nicht mehr lange und die Usa haben Krieg mit allen anderen Ländern dieser Welt. Wann erkennen die Leute, dass die Usa das Problem sind?

  • Martin79 am 23.08.2017 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    USA 100% KRIEG

    Die USA braucht immer Krieg damit die eigene Waffenindustrie nicht arbeitslos wird.

  • RoCh am 23.08.2017 08:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leere Worte, leere Versprechungen

    Ein Wahlversprechen mehr, welches Donald Trump nicht eingehalten hat...

Die neusten Leser-Kommentare

  • n. Meier am 23.08.2017 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Möchtegern Demokratie USA

    Es gibt immer weniger Länder mit der die USA kein problem. In Amerika regiert ein Regime das alle paar Jahre ein neues Gesicht bekommt, heute ist es Trump, in ein paar Jahren ein Anderer. Die Leute die im Hintergrund wirklich das sagen haben bleiben.

  • Guuuut am 23.08.2017 19:56 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich entlarvt

    Endlich haben die USA verstanden, dass Pakistan der Wurzel des Bösen ist. Ein Krebsgeschwür; destabilisiert die ganze Region, gewährt Unterschlupf, Waffen und Ausbildung für ca. 20 verschiedene Terroristische Organisationen.

  • Carlo M. Ponce am 23.08.2017 18:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Darsteller

    Es macht je länger je mehr den Eindruck, dass nun auch Trump, wie schon sein Vorgänger Obama, macht, was die tatsächlichen Mächtigen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, von ihm verlangen. Von wegen mächtigster Mann der Welt...

  • Lecramsong am 23.08.2017 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drohen oder nicht

    Naja ob er gedroht hat oder nicht ist ansichtssache.

  • k.t. am 23.08.2017 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was ...

    Was kümmert es uns? Ist doch weit weg von hier. Warten wir erst mal ab, bis wir selbst zur Zielscheibe werden. Das war tiefster Sarkasmus!